Arbeitsmarkt 2015: Karriereperspektiven für Akademiker

Wenn das Studium sich dem Ende neigt, haben viele Studenten mit den unterschiedlichsten Gefühlen und Gedanken zu kämpfen. Da wären die Vorfreude auf den nächsten Lebensabschnitt, aber auch die Wehmut, dass das geliebte Studentenleben bald hinter einem liegen wird und ein bisschen Zukunftsangst mischt sich auch darunter.

Denn es gibt immer wieder Phasen, in denen sich Fragen aufdrängen wie:

  • ›Was soll ich beruflich machen?‹
  • ›Wofür bin ich qualifiziert‹
  • ›Werde ich überhaupt einen Job finden?‹
Arbeitsmarktreport 2015 (mauritius images/Ikon Images)

Arbeitsmarkt 2015: Keine Angst! Die Lage ist positiv!

Klar, diese Fragen können Angst machen, du solltest dich davon aber nicht verrückt machen lassen. Denn die aktuelle Lage für Akademiker auf dem Arbeitsmarkt ist insgesamt sehr positiv, so Susanne Meßmann, Referentin in der Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit, und auch die Aussichten für 2015 versprechen gute Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg junger Hochschulabsolventen.

Die Arbeitslosenquote unter den Akademikern sei mit 2,5 Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau – sowohl im historischen Vergleich als auch im Vergleich mit anderen Qualifikationsgruppen. Außerdem ist »die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen für Akademiker mit 140.000 nach wie vor hoch«, fügt die 35-Jährige hinzu.

Arbeitsmarkt 2015: Wer wird gesucht?

Besonders gefragt sein werden auch 2015 Wirtschaftswissenschaftler (darunter Betriebs- und Volkswirte, Logistiker und Vertriebsleute), Ingenieure und Akademiker aus den Fachrichtungen Sozialarbeit und -pädagogik, weiß Meßmann. Aber auch Informatiker, Bauingenieure und Architekten werden nach wie vor gesucht.

Der demografische Wandel und die in den letzten Jahren gute konjunkturelle Entwicklung in Deutschland haben den Blick verstärkt auf die Fachkräftesituation gelenkt. Ein flächendeckender Fachkräftemangel zeigt sich nach Analysen der Bundesagentur für Arbeit aktuell jedoch nicht. Allerdings ist festzustellen, dass es Engpässe in einzelnen technischen Berufsfeldern sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen gibt. Bei Ärzten wird nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit jeder Vierte in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen.

MINT-Fächer: Der Bedarf an Akademikern ist riesig!

Besonders hoch ist außerdem die Nachfrage in den Fachrichtungen, für die sich vergleichsweise wenige Studenten einschreiben, jedoch ein hoher Bedarf vorhanden ist: die MINT-Fächer, fügt Nadja Gruber, Referentin Personalmarketing & Programme bei der Allianz Deutschland AG hinzu. Als Versicherer ist die Allianz kontinuierlich auf der Suche nach Wirtschaftswissenschaftlern, Juristen und Mathematikern. Matheabsolventen können beispielsweise im Aktuariat der Produktentwicklung oder im Risikomanagement arbeiten.

Außerdem haben IT-Absolventen sehr gute Chancen, gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Versicherungsbranche. Was viele nicht wissen, Versicherer suchen auch Ingenieure, »die zum Beispiel technische Risiken verschiedenster Art in der Funktion eines Underwriters bewerten«, erklärt die 29-Jährige.

Arbeitsmarkt 2015: Frühzeitig nach Stellen suchen

Das heißt natürlich nicht, dass Absolventen aus anderen Fachbereichen keine Aussichten auf eine Anstellung haben, aber vielleicht müssen diese sich auf eine intensivere Suche einstellen, um den passenden Arbeitgeber zu finden.

Deshalb rät Meßmann, frühzeitig nach geeigneten Stellen Ausschau zu halten sowie Jobbörsen und Absolventenmessen zu besuchen.

»Grundsätzlich gilt dabei: je weniger berufsbezogen der Studiengang, desto früher sollte man mit der Jobsuche beginnen«, ergänzt Meßmann.

Und natürlich sind Praktika, Werkstudententätigkeit und praxisbezogene Abschlussarbeiten eine gute Möglichkeit bereits Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen. Absolventen sollten sich hierbei bewusst sein, dass nach wie vor das ›Gesamtpaket‹ entscheidend ist, betont Gruber.

Neben Absolventen bestimmter Fachrichtungen sucht die Allianz Deutschland AG auch qualifizierte Nachwuchskräfte, die das Talent haben, in Führungspositionen aufzusteigen, »hier spielen neben der Studienrichtung vor allem die passende Persönlichkeit und ausgeprägte Soft Skills eine große Rolle«, betont Gruber. 

Arbeitsmarkt 2015: Verkauf dich nicht unter Wert!

Aus Angst keine adäquate Anstellung zu finden, sollten Absolventen aber nicht den Fehler begehen, sich ›unter Wert zu verkaufen‹, warnt Dr. Christina Boll, Forschungsdirektorin und Leiterin des Themenfeldes Arbeitsmarkt, Bildung und Familie am Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI).

In den letzten Jahren waren bis zu 17 Prozent der Akademiker zweifach vertikal überqualifiziert, das heißt, sowohl nach eigener Einschätzung als auch gemessen am Bildungsdurchschnitt in der beruflichen Vergleichsgruppe, so die 46-Jährige.

»Da Überqualifikation hohe Beharrungskräfte im weiteren Erwerbsverlauf aufweist, ist es wichtig, die Weichen für eine bildungsadäquate Beschäftigung möglichst frühzeitig zu stellen«, fügt Boll hinzu.

Arbeitgeber wie die Allianz Deutschland AG erkennen aber auch Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt von Seiten der Bewerber:

Diese erwarten unkomplizierte Bewerbungsverfahren, genaue Einblicke und interessieren sich für die Werte, für die ein Unternehmen steht, so Nadja Gruber. Die Generation der künftigen Bewerber gilt als leistungsbereit und möchte sich weiterentwickeln, fordert aber auch Raum für Freizeit und Flexibilität, um individuellen Ansprüchen gerecht zu werden.

»Dieser Wertewandel beschäftigt auch uns als Arbeitgeber«, fügt die 29-Jährige hinzu. Die Allianz Deutschland AG reagiert darauf mit einem Maßnahmenkatalog, der beispielsweise Weiterbildungsmaßnahmen, flexible Arbeitszeiten und Gesundheitsthemen umfasst.

Außerdem bietet die Allianz den Bewerbern zum Beispiel durch ihre Aktivitäten auf den Social Media-Kanälen oder Mitarbeitervideos Einblicke ins Unternehmen. Schließlich müssen sich nicht nur die Bewerber an die Arbeitsmarktsituation anpassen, auch Arbeitgeber müssen im Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte auf deren Wünsche eingehen.

Mit diesen Prognosen für den Arbeitsmarkt 2015 kannst du optimistisch auf Stellensuche gehen und mit etwas Biss bekommst auch du deinen Wunschjob. Viel Erfolg!

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Text: Eva Ixmeier

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20 Prozent der Akademiker zwischen 25 und 29 Jahren haben ihren Berufseinstieg mit einem Praktikum begonnen. 54 Prozent dieser Gruppe hatten von Beginn an eine reguläre Anstellung.

Quelle: univativ

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