Student sitzt in Rennwagen

Die FSG-Teams und ihre Sponsoren

So viele Erfolgsgeschichten: die Symbiose der Formula-Student-Teams mit ihren Sponsoren

Es ist schon eine schweißtreibende Angelegenheit. Nicht nur, weil alle Teams unter Hochdruck an ihren Boliden schrauben, sondern auch, weil die Sonne es Ende Juli, Anfang August zumeist sehr gut mit der Formula Student Germany am Hockenheimring meint. Aber die FSG wäre nicht die FSG, wenn nicht die Veranstalter und Sponsoren für alles gewappnet wären: Da tauchen plötzlich Sprinkleranlagen auf, die ihr kühles Nass auf den Teilnehmern verteilen und es bilden sich riesige Schlangen, die erahnen lassen, dass am anderen Ende etwas Großartiges wartet: ein Eis zum Beispiel – gesponsert von Daimler.

Daimler bei der FSG

Das Unternehmen unterstützt die FSG seit 2007, seit 2008 auch in Form von Teamsponsorings. Dabei ist die »Extraportion Eis« nur ein Teil der Unterstützung. Der Automobilhersteller sponsert in der Kategorie Elektroauto die Teams Dart Racing Darmstadt, Elefant Racing Bayreuth und Running Snails Amberg sowie bei den Verbrennungsmotoren Hawks Hamburg, Formula Student Team Weingarten und Einstein Motorsports Ulm:

»Darüber hinaus werden die Teams Rennteam Stuttgart und Greenteam Stuttgart direkt durch Mercedes-Benz Research & Development unterstützt«, sagt Dr. Anna-Maria Karl, Leiterin Global Talent Acquisition & Development bei Daimler.

Die Unterstützung ist nicht ausschließlich finanzieller Natur, sondern die Teams bekommen zusätzlich ein Bewerbertraining, ein Projektmanagementseminar sowie einen Fahrzeugtest mit Ingenieuren von Daimler. »Außerdem stehen erfahrene Ingenieure als Mentoren für den fachlichen und persönlichen Austausch zur Seite«, so Karl weiter.

Im Gegenzug platzieren die Teams das Unternehmenslogo auf ihrem Boliden.

»Daneben sind uns auch die Kontakte zu den engagierten zukünftigen Ingenieuren wichtig, denn wir sind an einem frühzeitigen Austausch mit potenziellen Bewerbern interessiert«, erklärt die Leiterin Global Talent Acquisition & Development weiter.

Schließlich zeichnen sich diese durch fachliche Expertise, und eine ausgeprägte Einsatzbereitschaft aus.

Mahle bei der FSG

Auch bei Mahle stehen die Soft Skills im Vordergrund: »Ein Team muss nicht zwangsläufig bereits große Erfolge gefeiert haben, um von uns gesponsert zu werden«, betont Sebastian Goldbach, Referent Personalmarketing & Social Media bei Mahle. Wichtig hingegen sei, dass ein Team eine Vision hat, in der Teampräsentation mit Leidenschaft und Ehrgeiz überzeugt: »Wir möchten spüren, dass unsere Teams ›Benzin im Blut‹ haben – oder Strom, denn wir sponsern auch E-Teams«, so der 27-Jährige weiter.

Wenngleich die finanzielle Unterstützung im Vordergrund steht – schließlich kostet ein Bolide eine Stange Geld – so erhalten die Teams auch Zuwendungen in anderer Form. Einerseits fertigen die Azubis von Mahle die Teile für die Boliden an, auf der anderen Seite stellt auch die persönliche Betreuung einen integralen Bestandteil des Sponsorings dar:

»Jedes Team hat einen zentralen Ansprechpartner im Unternehmen, an den sie sich jederzeit wenden können. Wir möchten schließlich nicht nur in die Autos, sondern auch in die einzelnen Teammitglieder investieren«, erklärt Goldbach und fährt fort, dass sie zu Saisonbeginn Teambuilding-Events veranstalten und den Teams die Möglichkeit geben, vor dem wichtigen FS-Event ein Englisch-Präsentations- und Projektmanagementtraining zu absolvieren und sich zusätzlich Tipps von Formula-Student-Judges geben zu lassen, um »optimal vorbereitet in die Formula Student Germany starten zu können«.

Aber auch bei Mahle ist die Unterstützung nicht vorbei, wenn das Event am Hockenheimring beginnt:

»Als Hauptsponsor sind wir natürlich während des gesamten Wettbewerbs vor Ort und stehen unseren Teams bei Problemen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Da alle Teams meist nonstop mit Schrauben oder Tüfteln an ihren Präsentationen beschäftigt sind, versuchen wir unsere Teams bei den alltäglichen Dingen zu unterstützen: Ob mit großen Essenspaketen, Kaffeemaschinen, Mikrowellen sowie Kissen oder Decken für den Campingplatz«, zählt Sebastian Goldbach auf.

SKF bei der FSG

Dass die Teilnehmer auch mal zur Ruhe kommen können, dafür sorgt auch das Team am Stand von SKF – ebenso für Experten-Know-how, dass die Fachkräfte vor Ort gerne an ihre Teams weitergeben. ›Ihre Teams‹ sind dabei in der Kategorie ›Formula Student Combustion‹ Hawks Racing Hamburg, Rennstall Hochschule Esslingen und Fasttube TU Berlin, in der Kategorie ›Formula Student Electric‹ Starcraft TU Ilmenau, Greenteam Uni Stuttgart, Elbflorace TU Dresden, Fast Forest TH Deggendorf sowie Elefant Racing Uni Bayreuth.

Seit 2011 gehört das Unternehmen zu den Hauptsponsoren der Formula Student Germany und unterstützt seine Teams dabei nicht nur mit Ruhepausen und Know-how, sondern unter anderem auch mit Rad- und Getriebe-lagern, Gelenkköpfen und Dichtungen. Die Teams erhalten hierfür ein umfangreiches Materialbudget und dürfen sich aus dem gesamten Produktportfolio bedienen.

MathWorks bei der FSG

Alle Teams, die bei den Formula-Student- Events in Deutschland, Großbritannien, Japan, China und den USA teilnehmen, können von dem Softwareangebot von MathWorks profitieren: »Dieses besteht aus Matlab, Simulink und 41 Toolboxen. Dieses Paket ermöglicht jedem Teammitglied in allen Entwicklungsbereichen wie Signalverarbeitung, Reglerentwurf und automatischer Codegenerierung mit unserer Software zu arbeiten«, erläutert Dr.-Ing. Christoph Hahn von MathWorks: »Um die Teams bei der Anwendung unserer Tools zu unterstützen, haben wir vor etwa einem Jahr den zweiwöchentlichen Video-Podcast ›Matlab and Simulink Racing Lounge‹ ins Leben gerufen«, führt der 29-Jährige, der als Education Technical Specialist bei MathWorks tätig ist, weiter aus. Bis Mai 2015 sind alle Beiträge des Podcasts über 40.000-mal aufgerufen und in Summe 2.700 Stunden angesehen worden:

»Wir freuen uns über das Interesse, das belegt, dass wir den Teams bei der Rennwagenentwicklung einen Mehrwert bieten«, so der 29-Jährige weiter.

Wie Daimler, Mahle und SKF ist auch MathWorks auf dem Hockenheimring anzutreffen, um die Teams auch vor Ort zu unterstützen:

»Wir sprechen mit den Teams über den Einsatz von Berechnung, Simulation und Modellierung in ihren Projekten und wie unser Angebot dies abbildet. Mit Software- und Hardware-Beispielen zeigen wir praxisnah Anwendungsmöglichkeiten unserer Tools«, sagt Hahn und führt weiter aus, dass auch Experten Rede und Antwort stehen.

Nach der FSG ist vor der FSG

Wenngleich die Fragen kein Ende finden werden, die Veranstaltung auf dem Hockenheimring endet nach sechs Tagen – mit der obligatorischen und berühmt-berüchtigten Mahle Abschlussparty. Doch ist dieser Ausklang sogleich der Auftakt in eine neue Saison. Schließlich ist nach der FSG stets vor der FSG – weshalb weder die Sponsoren noch die einzelnen Teams eine große Pause einlegen:

»Für uns gibt es nicht vor oder nach dem Event. Die neuen Teams starten sofort nach der Veranstaltung mit der Entwicklung ihres neuen Rennwagens. Wir sehen das genauso und möchten zu jedem Zeitpunkt in der Entwicklung hilfreich sein«, erläutert Hahn von MathWorks. Bastian Mattlener von SKF kann hier nur zustimmen: »Auch wir arbeiten mit den meisten Teams über mehrere Saisons zusammen, sodass wir nach den Events in Kontakt bleiben, um dann die nächste Zusammenarbeit vorzubereiten.«

Selbst nach Ende des Studiums ist dabei für viele ehemalige Teilnehmer nicht Schluss mit der Faszination FSG: »Mittlerweile haben wir zahlreiche ehemalige Formula-Student-Teilnehmer an Bord. Viele engagieren sich noch heute mit uns bei der Formula Student«, sagt Dr. Karl von Daimler und zeigt somit auf, dass die Formula Student ein immerwährender Kreislauf ist.


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