Syndikus, Verbandsjurist, Jurist in einer Stiftung: Der Vergleich

Juristen sind in Unternehmen, Verbänden und Stiftungen gefragt. Das sind die Unterschiede und das sollten Einsteiger für den Job mitbringen

Soziales: Juristen in Stiftungen: 

»Wir machen die Gesellschaft besser«

»Als Jurist in einer Stiftung kann ich etwas Positives gestalten: Eine Stiftung fördert Projekte, um die Gesellschaft besser zu machen. Wir gehören zu ›den Guten‹. Und wir haben Kontakt zu vielen spannenden Persönlichkeiten und genießen die Verschränkung von gesellschaftlichem Engagement und rechtlicher Beratung. Wir spüren die Verantwortung nicht nur für die rechtlich einwandfreie Abwicklung, sondern auch für den inhaltlichen Erfolg.« Dr. jur. Felix Streiter, LL.M., Leiter Bereich Wissenschaft der Stiftung Mercator

Diese Fachgebiete erwarten dich

In Deutschland gibt es mehr als 21.000 rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts. Die Themen sind entsprechend vielfältig: von Gemeinnützigkeitsrecht, zivil- und steuerrechtlichen Themen wie privates Stiftungsrecht, bis zu Arbeits- und Vertragsrecht sowie Spenden. Mitunter auch Bank- und Immobilienrecht: Alleine die deutschen Stiftungen bürgerlichen Rechts verfügen laut dem Bundesverband Deutscher Stiftungen über insgesamt rund 70 Milliarden Euro.

Das solltest du mitbringen

Breite juristische Grundkenntnisse und spezielle Kenntnisse im Stiftungs- und Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht sowie Steuerrecht. Du kannst komplizierte rechtliche Sachverhalte für Laien verständlich erklären? Prima, denn in Stiftungen hast du vor allem mit Nicht-Juristen zu tun. Und du solltest Spaß daran haben, Projekte so mitzuentwickeln, dass sie inhaltlich und rechtlich optimal funktionieren.

Wirtschaft: Juristen in Unternehmen 

»Ich vertrete die Interessen der Firma«

»Ich kenne auch das Kanzleileben, aber finde es jetzt als Syndikus viel spannender: Ich muss die Interessen meines Unternehmens im Auge behalten und bin aktiv in Verhandlungen eingebunden. Ich arbeite praxisnah und habe mit unterschiedlichsten Bereichen wie Marketing, Finanzen und Auslandsgesellschaften zu tun. Und dazu Work-Life-Balance.« Branislav Fiala, Deputy General Counsel bei der Unternehmensgruppe Theo Müller

Diese Fachgebiete erwarten dich

Um die Interessen deines Unternehmens zu vertreten, richten sich die Fachbereiche nach der jeweiligen Branche, in der dein Unternehmen tätig ist. Bei Lebensmittelherstellern wie der Unternehmensgruppe Theo Müller geht es beispielsweise um Gesellschaftsrecht, Öffentliches Recht, Immobilienrecht und Lizenzen.

Das solltest du mitbringen

Kaufmännisches Verständnis und fundierte Kenntnisse im Wirtschaftsrecht sind nützlich. Auch Kommunikationsstärke und Verhandlungsgeschick suchen die Personaler. Und du musst komplizierte, juristische Sachverhalte so knapp und verständlich formulieren können, dass auch die Kollegen aus Einkauf oder Produktion sie verstehen.

Gesellschaft: Juristen in Verbänden 

»Ich trete für unsere Mitglieder ein«

»Als Justiziar in einem Verband bin ich für die Mitglieder da. Ich habe also quasi 60.000 Mandanten. Lehrkräfte verdienen allerhöchste Achtung. Denn Bildung und Erziehung sind der Ast, auf dem die ganze gesellschaftliche Zukunft sitzt. Diesen Ast will ich mit meiner Arbeit im Verband stärken. Genau das macht die Arbeit in einem Verband aus: Man kann sich für ideelle Werte einsetzen.« Burkhard Englert, Justiziar und fachlicher Leiter der Rechtsabteilung beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband, BLLV

Welche Fachgebiete dich erwarten und was du dafür mitbringen solltest

Je nach Branche warten ganz unterschiedliche Rechtsgebiete auf dich. Rund 15.000 Verbände gibt es in Deutschland, dazu zählen auch Kammern, Innungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts. Wichtig: Du solltest voll hinter den Interessen des Verbandes stehen. Da du vor allem mit Mitgliedern zu tun hast, sind eine hohe Dienstleitungsmentalität und soziale Kompetenz gefordert, denn neben der professionellen, rechtlichen Beratung geht es auch um Mitgliederbindung.


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