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Arbeiten im Start-Up Unternehmen - Vor- und Nachteile

Wie sieht die Produktion der ­Zukunft aus und welche Aufgaben werden Roboter übernehmen?

 

 

ValueFacturing

»Das ›Data Mining‹ – also das Herausfiltern und Analysieren einzelner wichtiger Informationen aus großen Datenmengen – wird immer wichtiger. Durch den verstärkten Einsatz von Sensorik und Aktorik entstehen sogenannte cyber-physische Systeme, die den Assistenzsystemen Aufgaben abnehmen, selbstständige Entscheidungen treffen und so den Menschen weiter entlasten. So entwickelt sich allmählich die ›Smart Factory‹, in der dezentral gesteuerte Produktionsanlagen mit intelligenten und selbststeuernden Elementen in der Werkhalle interagieren. Die autonome Fabrik, als menschenleere Fabrik in der Roboter Roboter bauen, ist aber für lange Zeit noch utopisch.«
 

 

Transparente Lieferkette

»Die Transparenz in der Lieferkette gewinnt zunehmend an Bedeutung, Automatisierung und Digitalisierung unterstützen auf diesem Weg. In der Reifenentwicklung und Produktion können wir damit alle relevanten Daten erfassen und analysieren, um auf dieser Basis stetig unsere Effizienz und Leistung zu verbessern. Die kontinuierliche Optimierung der Prozesse ist wichtig, denn alleine im Wirtschaftsraum Europa, Naher Osten und Afrika produzieren wir an 15 verschiedenen Standorten. Smarte Lösungen erleichtern die tägliche Entscheidungsfindung auf der Managementebene. Kürzere Reaktionszeiten in der Steuerung der Produktion sind aufgrund der in Echtzeit verfügbaren Datenbasis möglich und tragen somit zur Steigerung der Effizienz bei.

Das Konzept der Industrie 4.0 wird die Produktion in vielen Bereichen verändern, sie flexibler, effizienter und ›smart‹ machen. KI und intelligente Maschinen können die Leistungen der Branchen aber nicht nur in Bezug auf Qualität und Kosten verbessern, sondern darüber hinaus in Forschung und Entwicklung signifikante Beiträge leisten. Es wird möglich sein, Produkte zu entwickeln, die sowohl immer exakter den Anforderungen des Marktes als auch den persönlichen Bedürfnissen und Wünschen der Endverbraucher entsprechen. Mitarbeiter in der Produktion und anderen Bereichen werden in ihren Arbeitsbereichen immer stärker von neuen Technologien unterstützt, entsprechend wichtig sind interne Fortbildungsprogramme, um sicherzustellen, dass die Automatisierung im gesamten Unternehmen angemessen ankommt und umgesetzt wird.«
 

 

Offen für Neues

»Arbeitsweisen verändern sich und einige Tätigkeiten fallen weg. Dafür werden viele Beschäftigte in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sowie in Gebieten, die nicht standardisierbar sind, wie Kundenkontakt, Vermarktung und Pflege von Plattformen, eingesetzt. Führungsstrukturen werden immer flacher, Organisationen flexibler. Unternehmen müssen darauf reagieren, um sich flexibler auf diese Veränderungen einstellen zu können. Ein großer Aspekt werden Umschulungen sein. Unternehmen sind gefragt, die Menschen frühzeitig so auszustatten, dass sie auf den Transformationsprozess, vorbereitet sind und der Mitarbeiter der Zukunft muss stärker bereit sein, sich umzuschulen, neue Tätigkeitsfelder zu besetzen und dafür offen und flexibel sein, denn diese Veränderungen werden sich wiederholen.«
 

 

Genauer Steuern

»Die Digitalisierung von Prozessen und die automatische Steuerung von Produktionsanlagen bringt erhebliche Effizienzgewinne und eine höhere Flexibilität: Wir können schneller auf die Anforderungen des Marktes reagieren und kurzfristige Nachfragespitzen bedienen. Maschinelles Lernen ermöglicht es uns zudem, Fehlproduktionen – und damit unnötigen Verbrauch von wichtigen Rohstoffen – kontinuierlich zu reduzieren. Vernetzte und synchronisierte Systeme werden zukünftig Informationen über alle Bereiche in Echtzeit steuern und liefern, nicht nur aus der Fertigung, sondern über die gesamte Lieferkette. Dies ermöglicht eine agilere Lieferkette, bessere Qualität, höheren Durchsatz und eine schnellere Entscheidungsfindung. In dieser sich ständig verändernden Welt ist lebenslanges Lernen unerlässlich – es wird sogar immer wichtiger.«
 

 

Planungssicherheit

»Maschinen werden sehr wahrscheinlich die Oberhand im gesamten Produktionsprozess gewinnen: Sie sind quasi im Dauereinsatz, werden weder müde noch krank. Sie benötigen keinen Urlaub und liefern permanent eine gleichbleibende Qualität bei konstanter Quantität. Zusätzlich sinkt die Fehlerquote auf ein Minimum, was wiederum auch eine Kostenreduktion zur Folge hat. Das Kennen der genauen Zeitparameter im gesamten Prozess ermöglicht eine hohe Planungssicherheit. Zudem werden Roboter und Maschinen immer häufiger selbstlernend agieren, Fehler selbstständig beheben und Optimierungen entwickeln.

Vor allem in großen Betrieben und bei Massenproduktionen wird die Automatisierung immer weiter zunehmen: Die Prozesse werden produktiver, die Rentabilität wird steigen und das Abarbeiten von Standardvorgängen wird weniger Zeit in Anspruch nehmen – und neue Technologien werden die Innovationszyklen noch stärker beschleunigen. Führungskräfte werden neue Aufgabenfelder bedienen müssen und mehr im Bereich Verwaltung und Maschinenüberwachung tätig sein. Für Facharbeiter hingegen gilt es, sich zukünftig mit neuen Berufsfeldern auseinanderzusetzen und andere Aufgabenfelder zu übernehmen. Die Weiterbildung, gerade im IT-Bereich, wird essenziell werden, um Maschinen richtig einzustellen und zu warten. Denn: Für Fehleranalysen, Qualitätsprüfungen, Wartung und Ersatzteilmanagement werden nach wie vor menschliche Kompetenz und Hände benötigt.«
 

 

Verständnis schaffen

»KI liefert mir Daten aus meiner Fabrik: Wo sind die produzierten Werkstücke, welche Qualität hat die Produktion, Daten über den Verschleißzustand meiner Maschine und schon im Vorfeld vorhersagen, wann sie verschlissen sein wird und damit einen Ausfall vermeiden. Idealvorstellung ist ein digitaler Zwilling der Produktion, versehen mit Kennzahlen, die auf den ersten Blick anzeigen, in welchem Zustand die Produktion ist. Roboter sind schon seit vielen Jahren ein wesentliches Element in der Automatisierung der Produktion. Hier kann das Zusammenspiel zwischen KI und Robotik nochmal zu einer deutlichen Produktivitätssteigerung führen.

Momentan gibt es beispielsweise das Problem, dass ein Roboter aufwendig programmiert werden muss. Das ist zeitaufwendig und benötigt Experten. Mithilfe von KI kann das Programmieren deutlich beschleunigt werden oder sogar komplett automatisch passieren – ohne Hilfe von Experten. Die große Vision, dass keine Menschen mehr in der Produktion benötigt werden, wird nicht erfüllbar sein. Es werden immer Menschen vonnöten sein, um komplizierte Aufgaben zu lösen, die Maschinen zu warten oder zu überwachen. Einfachere Aufgaben werden aber sehr wohl zurückgedrängt. Dafür entstehen höherwertige Aufgaben: Monitoring und Überwachung. Ein wichtiger Aspekt ist, KI den Menschen verständlich zu machen, da es Vorbehalte gibt. Die Menschen wissen nicht, wie die Maschine zu ihrer Entscheidung gelangt. Für sie ist ein tiefes neuronales Netz eine unverständliche Black Box.«
 

 


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