unsplash / Jo Szczepanska

Design Thinking: Kreative Lösungen

Design Thinking soll Innovationsprozesse im Jahr 2019 vereinfachen – durch nur vier Komponenten

Kennst du das? Du zerbrichst dir tagelang den Kopf über eine Problemstellung und dir fällt par- tout keine Lösung ein. An diesem Punkt – oder, um genau diesen schon im Vorfeld zu vermeiden – kommt Design Thinking ins Spiel. Die Innovationsagentur Ideo hat diesen Prozess entwickelt, um die kreative Ideenfindung zu fördern. Die Innovationen, die daraus hervorgehen, sollen sich am Nutzer orientieren und auf seine Bedürfnisse ausgerichtet sein. Dafür wendet Design Thinking Vorgehensweisen aus dem Design-Bereich an. Der Einsatz dieses Prozesses ist vor allem dann sinnvoll, wenn am Ende des Projekts ein Kunde oder Nutzer steht. Ein Beispiel: Du sollst eine Software  entwickeln, weißt aber nicht genau, wie du sie den Kundenwünschen optimal anpasst. Da lohnt es sich, einen näheren Blick auf Design Thinking zu werfen.

So funktioniert es

Vier Komponenten sind entscheidend für eine erfolgreiche Anwendung des Design Thinking-Prinzips. Das wichtigste Element ist ein klar strukturierter Prozess, der aus sechs Schritten besteht:

Verstehen: Das Problem muss verstanden werden. Dann wird eine Fragestellung definiert, die die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projekts aufzeigt.

Beobachten: Intensive Recherche und Beobachtungen bringen Erkenntnisse, um die Rahmenbedingungen des Status Quo zu definieren.

Point-of-View: Die Beobachtungen werden auf den Nutzer heruntergebrochen. Seine Bedürfnisse werden in einer klar definierten Frage formuliert.

Ideenfindung: Ein Kernelement des Design Thinkings. Hier steht Brainstorming auf dem Programm, um unterschiedliche Konzepte zu entwickeln und zu visualisieren.

Prototyping: Um die Ideen zu testen, werden Prototypen entwickelt und an der Zielgruppe getestet.

Verfeinerung: Das Konzept wird so lange optimiert, bis ein nutzerorientiertes Produkt entstanden ist.

Die zweite Komponente sind die eigenen Werte, die in der Brainstorming-Phase ihre Anwendung finden. Dazu gehört beispielsweise, visuell zu arbeiten, verrückte Ideen zu fördern, das Thema zu fokussieren und auf den Ideen anderer Kollegen aufzubauen. Die dritte Basis für den Erfolg von Design Thinking bildet ein intersdisziplinäres Team. Um möglichst verfältige Denk- und Herangehensweisen sicherzustellen, arbeiten Personen aus verschiedenen Bereichen zusammen. Sie müssen sich nicht zwangsläufig beruflich unterscheiden – auch Varationen bezüglich Kultur, Nationalität oder Alter sind hilfreich für einen vielschichtigen Blick auf das Problem. Die vierte und letzte Komponente: mobile Raumkonzepte. Die Kollegen sollen sitzen, stehen, laufen können – was auch immer den kreativen Schub bringt.

Das ist die Herausforderung

Design Thinking klingt in der Theorie super. In der Praxis ist es für viele Unternehmen aber nur schwer greifbar. Wie an die Sache herangehen? Kann der Erfolg oder Misserfolg der Methode überhaupt gemessen werden? Laut einer Studie des Hasso Plattner Instituts sind die Ressonanzen in Bezug auf Arbeitskultur und Effizienz durchaus positiv. Andere Rückmeldungen lassen aber darauf schließen, dass Design Thinking noch nicht wirklich in den Unternehmen angekommen ist. Die meisten Befragten beschäftigen sich erst seit ein bis zwei Jahren mit dem Konzept. Jeder Zehnte hat darauf ausgerichtete Projekte wieder aufgegeben. Dennoch: Bezüglich Teamarbeit, der Einbindung von Nutzern und teilweise auch der Kostensenkung kann Design Thinking Erfolge verbuchen. Es bleibt spannend, ob sich das Konzept in den Unternehmen durchsetzen kann und zur Quelle der Innovationen von morgen wird.


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