Nicole Kierleis vor Brunel Schild
@Brunel

Integrierte Unternehmenskommunikation und Emotional Employer Branding am Beispiel von Brunel

Die Brunel GmbH ist einer der führenden Ingenieurdienstleister innerhalb der DACH-Region und Tschechiens. Welche Rolle die interne und externe Kommunikation für das vor über 20 Jahren gegründete Unternehmen spielt, welche Marketingstrategien Brunel verfolgt und warum Authentizität dabei so wichtig ist, erklärt Nicole Kirleis, Leiterin Marketing und Kommunikation, im Interview.

Frau Kirleis, Sie beschäftigen sich bei Brunel täglich mit den Themen interne und externe Kommunikation. Was spielt aus Ihrer Sicht die größere Rolle?

Beide Bereiche gleichermaßen. Die Interne Kommunikation ist relevant, um Mitarbeiter zu informieren und sie in verschiedene Abläufe und Veränderungen einzubeziehen. Bei uns ist dies besonders bedeutsam, weil Brunel eine dezentrale Organisationsstruktur hat: Wir sind an über 40 Standorten in der DACH-Region vertreten und haben mittlerweile 2.700 Mitarbeiter bei Kunden aus dem Hochtechnologie-Bereich im Einsatz. Da ist es natürlich wichtig, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln alle zu erreichen und gleichermaßen abzuholen, gerade bei Veränderungen. Für die interne Kommunikation nutzen wir hauptsächlich unser Mitarbeitermagazin und Stammtische sowie das Intranet: Dort haben wir News-Rubriken und Geschäftsführerblogs. Zudem findet der Austausch über Video-/Telefonkonferenz-Systeme statt.

Und wie sieht es bei der externen Kommunikation bei Brunel aus?

Bei der externen Kommunikation verfolgen wir verschiedene Ziele: Zum einen Aufklärungsarbeit, da nicht jeder mit dem Geschäftsmodell der Arbeitnehmerüberlassung vertraut ist. Zum anderen das Employer Branding: Wir möchten uns als Arbeitgeber positionieren, die Marke Brunel bekannter machen und stärken sowie neue Mitarbeiter für das Unternehmen begeistern. Dabei ist es uns wichtig, uns vom Wettbewerb abzuheben und ein Markenbewusstsein bei der Zielgruppe zu erreichen. Zu guter Letzt geht es auch darum, bekannter zu werden. Denn je positiver wir uns in den Köpfen der Zielgruppe als Arbeitgebermarke verankert haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir bei der Suche nach einem Arbeitgeber berücksichtigt werden.

Sie sprachen davon, sich vom Wettbewerb abzuheben. Dazu nutzen Sie unter anderem Events, wie aktuell die Formula Student Germany, um Arbeitnehmer anzusprechen. Welche Vorteile sehen Sie darin gegenüber anderen Marketinginstrumenten?

Im Vergleich zu einem Produkt ist eine Dienstleistung nicht greifbar. Entsprechend fehlt die visuelle Wahrnehmung, was ja ein wichtiger Antrieb ist, sich für eine Marke zu entscheiden. Da es uns wichtig ist, dass sich potenzielle Bewerber live einen Eindruck von Brunel verschaffen können, sind die Themen Events und Live-Marketing für uns besonders relevant. So können wir einen direkten und persönlichen Draht zu unseren Zielgruppen aufbauen sowie Authentizität und Glaubwürdigkeit transportieren. Aus diesem Grund überlegen wir uns immer wieder neue Formate. So führen wir seit 2015 beispielsweise das sogenannte PreEvent in der Motorsport-Arena Oschersleben (Sachsen-Anhalt) durch, bei dem eine Jury aus Brunel Mitarbeitern und ehemaligen FSG-Teilnehmern bei den von uns gesponserten Teams die gleichen Prüfungen wie beim offiziellen FSG-Wettbewerb vornimmt. Auf Veranstaltungen wie dieser, aber auch auf Karrieremessen, sammeln wir gemeinsame Erinnerungen mit unserer Zielgruppe, von denen beide Seiten profitieren.

Sie sprechen auch häufig vom Employer Branding. Wie definieren Sie diesen Begriff?

Beim Employer Branding geht es darum, gezielt eine unterscheidbare, authentische Wahrnehmung eines Arbeitgebers zu schaffen, die letztendlich auch einen positiven Impact auf die Unternehmensmarke hat. Für uns ist es daher entscheidend, dass wir stets konform zu unseren Unternehmenswerten auftreten und kommunizieren. Da Glaubwürdigkeit beim Employer Branding das A und O ist, arbeiten wir außerdem in allen Unternehmensmaterialien ausschließlich mit Fotos unserer Mitarbeiter. Zudem stellen wir insbesondere in unseren Magazinen, aber auch auf unserer Facebook-Seite Projekte unserer Ingenieure, Informatiker oder Techniker vor und ermöglichen so einen Blick hinter die Kulissen Brunels. Employer Branding heißt für uns also: Authentische Kommunikation durch die Einbindung unserer Mitarbeiter.

Sie sprachen bereits die Unternehmenswerte an. Wie werden diese gelebt und kommuniziert?

Jeder Brunel Mitarbeiter lebt unsere Werte Operational Excellence, Reliability, Eagerness und Flexibility in seiner täglichen Arbeit. Das gilt nicht nur für die Marketing- oder HR-Abteilung, sondern für das gesamte Unternehmen.

Zudem verfügen wir über diverse interne wie externe Marketing-Kanäle, die im Sinne einer integrierten Kommunikation alle „die gleiche Sprache sprechen“ und unsere Werte kommunizieren: unsere Website sowie die angesprochenen Social-Media-Kanäle, unsere Magazine und Pressearbeit sowie unsere Teilnahme an und Veranstaltung von Events. Ideal zu unseren Werten passen außerdem unsere Partnerschaften oder Kooperationen. Da bietet sich die FSG hervorragend an, denn ob FSG oder Brunel, bei uns ist Teamwork ein entscheidender Erfolgsfaktor. Das gleiche gilt auch für den Segel- und Rennsport, weshalb wir ein eigenes Team bei der vor kurzem beendeten Weltumsegelung Volvo Ocean Race ins Rennen geschickt haben und seit März 2018 den amtierenden DTM-Champion René Rast zu unseren Partnern zählen. Über diese Kooperationen und Sponsorings kreieren wir Erlebnisse, Bilder und Stories, die uns wiederrum helfen, unsere Werte verständlich und authentisch nach Außen und Innen zu transportieren.

Viele dieser Events sind da, um sich als Unternehmen bei Studenten zu präsentieren. Andersrum gefragt: Welche Empfehlung kann man jungen Menschen geben, sich dem Wunscharbeitgeber positiv zu präsentieren?

Genauso, wie wir als Arbeitgeber das Ziel verfolgen, uns authentisch zu präsentieren, möchten Unternehmen natürlich auch, dass die Studenten authentisch auftreten. Sie sollten ihr Können, ihre Erfahrungen und ihr Wissen klar benennen können. Sie sollten deutlich machen, warum sie nicht nur fachlich, sondern auch menschlich zum Unternehmen passen – Stichwort Unternehmenswerte – und warum ausgerechnet sie mit ihrem Wissen und ihrer Art Dinge umzusetzen ein Unternehmen bereichern können.


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