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MINT-Frühjahrsreport 2013 vorgestellt

Wie ist es um die Arbeitskräftelücke im MINT-Fachbereich bestellt? Welche Fortschritte lassen sich hinsichtlich der Lehre in MINT-Fächern an deutschen Hochschulen feststellen? Diesen und weiteren Fragen rund um das Thema MINT widmet sich der MINT-Frühjahrsreport 2013, der nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und trotz positiver Entwicklungen erneut mit alarmierenden Zahlen aufwartet.

Ob Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik – Etwa 123.000 Arbeitskräfte fehlen der deutschen Wirtschaft derzeit in den sogenannten MINT-Fachbereichen. Zur Verdeutlichung: 123.000, das entspricht in etwa der Einwohnerzahl einer Stadt wie Wolfsburg. Doch trotz der nach wie vor kritischen Zahlen zeigen sich auch positive Tendenzen in Sachen MINT.

Wie das aktuelle Reporting zeigt, dürfte aufgrund des Anstiegs der Studierendenzahlen zumindest der Fachkräftemangel bei den Akademikern mittelfristig in den Griff zu bekommen sein. So stellt auch Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, das den MINT-Report 2013 erstellt hat, fest: »Bei der Arbeitskräftesicherung von MINT-Akademikern gab es in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte. Gelingt es, die Potenziale von Älteren und Zuwanderern weiterhin zu aktivieren und die jüngsten Erfolge bei den Studienanfängerzahlen zu verstetigen, so dürften die Engpässe bis zum Jahr 2020 beherrschbar sein.«

Deutlicher Steigerungsbedarf besteht hingegen nach wie vor im Sektor der beruflich qualifizierten MINT-Kräfte. Hier drohen Engpässe, die sich zunehmend zur Wachstumsbremse entwickeln. Noch gehen deutlich mehr Fachkräfte in Rente, als aus dem System der beruflichen Bildung nachrücken können. Entsprechend betont auch Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative ›MINT – Zukunft schaffen‹: »Wir brauchen im MINT-Bereich sowohl Akademiker als auch beruflich Qualifizierte. Wir dürfen verschiedene Engpässe beim Fachkräftenachwuchs nicht gegeneinander ausspielen. Fast 1,5 Millionen junge Menschen ohne Berufsausbildung sowie 270.000 im Übergangssystem sind ein Potenzial, das wir heben müssen. Schon in den Schulen ist ein fundierter technischer und mathematischer Unterricht nötig, um junge Menschen später beispielsweise zu guten Mechatronikern oder Chemiefachkräften ausbilden zu können.«

Die Notwendigkeit, diesen Bestand zu aktivieren, sieht auch Oliver Zander, Hautgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, verweist aber bereits auf einen Lösungsansatz der Branche: »Auch wenn durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine Aktivierung Älterer zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden, reicht das noch nicht. Auch deshalb hat die Metall- und Elektroindustrie im vergangenen Sommer einen Tarifvertrag zur Förderung von leistungsschwächeren Jugendlichen abgeschlossen und will auf diesem Weg noch weitere Potenziale erschließen.«

Weitere Lösungsansätze, die aktuellsten Zahlen zum Thema und der MINT-Report 2013 finden sich hier.

Der MINT-Report wird zweimal jährlich durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative ›MINT Zukunft schaffen‹. 


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