Rennwagen fährt durch Pfütze
© FSG botzkowski

»Die FSG ist eine gewaltige Chance!«

Von der FSG in den Traumjob: Marc Schieß, Entwicklungsingenieur bei ZF Friedrichshafen, rät, die FSG auch als Karriereevent zu nutzen

Herr Schieß, inwiefern hat die Teilnahme an der FSG Ihren Karriereweg beeinflusst? In meinem Fall hat die Teilnahme bei Formula Student meine Ausrichtung stark beeinflusst. Dadurch, dass ich über drei Jahre im Team der Hochschule Karlsruhe aktiv war, konnte ich Einblicke in verschiedene Themenbereiche bekommen. Somit wusste ich recht bald, wo meine Stärken und Interessen liegen und konnte mich auf die passenden Stellen bewerben.

Welche Aufgaben haben Sie im Team High Speed Karlsruhe übernommen und wie haben diese Sie auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet? Im ersten Jahr war ich im Subteam Fahrwerk beschäftigt, wo ich mich um die Entwicklung der Querlenker gekümmert habe. Nebenbei habe ich die interne Fertigung von Bauteilen geleitet. Hierbei kam mir meine Ausbildung als Industriemechaniker zugute. In meinem zweiten Jahr bei Formula Student habe ich die Leitung des Subteams Rahmen übernommen. Dies war meine erste Erfahrung mit Projekt- und Personalkoordination. Dieses eine Jahr hat mir sehr eindrucksvoll gezeigt, wie herausfordernd es ist, ein Team harmonisch zu leiten und dennoch Budget und Zeitpläne einzuhalten. Viele Szenarien, die ich in dieser Zeit erlebt habe, erlebe ich Tag für Tag bei meiner Arbeit.
Wenn wir Ihnen einen Arbeitstag über die Schulter schauen dürften, was würde uns erwarten? Hauptsächlich befassen wir uns in der Vorentwicklung Fahrwerk mit neuartigen aktiven Fahrwerkkomponenten und Fahrwerkkonzepten für die Zukunft. Je nach Projektphase verbringe ich meinen Tag in verschiedenen Workshops zur Erarbeitung neuer Lösungsmöglichkeiten oder übertrage zum Beispiel neue Ideen ins CAD. Auch die Koordination von Arbeitspaketen mit anderen Abteilungen spielt eine wichtige Rolle. Ähnlich wie in der Formula Student erlebt man den gesamten Produktplanungs- und Entstehungsprozess von der ersten Idee bis zum ersten Prototypen.

Wie viel Karriereevent steckt Ihrer Meinung nach in der FSG? Meiner Meinung nach ist Formula Student eine gewaltige Chance, Kontakte in die Industrie zu knüpfen, die als ›gewöhnlicher‹ Student nur sehr schwer zu bekommen sind. Durch den engen Kontakt mit vielen Sponsoren kann man schon im Studium ein breites Netzwerk spannen und somit die Chancen auf einen guten Job deutlich verbessern. Und darüber hinaus erlernt man durch die interdisziplinäre Projektzusammenarbeit neue Fähigkeiten, die in der Theorie im Vorlesungssaal nicht vermittelt werden und einen für den Berufsalltag fit machen.
Was würden Sie Teilnehmern der FSG, die kurz vor dem Abschluss stehen, raten? Es ist sehr wichtig den Kontakt zu den Firmen zu suchen – sei es beim Formula Student Event in Hockenheim oder schon davor bei Treffen mit den Sponsoren. Dieser persönliche Kontakt kann Türen für den Einstieg in ein Unternehmen öffnen.


Marc Schieß war drei Jahre aktives Mitglied des FSG-Teams High Speed Karlsruhe. Nach seinem Studium startete der 27-Jährige als Entwicklungsingenieur in der zentralen Vorentwicklung bei ZF Friedrichshafen.


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