Gute Arbeitgeber - worauf kommt es an?

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Was können Absolventen heute von potenziellen Arbeitgebern erwarten und welche Arbeitgeber erfüllen möglichst viele Wünsche der gefragten potenziellen Arbeitskräfte?

Der Generationenwandel nimmt immer mehr Gestalt an. Während sich Generation X zunehmend aus den Unternehmen verabschiedet, ist Generation Y fest etabliert – und Generation Y prescht vor. Aufgrund des Fachkräftemangels, der in vielen Unternehmen beklagt wird, haben gerade hochqualifizierte Studienabsolventen hohe Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dank Generationenwandel und Fachkräftemangel sind die Absolventen in der angenehmen Situation, dass sie nicht mehr wie ihre Vorgänger der Frage nachgehen müssen „Lieber Arbeitgeber, was kann ich für dich tun?“, sondern „Lieber Arbeitgeber, was kannst du mir bieten?“ Auch wenn die Frage hoch gegriffen scheint, so können sich sehr gute Absolventen durchaus nach dem für sie am besten passenden Arbeitgeber umsehen. Allerdings sollten sie bei ihren Bewerbungen auf einige Dinge achten.

Wichtige Merkmale

Eine GWA-Statistik zeigt, was Studierenden einer Umfrage zufolge bei ihrem potenziellen künftigen Arbeitgeber wichtig ist und worauf Studenten heute keinen hohen Wert legen. Beispielsweise wurden folgende Kriterien bewertet:

 

Sehr wichtig Unwichtig
Freundschaftliches / gutes Arbeitsklima (57 Prozent) Unternehmensgröße (34 Prozent)
Vereinbarkeit Beruf und Familie (48 Prozent) Internationale Entwicklungsmöglichkeit (9 Prozent)
Sicherer Arbeitsplatz (42 Prozent)Standort (5 Prozent)
Möglichkeit zur Weiterbildung (39 Prozent) Möglichkeit zur Weiterbildung (5 Prozent)
Karrierechancen (38 Prozent) Flexible Arbeitszeit (3 Prozent)

 

Bei der Gegenüberstellung zwischen sehr wichtigen und unwichtigen Faktoren, die die Wahl auf den neuen Arbeitgeber nach dem Studium beeinflussen, fällt direkt auf, dass die wichtigen Faktoren direkt höher bewertet wurden. In der vollständigen Statistik sind zwei weitere Untergliederungen enthalten. Je Faktor erfolgt eine weitere Differenzierung nach „wichtig“ und „weniger wichtig“. Bei den unwichtigen Faktoren tritt lediglich die Unternehmensgröße besonders hervor, die in der Umfrage mit 34 Prozent als unwichtig beantwortet wurde. Anders hingegen verhält es sich bei den wichtigen Faktoren:

  • Freundschaftliches / gutes Arbeitsklima: Ein freundschaftliches, gutes Arbeitsklima ist durch die Befragten am höchsten bewertet. Nicht zu Unrecht, denn wenn das Arbeitsklima stimmt sind die Motivation und Leistung höher, als wenn man ungern zur Arbeit geht.

  • Vereinbarkeit Beruf und Familie: Der Faktor Work-Life-Balance oder besser Life-Life-Balance ist den befragten Studenten an zweiter Stelle wichtig. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gestaltet sich in der heutigen Zeit schwierig. Durch Smartphone, Laptop und Handy ist man jederzeit erreichbar – theoretisch auch im Feierabend und im Urlaub. Um im Job leistungsfähig zu sein, ist es ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Familienleben besonders wichtig und sollte bei der Wahl des Arbeitgebers berücksichtigt werden.

  • Sicherer Arbeitsplatz: Für die Befragten steht der sichere Arbeitsplatz in der Rangfolge der Wichtigkeit weit oben. Gesetzliche Regelungen liefern in Deutschland bereits eine sehr gute Grundlage, um einen sicheren Arbeitsplatz – und damit ein sicheres Einkommen – herbeizuführen. Doch auch die Unternehmen selbst können vieles dazu beitragen. Beispielsweise ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag nach der erfolgreich bestandenen Probezeit ein verlockendes Mittel, das für den potenziell neuen Arbeitgeber sprechen kann.

  • Möglichkeit zur Weiterbildung: Die angebotenen Möglichkeiten für Weiterbildungsmaßnahmen durch den Arbeitgeber haben die Befragten ebenfalls als wichtig eingestuft. Bei der Wahl des Arbeitgebers stehen damit auch die Sozialleistungen im Vordergrund, die das Unternehmen seinen Mitarbeitern bietet. Der Wunsch nach Weiterbildungsmöglichkeiten kann unterschiedliche Gründe haben. Ein Grund ist der, dass sich mit zunehmender Qualifizierung und durch Aufbau von fachspezifischem Wissen auch die Karrierechancen im Unternehmen steigern lassen können.

  • Karrierechancen: Auch der Ausblick auf Karrierechancen rangiert bei Studierenden für die Wahl des für sie am geeignetsten Unternehmens weit oben. Trotz dem Wunsch eine Life-Life-Balance zu schaffen, soll die Karriere dennoch nicht zu kurz kommen. Nicht nur bei Männern, auch bei Frauen kommen häufig Beruf und Familie in der Wertigkeit auf ähnlicher Höhe. Die Wahl des künftigen Arbeitgebers in Sachen Karrierechancen können Studenten zum Beispiel durch angebotene Trainee-Programme oder bestehende Unternehmensstrukturen treffen.

Bekannte ausgezeichnete Arbeitgeber

Es ist kein Mythos – viele Unternehmen am Markt erfüllen die Wünsche der Studienabsolventen. Drei dieser Unternehmen werden hier kurz vorgestellt:

Internationale Großkonzerne/ -unternehmen:

  • Für Absolventen von IT-Studiengängen gilt Google als besonders attraktiver Arbeitgeber. Mit Hauptsitz in den USA ist Google, seit seiner Gründung 1998, heute weltweit vertreten. Damit können sich bei Google auch weitere Karrierechancen ergeben. Wem der Studienabschluss noch ein paar Semester weit entfernt ist, kann sich außerdem auf Studentenjobs oder Internships bewerben.

Internationales mittelständisches Unternehmen:  

  • Mit Sitz in Windach (bei München) ist DELO führender Hersteller für Industrieklebstoffe. Karrierechancen können durch Auslandseinsätze realisiert werden, da DELO Tochtergesellschaften in Singapur, China und den USA hat. Außerdem bietet DELO ein Trainee-Programm für Absolventen der Ingenieurwissenschaften an, auf das sich die Studierenden Bewerben können.

 

Was sollten Studenten noch bedenken?

Um sich für den idealen Arbeitgeber zu entscheiden spielen neben einem guten Arbeitsklima, Weiterbildungsangeboten oder Karrierechancen noch weitere Themen eine wichtige Rolle. Dabei kommt es auf die Soft-Skills – die individuellen Vorlieben und Wünsche der einzelnen Studierenden an. Wer beispielsweise ein kreativer Mensch ist, ist als purer Analytiker vermutlich fehl am Platz. Absolventen, die nicht gerne Verantwortung im Job übernehmen möchten, sollten beispielsweise keine Führungspositionen anstreben und wer kein technisches Verständnis hat, sollte sich besser in anderen Branchen und Tätigkeitsbereichen umsehen. Wichtig ist, dass sich der Absolvent nicht nur bei seinem neuen Arbeitgeber, sondern auch in seiner neuen Aufgabe wohl fühlt. Nur selten erfolgt ein Jobwechsel bereits nach wenigen Monaten, weshalb die Freude am Job umso wichtiger ist.

 

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Fazit

In Zeiten des Fachkräftemangels und Generationenwandels können hochqualifizierte Studienabsolventen auf dem internationalen Markt unter einer Vielzahl an hochrangigen Arbeitgebern und spannenden Jobs wählen. Einer Umfrage nach sind bei der Wahl des passenden Arbeitgebers Kriterien wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ein sicherer Arbeitsplatz oder Karrierechancen wichtige Aspekte, sich für den potenziell neuen Arbeitgeber zu entscheiden. Daneben sollten Studienabsolventen jedoch auch die eigenen Wünsche und Vorlieben wie Kreativität, Begeisterung für Technik oder Verantwortungsbewusstsein nicht aus den Augen verlieren.

Ein Beitrag von Gastautor Michael Mayer

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