Maschinenbau: Studium

Industrie 4.0 verändert die Berufsbilder für Ingenieure im Maschinen- und Anlagenbau. Und die Skills, die Bewerber brauchen

Maschinenbau studieren? Gute Idee!

Energieeffizienz, Kostenanalysen oder Serienentwicklung: Ein Maschinenbau-Studium bietet viele Möglichkeiten

Bei manchen Namen klingelt es sofort: Thomas Edison war der mit der Glühbirne und der Bunsenbrenner hat seinen Namen Robert Bunsen zu verdanken. Manche Namen allerdings sagen nur wenigen etwas. Johann von Zimmermann mag einer von diesen mehr oder weniger Unbekannten sein. Was er 1848 in Chemnitz begann und bereits vier Jahre später rund 50 Menschen Arbeit gab, entwickelte sich zu einer Branche, in der 2010 circa 1.016.000 Menschen tätig waren.

Während von Zimmermann auf den Bau von Dreh-, Hobel-, Bohr-, Stoß- und holzverarbeitende Maschinen spezialisiert war, weist der heutige Maschinenbau eine Bandbreite auf, die von Luft- und Raumfahrt über Werkstoffkunde bis hin zu verfahrenstechnischen Anwendungen reicht.

Grund für das Maschinenbaustudium: Neugier

So vielfältig sich dieser Berufszweig gestaltet, so unterschiedlich sind auch die Gründe, weshalb Menschen Maschinenbau studieren. Bei Alexandra Hohl fiel die Entscheidung hauptsächlich aus Neugier:

»Mathe, Physik und Co. haben mir in der Schule zwar sehr viel Spaß gemacht, ausschlaggebend war schlussendlich das Interesse daran, herauszufinden, was hinter der Technik im Detail steckt«, sagt die 28-jährige Projektmanagerin Carbon & Energy Services, die bei TÜV Rheinland tätig ist.

Hohl wollte Antworten auf Fragen wie:

  • ›Welche Produktionsschritte und -verfahren sind für die Herstellung von Überraschungseiern nötig?‹

  • ›Welche Art von Getriebe ist im Auto und wie lässt es sich konstruieren, damit es auch wirklich hält?‹

Um die richtigen Antworten zu finden, entschied sie sich für das Maschinenbau-Studium an der RWTH Aachen und machte ergänzend dazu noch einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften. Auf die Frage, ob sie ihr Studium ausreichend auf ihren Berufseinstieg vorbereitet hat, erklärt Hohl, dass es ihr hilfreiches technisches Basiswissen vermittelt habe: »Dieses hat es mir erleichtert, mich schnell in die verschiedenen Themenbereiche einzuarbeiten.« Damit spricht sie auch das – sehr spezielle – firmen- und jobbezogene Wissen an, welches sich Einsteiger erst noch aneignen müssen. »Aber diese Mischung macht es interessant – ich finde es beruhigend zu wissen, dass man immer weiterlernt«, sagt die Projektmanagerin, die im Bereich Energieeffizienz- und Energiemanagementberatung sowie im Themengebiet Carbon Footprinting tätig ist. Alleine diese Kombination sorge für Abwechslung, wobei noch Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen hinzukommen, erklärt Hohl: »Energieeffizienzberatung bei einem Getränkehersteller oder die Ermittlung der CO2-Emissionen für einen Papierfabrikanten – mein Job garantiert immer wieder interessante Einblicke in andere Bereiche.« Hohl begleitet Projekte meist von Anfang bis Ende: »Eine Woche ist dadurch immer ein Mix aus Vertriebsgesprächen, Angebotserstellung, Bearbeitung bestehender Projekte, Vor-Ort-Terminen beim Kunden, Berichterstellung und Abrechnung.« Ihr aktuelles Projekt ist gleichzeitig auch das spannendste: Die Berechnung eines Product Carbon Footprint für einen Papierhersteller, der über mehrere Werke und Fertigungsschritte hinweg aus Papier Wellpappe herstellt. »Neben den komplexen Produktions- und Unternehmensstrukturen kam in diesem Fall hinzu, dass noch keine anerkannte Berechnungsmethodik für die CO2-Emissionen dieses Produkts existierte. Diese habe ich im Verlauf des Projekts mit unseren Kunden gemeinsam entwickelt und als Standard vor kurzem veröffentlicht«, erklärt Hohl und zeigt mit ihrem Job eine Facette von Maschinenbau-Ingenieuren – Franz Bader zeigt eine weitere.

Nach dem Studium zu ZF Friedrichshafen

Bader ist ebenfalls Maschinenbau-Ingenieur. Der 26-Jährige arbeitet beim Automobilzulieferkonzern ZF Friedrichshafen und ist momentan damit beschäftigt, Kostenanalysen von Vorrichtungen, Ersatzteilen und Werkzeugen für das neue Getriebewerk im amerikanischen Gray Court zu erstellen, Verhandlungen mit potenziellen Lieferanten im In- und Ausland zu führen und eine Lieferantenkonferenz vorzubereiten, bei der die Preise verglichen und verhandelt werden sowie ein Lieferantenstamm festgelegt wird:

»Das war das zweite Projekt des Traineeprogramms in der Lieferantenentwicklung«, sagt Bader und führt weiter aus, dass dieses Projekt von einer Vielzahl von Lieferantenprojekten sowie verschiedener Projekte für die Materialwissenschaft geprägt sei, dank derer er einen Gesamtüberblick von diesem Arbeitsfeld bekommen habe. Der 26-Jährige hat sich nach seinem Masterstudium für das internationale Post-Graduate-Traineeprogramm entschieden.

Studium: gute Vorbereitung auf das Arbeitsleben

Das Studium beschreibt er als eine breite Basis, auf die sich aufbauen lasse: »Ich wurde sehr gut auf das Arbeitsleben vorbereitet, was sich dadurch zeigt, dass ich allen Aufgaben, die mir gestellt wurden, gewachsen war«, sagt Bader, der sich aber Hohl anschließt, indem er hinzufügt, dass dies nicht bedeute, er kenne bereits alle Prozesse des Unternehmens. Die diversen Projekte des Traineeprogramms wie Serienentwicklung oder Einkauf hätten ihm aber dabei geholfen, mehrere Unternehmensbereiche und die dort üblichen Prozesse kennenzulernen.

Der Name des Programms sagt es bereits: Internationalität spielt eine sehr große Rolle. Dementsprechend musste Bader neben sehr guten Deutsch- und Englischkenntnissen relevante Praktika und Auslandssemester oder -praktika vorweisen. »Außerdem spielt neben selbstbewusstem Auftreten, Aufgeschlossenheit und Authentizität vor allem die Vielfalt der Person eine sehr wichtige Rolle«, führt er weiter aus. So vielfältig die Persönlichkeit ist, so abwechslungsreich präsentiert sich auch sein Traineeprogramm, welches wiederum neue Wege öffnet und Raum für weitere berufliche Wünsche bietet. Hätte Bader die Wahl, welche Maschine noch gebaut, konstruiert oder verbessert werden müsste, fallen ihm spontan die Regenerativen Energien ein: »Vor allem müsste im Bereich der  Photovoltaik und der Wasserstoffantriebstechnik verstärkt geforscht werden.« Alexandra Hohl von TÜV würde, wenn sie könnte, eine Maschine entwickeln, die sie unkompliziert und schnell von einem Ort zum anderen beamen könne: »Und das am besten so CO2-freundlich wie möglich.«

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