MINT-Tag im deutschen Museum

MINT-Tag im Deutschen Museum

Beim MINT-Tag wurde nicht nur Zukunft thematisiert, sondern sie wurde auch aufgezeigt

Es tut sich was – aber da geht immer noch mehr. Das muss es auch, denn derzeit gibt es 117.400 zu besetzende Stellen im MINT-Bereich. Doch wie kann hier entgegengesteuert werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der dritte MINT-Tag, der am 13. April im Deutschen Museum in München stattfand. Der Aktionstag der Initiative ›MINT Zukunft schaffen‹ hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Schülern und Studenten anhand von Best-Practice-Beispielen aufzuzeigen, wie die Deutsche Talentschmiede funktioniert. Denn ohne ausreichend Nachwuchs in mathematischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Fächern kann die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren dem internationalen Vergleich nicht standhalten. MINT-Botschafter in Form von Unternehmen, Wissenschaftlern und Erfindern informieren über MINT und fördern die Nachwuchskräfte mit unterschiedlichen Programmen.

Microsoft hat zum Beispiel den Ideenwettbewerb ›Image Cup‹ ausgerichtet, der gezielt junge IT-Talente und den Umgang mit neuesten Technologien fördert. In München wurden die Sieger prämiert. Vier Studenten der TU Dresden belegten mit ihrem Projekt ›majisolution‹ den ersten Platz in der Kategorie ›Software Design‹. Die Gruppe hat ein Programm entwickelt, das mittels effizientem Datenmanagement und geeigneter Visualisierung eine bessere und wirtschaftlichere Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern ermöglicht. In der Kategorie ›Embedded Development‹ machte ein Team der Dualen Hochschule Baden-Württemberg das Rennen: Ihr Projekt ›JOFNET‹ vereinfacht die Prozesse der Jobvermittlung zwischen Tagelöhnern und Arbeitgebern in Entwicklungsländern. Für die Gewinner geht es nun weiter nach New York, wo sie Deutschland im internationalen Finale des Wettbewerbs von Microsoft vertreten.

Weiter stellten Schüler im Programmpunkt ›Talentschmiede Schule‹ ihre Projekte vor. Unter anderem präsentierte der Landessieger Bayern 2011 ›Pro Pulsion‹ des Wettbewerbs ›Formel 1 in der Schule‹ den von ihnen entwickelten und gefertigen Formel-1-Siegerrennwagen. Das Team, bestehend aus fünf Schülern des Gymnasiums Münchberg, stellt sich bei der ›F1 in Schools‹-Weltmeisterschaft, die jährlich im Vorfeld eines Formel-1-Grand-Prix stattfindet. Bei weiterem Engagement kommen die Schüler dorthin, wo Philipp Spangenberg heute ist. Der mehrfache ›Jugend forscht‹-Teilnehmer gab im Programmpunkt ›Talentschmiede Hochschule‹ Einblick in seine Karriere: Maschinenbauer, Informatiker und erfolgreicher Firmengründer. Die engagierten Teilnehmer des MINT-Tages verdeutlichten, dass Spaß an Mathe, Chemie und Co. keine leere Phrase ist. Aber was muss passieren, damit mehr Nachwuchskräfte von morgen ein Mathestudium oder eine technische Ausbildung ergreifen?

Die Podiumsdiskussion, an der Prof. Dr. David-Samuel di Fuccia, Mitglied des Vorstandes im Deutschen Philologenverband, Prof. Dr. Axel Plünnecke, Bereich Bildung und Arbeitsmarkt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Wolfgang Gläntz, Manager Application Engineering New Business bei der SKF GmbH, Renate Will, Mitglied des bayerischen Landtags, bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, Anne Kinscher, Sprecherin des VDE YoungNET und Georg Grabner, Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, teilnahmen, versucht, in einer circa einstündigen Runde, Antworten auf diese Frage zu finden. Die Quintessenz, und darin waren sich alle einig, lautete: Es braucht mehr Aktionen, Förderungen und Motivationen! Wer keiner zusätzlichen Motivation bedarf waren die Gewinner des audimax-Kurzgeschichten- Wettbewerbs ›Überirdisch‹. Carla Heinzel gewann mit ihrer Geschichte ›Josephine‹ den ersten Preis, in der Josephine eine Krankenschwester der anderen Art verkörpert.

Einen chemischen Bezug wählte Janine Jargow, die mit ›Vielleicht überirdisch‹ den zweiten Platz belegte. Sozialkritisch und zukunftsblickend: ›Die gegenwärtige Situation des R. Swoboda‹, womit Clio Alyssa Voß den dritten Platz machte. Den Sonderpreis gewann Peter Janicki, der mit seiner Kurzgeschichte ›Albaner Text mit fliegen und so‹ einen MINT-Bezug auf besondere Weise traf. Neugierig? ›Überirdisch‹ gibt’s bald zu kaufen.


Anzeige

Anzeige