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Bildrecht: Pexels/Singkham

Great, Greater, Greta – Ingenieur*innen entwickeln für die Umwelt

Es muss sich was bewegen bei Umwelt und Energie: Von Windrad bis E-Auto – Ingenieur*innen sind am Start und futuren nicht nur freitags an Ideen für mehr Nachhaltigkeit.

 

Mal sehen wir sie und mal nicht. Die einen nehmen wir überhaupt nicht wahr, weil sie für uns Alltag geworden sind und wieder andere erregen Aufsehen. Die Rede ist von erneuerbaren Energien und nachhaltigen Technologien. Hinter all diesen Systemen stecken insbesondere Ingenieurwissenschaftler*innen, die mit ihren cleveren Entwicklungen unseren Alltag zukunftsgewandt und grüner machen. »Ingenieurskunst, die unser Leben klimafreundlicher macht, finden wir heute in vielen Bereichen,«, erklärt Claudia Hanisch vom Fraunhofer Institut, »die wichtigsten sind Strom- und Wärmeerzeugung, der Verkehr, die Industrie und die Landwirtschaft, da hier die meisten Emissionen anfallen.« Neben diesen großen Themen, die noch so einiges an Arbeit voraussetzen, gibt es viele weitere Ressorts, in denen umweltbewusste Vorausdenker*innen aus der Ingenieurwissenschaft gebraucht werden: Im Recycling, der Licht- und Luftreinhaltung oder in der Verpackungsindustrie – überall muss es nachhaltiger werden. Mit der Umweltfreundlichkeit als grundlegend wichtigen Aspekt bedeutet die Energiewende für uns also nicht nur, dass wir unseren Planeten schonen und mit neuen Technologien an den Start gehen, sondern auch, dass immer mehr Menschen auf dem »grünen Arbeitsmarkt« Karriere machen können.

 

Die Zahl der Arbeitsplätze steigt

Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) bescheren erneuerbare Energien nicht nur regional eine gesteigerte Wertschöpfung und wirtschaftliches Wachstum, sondern führen auch dazu, dass die Zahl der Arbeitsplätze ansteigt – und das laut der GI Group mit einer Wachstumsrate von etwa 1,6 Prozent in Deutschland. Aber hier ist noch lange nicht Schluss, denn nicht nur wir Deutsche versuchen in Sachen Nachhaltigkeit das Versäumte nachzuholen. Ein verhältnismäßig großes Wachstum an grünen Arbeitsplätzen gibt es besonders in den Ländern, die bisher noch wenige umweltfreundliche Stellen hatten, wie beispielsweise Großbritannien, Spanien oder Brasilien. Warum also nicht als Ingenieur*in mit Nachhaltigkeitsbestreben ins Ausland? Momentan macht dir da Corona zwar einen Strich durch die Rechnung, aber die ausgesprochen gute Expertise von in Deutschland ausgebildeten Fachkräften ist auf der ganzen Welt bekannt und gefragt. Vor allen Dingen die Bereiche erneuerbare Energien und Solar- beziehungsweise Windkraft gewinnen weltweit immer mehr an Beliebtheit und sorgen so für eine hohe Nachfrage an Spezialist*innen, die sich genau mit dieser Technik auskennen und innovative Ideen haben.

 

Von Land zu Land unterschiedlich

Dabei hängt die Branche, in der du landen wirst, ganz davon ab, welche Faktoren eine essenzielle Rolle für den Standort spielen: In Kenia wirst du zum Beispiel weniger an der Luftreinhaltung arbeiten als an der Wasserbereitstellung. In Japan ist das Thema Luftverschmutzung ein riesiges Thema und die Wasserversorgung weniger problematisch. Du siehst also, nicht überall braucht es die gleichen Lösungen. Die nachhaltige Branche basiert natürlich nicht nur auf cleveren ingenieurwissenschaftlichen Lösungen, sondern verlangt auch nach gut ausgebildeten Fachkräften anderer Bereiche: »Für uns, und das möchten wir hier ausdrücklich betonen, können Technologien allein die Energiewende nicht stemmen«, so Anette Nickels, Pressereferentin des Öko-Instituts, »für uns sind die Politikwissenschaftler*innen, Soziolog*innen und Jurist*innen genauso gefragt, wenn es um die Gestaltung politischer Entscheidungsprozesse und den zwischenmenschlichen Austausch darüber geht.« Was du hieraus für dich selbst ableiten kannst? Eine gewisse Interdisziplinarität kann für dich einen entscheidenden Vorteil im Bewerbungsprozess bedeuten, denn wie Claudia Hanisch erklärt, ist ein klimafreundliches Leben beispielsweise ohne die Informatik undenkbar. »Das heißt, Ingenieur*innen müssen heute auch fit für digitale Lösungen sein.« Bevor du dir jetzt allerdings Sorgen machst, dass du keine brauchbaren IT-Kenntnisse für die Branche hast – damit stehst du nicht alleine da! Der VDI brachte eine Studie zum Thema »Ingenieurausbildung für die Digitale Transformation« heraus. Diese besagt, dass sich nur sieben bis 15 Prozent der Ingenieur-Studierenden mit den im Studium erlernten IT-Fähigkeiten ausreichend gut vorbereitet fühlen, um ihre Arbeit ausführen zu können. Falls du also nicht zu dieser Gruppe von Ingenieur*innen gehörst, ist das immer noch kein Grund zur Panik. Es gibt verschiedene Wege, um die notwendigen Kompetenzen zu erlangen, denn auch mit abgeschlossenem Studium ist es wichtig am Ball zu bleiben und sich immer auf den neuesten Wissensstand zu bringen. Du hast eine Auswahl zwischen verschiedensten Formen der Weiterbildung für Ingenieur*innen, ganz egal, ob du die neuen Skills nun in Fernlehre oder in Präsenz, in Vollzeit oder nebenberuflich erarbeiten willst.

 

Stichwort Schnittstellenkompetenz

Schnittstellenkompetenz ist also das Stichwort für gute Karriereaussichten. Laut dem Portal ingenieur.de ist es derzeit so, dass für Arbeitsplätze an genau dieser fachlichen Überlappung eher Ingenieur*innen mit Informatikkenntnissen eingesetzt werden als Fachkräfte mit anderen Zusatzqualifikationen – in Zukunft kann sich das allerdings ändern und die Informatik immer weiter zum Hauptfokus werden. Vor ein paar Jahren sprach man noch vom »Ingenieur- oder Fachkräftemangel«, heute hat sich die Lage also beruhigt. Auch ›get in Engineering‹ bestätigt: die Jobaussichten sind top und die Arbeitslosenquote ausgesprochen niedrig, während umweltfreundliche Technologien und erneuerbare Energien sowohl Motor als auch Auslöser für einen Anstieg an Arbeitsplätzen sind. Letztlich sind die Energiewende und die Entwicklung anderer nachhaltiger Systeme also nicht nur für Umwelt, Mensch und Tier ein Gewinn, sondern auch für die Ingenieur*innen unter euch, die Spaß daran haben, an immer neuen Innovationen für die Zukunft zu tüfteln.


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