Turbine von oben fotografiert

Maschinenbau: Ohne Triebwerk kein Fliegen

Antrieb zum Abheben: Flugzeugtriebwerke gehören zu den Spitzenerzeugnissen des Maschinenbaus.

Triebwerke: Das Herzstück von Luftfahrzeugen

Einsteigen, abheben, ankommen – Fliegen ist Alltag. Jährlich bewegen sich rund 150 Millionen Menschen in Deutschland durch die Luft. Um die 3.000 Starts und Landungen finden täglich statt. Wie sehr wir auf dieses Verkehrsmittel angewiesen sind, bekam die Welt im April dieses Jahres zu spüren, als Eyjafjallajökull sein Unwesen trieb. Bevor die meisten den Namen dieses isländischen Vulkans überhaupt aussprechen konnten, brachte seine Aschewolke für einige Tage den Flugverkehr in Europa weitestgehend zum Erliegen. Vulkanascheartikel können aufgrund ihrer Konsistenz Antriebe und Flugzeuge beschädigen. Es kann zu Erosionsschäden am Verdichter und Verglasung in der Turbine kommen.
Triebwerke sind damit das Herzstück von Luftfahrzeugen – ohne sie ist kein Abheben vom Boden möglich. Die Technik funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Druck und heiße Luft erzeugen Vortrieb. Vor rund siebzig Jahren wurden in Deutschland die ersten Stahltriebwerke entwickelt, heute fliegt praktisch jedes Passagierflugzeug damit. »Das Interessante an diesen Hightech-Produkten sind die hohen Anforderungen bei Kosten, Nutzlast, Zuverlässigkeit und Treibstoffverbrauch – gerade Letzteres gewinnt angesichts steigender Rohstoffpreise immer mehr an Bedeutung«, sagt Daniel Krader, Systemingenieur bei der MTU Aero Engines in München – ein Triebwerkhersteller von rund einem Dutzend Unternehmen weltweit, die solch anspruchsvolle Teile entwickeln.

Ein Triebwerk muss also leistungsstark und dabei sparsam im Kerosinverbrauch sein, sowie langlebig und robust, aber zugleich extrem leicht. »Um diese Ziele erreichen zu können, müssen bestehende Technologien und Fertigungsverfahren bis an die Leistungsgrenzen ausgenutzt und zugleich ständig neue Technologien entwickelt, erprobt und zur Serienreife gebracht werden; demgegenüber steht ein hoher Kostendruck «, erklärt Krader und ergänzt: »Außerdem darf bei aller Innovationsbegeisterung der wichtigste Aspekt, die Sicherheit, nicht zur kurz kommen.«

Einstieg bei der MTU

Den ersten beruflichen Kontakt mit der MTU hatte Daniel Krader während seines Fachpraktikums begleitend zu seinem Studium ‘Luft- und Raumfahrttechnik’ an der Universität Stuttgart: »Ich habe damals an der Entwicklung von zerstörungsfreien Prüfverfahren mitgearbeitet und erhielt so erste Einblicke in die Welt der Triebwerke. « Anschließend nahm Daniel Krader am Studienförder- und Nachbetreuungsprogramm ‘Careers Club Premium’ teil, wodurch ein kontinuierlicher Kontakt zur MTU bestand – seine Bewerbung für einen Direkteinstieg nach dem Studium war dann ein nahe liegender Schritt. Seit Februar 2009 arbeitet der 26-Jährige als Systemingenieur bei der MTU in der Auslegung von Triebwerkregelungssystemen – speziell für die Regelung des Eurofighter-Triebwerks EJ200.

Zu Kraders Aufgaben gehört zum Beispiel die Erstellung von Sicherheitsanalysen oder Systemspezifikationen. »Insbesondere die Telefonkonferenzen und Workshops mit unseren Auftraggebern aus Frankreich sind sehr interessant, da hier neben technischem Verständnis auch Verhandlungsgeschick und Präsentationsfähigkeiten gefragt sind«, beschreibt der Ingenieur. Neben dem Direkteinstieg, für den sich Daniel Krader entscheiden hat, bietet die MTU auch ein Traineeprogramm an – das Junior Einstiegs- und Traineeprogramm, kurz ‘JET’. Durch verschiedene Projekteinsätze – je nach Zielstelle auch an internationalen Standorten – erhalten die Trainees binnen 18 Monaten einen Einblick in die Strukturen und Prozesse der MTU. »Der auf die individuellen Fähigkeiten abgestimmte Durchlaufplan wird durch maßgeschneiderte Entwicklung- und Weiterbildungsmaßnahmen ergänzt«, berichtet Personalmanagerin Kerstin Glavina.

Schwerpunktmäßig stellt die MTU Einsteiger ein, die Maschinen, Luft- und Raumfahrttechnik, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen studiert haben. »Gute Karten haben Bewerber, die Begeisterungsfähigkeit und gute Englischkenntnisse mitbringen«, sagt Kerstin Glavina.

Einstieg bei Rolls-Royce

Auch der Triebwerkshersteller Rolls-Royce setzt bei Einsteigern neben überdurchschnittlichen Studienleistungen und Teamgeist auf ein hohes Maß an Begeisterung für die Luftfahrt. Für Ingenieure erfolgt der Einstieg an den Standorten Dahlewitz und Oberursel direkt.

»Absolventen übernehmen zu Beginn unterstützende Aufgaben und mit zunehmender Erfahrung eigenverantwortliche Tätigkeiten«, sagt Stefan Meindl, Human Resources Director Rolls-Royce Deutschland, und ergänzt: »Gerade in puncto Karriere bietet das Unternehmen diverse Möglichkeiten. Absolventen können beispielsweise bei uns eine Führungskräftelaufbahn einschlagen. Nach einem umfangreichen Training mit Modulen im In- und Ausland übernehmen sie Personalverantwortung. «

Des Weiteren bietet Rolls-Royce für Ingenieure die Entwicklung zum Fachspezialisten inklusive Fachtrainings und Mentorenprogrammen an sowie die Projektlaufbahn mit zertifizierten Managementkursen. Aber nicht nur die Karriereaussichten im Antriebsbau gestalten sich für Ingenieure aussichtsreich, sondern auch deren Aufgaben, denn die Technologie wird ständig weiterentwickelt.

Sowohl die MTU als auch Rolls-Royce arbeiten an neuen, teilweise revolutionären Antriebskonzepten, die den Forderungen der Zukunft nach noch leiseren, sparsameren und schad - stoffärmeren Antrieben gerecht werden. »Das Zusammen spiel verschiedenster Anforderungen an Triebwerke stellt für Ingenieure aller Fachbereiche ein ideales Betätigungsfeld mit spannenden und herausfordernden Aufgaben dar«, bestätigt Ingenieur Daniel Krader.

 


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