Foto: Brooke Cagle/Unsplash

Firmenevents: Die persönlichen Karrieremessen

Wer ins Gespräch kommen will, muss keine Kontaktmessen besuchen – manche Unternehmen veranstalten eigene Events

Abgebrüht wie ihr seid, habt ihr Studis natürlich alles schon gehört. Von den Chancen etwa, auf Firmenkontaktmessen den künftigen Arbeitgeber kennenzulernen. Von der Möglichkeit, sich umzusehen und umzuhören, Infos zu sammeln und schließlich in einem ungezwungenen Plausch bei Personalern einen solch bleibenden Eindruck zu hinterlassen, dass sie gar nicht anders können, als euch hernach mit Handkuss und Hochachtungsknicks einzustellen. Klar, ihr wisst es. Unklar aber ist doch: Welches Karriereevent soll es sein? Das große im Messezentrum oder lieber das intim-familiäre einer engagierten Studenteninitiative? Das wisst ihr nicht unbedingt – oder allenfalls im Nachgang, dann, wenn ihr die Events schon besucht habt. Bemerkenswert dabei: Nicht nur Bewerber grübeln darüber, wie sie zu ihrem Wunschunternehmen kommen. Auch Unternehmen wollen sich präsentieren, als wahlweise kosmopolitische, trendige oder sonstwie besondere Arbeitgeber in den Gedächtnissen der Experten von morgen hängenbleiben. Manche Messe klappern sie auf der Suche nach solchen Talenten ab – oder sie veranstalten gleich ihre eigenen Events.

Firmenevent von Bertelsmann: Create your own Career

Beispiel Bertelsmann: Unter der Dachmarke ›Create your own Career‹ (CYOC) präsentiert sich der internationale Medienkonzern seit 2008 auf dem Arbeitgebermarkt. Insbesondere medienaffine Wirtschaftswissenschaftler stünden im Fokus der Kampagne, erklärt der verantwortliche Manager Nico Rose. Natürlich würden Bertelsmann und die verschiedenen Tochterunternehmen wie Arvato auch auf Kontaktmessen Präsenz zeigen, aber nicht nur.

›Talent meets Bertelsmann‹ (TMB) heißt das ›Flagship-Event‹, das im Rahmen der Marketingkampagne viel mehr sein soll als eine bloße Rekrutierungsveranstaltung. »Wir legen sehr viel Wert darauf, dass TMB ein Netzwerk- und Imageevent ist,« sagt Rose, »sein Erfolg bemisst sich für uns eher darin, wie über das Programm berichtet, wie es zum Beispiel in sozialen Netzwerken verbreitet wird. Diese Abstrahleffekte sind uns wichtiger als der unmittelbare Rekrutierungserfolg.«

Es gehe darum, Bertelsmann mit all seinen Unternehmensbereichen zu erklären und als attraktiven Arbeitgeber ins Gespräch zu bringen. Bei den teilnehmenden Studierenden, 60 sind es pro Jahr, aber auch bei Freunden und Kommilitonen, denen hoffentlich begeisterte Teilnehmer von TMB erzählen. Zu berichten hätten sie von drei Tagen im Frühsommer, dem exklusiven Rahmen, einem Mix aus lockerem Beisammensein und Projektarbeit, die schon deshalb lohnt, weil Bertelsmann herausragendes Engagement und Ideenreichtum auszeichnet – mit einer Reise zum Hauptsitz von Penguin Random House in New York zum Beispiel.

Wenn die TMB-Alumni später mit leuchtenden Augen vom Event erzählen, dann vielleicht ja auch wegen der Party, die mit einem Konzert von Popgrößen à la Mando Diao noch einmal verdeutlicht, welche Medienprodukte zum Geschäft des »facettenreichen und deshalb nicht ganz einfach zu durchschauenden« (Rose) Bertelsmann-Konzerns gehören.


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