Mann arbeitet am Lapop
Maschinenbau 4.0 Ⓒ StockPhotoPro/Fotolia

Maschinenbau 4.0: Jobwunder für Ingenieure

Bereit für das Update - Das wird sich ändern im Maschinenbau der Zukunft

 

Im Maschinenbau arbeiten längst nicht mehr nur Maschinenbauingenieure. Zwar macht deren Anteil, der Ingenieurerhebung 2016 des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zufolge, derzeit rund 50 Prozent aus, doch auch vor dem Maschinen- und Anlagenbau macht die Digitalisierung nicht Halt. Die vom VDMA befragten Unternehmen gaben an, das künftig vermehrt Ingenieure aus IT und Elektrotechnik gefragt sein werden.

Mehr vernetzt als je zuvor

Damit bedeutet Industrie 4.0 für den Maschinenbau vor allem auch eines: Die Ingenieure werden noch stärker interdisziplinär arbeiten als zuvor. Der Leiter der Abteilung Bildung beim VDMA, Dr. Jörg Friedrich, betont:

»Auch wenn das Kerngeschäft der Bau von Maschinen bleibt, werden diese zukünftig hochgradig miteinander vernetzt sein.«

Deshalb müssten die Ingenieure im Maschinenbau der Zukunft einen stärkeren Fokus auf die gesamte Prozesskette legen und abteilungsübergreifend zusammenarbeiten. Es gelte, IT-, Regelungs- und Serviceexperten zu koordinieren und sich in der Sprache der anderen Teammitglieder verständlich auszudrücken, erklärt auch Wilfried Mackel, Leiter der Produktentwicklung Customized Separation bei dem Technologiekonzern GEA, der vor allem für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie produziert.

Das müssen Maschinenbauer zukünftig mitbringen

»Maschinenbauer werden zukünftig Spezialkenntnisse im Bereich Datensysteme und Strukturen sowie für die Implementierung von Maschineneigenschaften und -verhalten in ›Big Data‹-Systemen benötigen«,

sagt Mackel von GEA.

Zusätzlich werde auch die Entwicklung von digitalen Mustern für die Zustandsüberwachung ein wichtiges Thema werden.

Friedrich vom VDMA rät Absolventen deshalb: Praxiserfahrung sammeln und Zusatzqualifikationen im Bereich IT aneignen, um den aktuellen Bedarfen der Unternehmen zu entsprechen.

Trends im Maschinenbau

Neben Industrie 4.0, Digitalisierung und Big Data nennt Dr. Friedrich vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Additive Manufacturing als wichtiges Zukunftsthema des Maschinen- und Anlagenbaus. 3D-Druck-Verfahren ermöglichen etwa die individualisierbare Produktion von komplexen (Ersatz-)Teilen.

Gehälter bleiben solide

Daran wird sich auch so schnell nichts ändern: Einsteiger können im Maschinenbau aktuell mit rund 45.000 Euro rechnen, das durchschnittliche Jahresbruttogehalt beträgt 61.900 Euro.

191.000 Ingenieure waren im Jahr 2016 deutschlandweit in der Maschinenbauindustrie beschäftigt. Der Anteil an Ingenieuren unter den Beschäftigten der Branche beträgt 16,7 Prozent. Eine weitere Zunahme an Ingenieuren wird prognostiziert.


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