Schreibtisch mit Mac
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Das Zwischenzeugnis anfordern – alles zu deinem Anspruch und dem richtigen Inhalt

Hast du vor, dich intern auf eine andere Stelle zu bewerben, wechselt der Teamleiter mit dem du jahrelang gut zusammengearbeitet hast oder möchtest du einfach eine Leistungsbeurteilung – dann ist es Zeit, ein Zwischenzeugnis anzufordern. Was ein qualitatives Zwischenzeugnis ausmacht, haben wir für dich zusammengefasst.

Zwischenzeugnis: Gründe, warum du es anforderst

Im Gegensatz zu einem Arbeitszeugnis ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, dir ein Zwischenzeugnis auszustellen, außer es liegt ein berechtigtes Interesse vor. Diese Interessen könnten sein, dass sich im Unternehmen wesentliches verändert – wie etwa eine anstehende Kündigung, eine Versetzung oder wesentliche Änderungen deiner Aufgaben. Das Interesse besteht auch, wenn du nach einem Praktikum fest im Unternehmen anfängst, hier bietet es sich an, eine schriftliche Bewertung deiner Leistungen im Praktikum einzuholen. Ein guter Grund ist das Argument, sich betriebsintern mit neuen Aufgaben befassen zu wollen, dies ist nicht verwerflich und das Vertrauensverhältnis zwischen dir und deinem ›noch‹-Chef wird nicht gestört.

Ein neuer Chef kommt: Hast du dich mit deinem alten Chef blendend verstanden und bist dir unsicher, ob das Verhältnis zu dem Neuen genauso wird? Dann lasse dir ein Zwischenzeugnis ausstellen, um sicher zu gehen, dass deine Leistungen der vergangenen Jahre nicht verloren gehen.

Du wirst befördert: Juhu! Das Schuften der letzten Jahre findet endlich Anerkennung, du wirst befördert – lasse dir ein Zwischenzeugnis ausstellen, um einen schönen Nachweis über deine bisherige Erfahrung zu haben.

Interner Jobwechsel: Wechselst du den Job firmenintern besteht ein Anspruch auf ein Zwischenzeugnis. Dies hat zwei Gründe: 1. Übernimmst du in der neuen Position andere Aufgaben, es läuft aber nicht so gut wie geplant, hast du für die Zeit vor der Versetzung eine angemessene Einschätzung. 2. Lässt du dir von deinem neuen Teamleiter ein Arbeitszeugnis ausstellen, kann er, wenn vorhanden, nicht ohne guten Grund von dem Urteil deines Zwischenzeugnisses abweichen.

Lange keine Beurteilung: Bist du schon seit mehreren Jahren in einem Unternehmen beschäftigt, hast in dieser Zeit jedoch nie ein Feedback zu deiner Arbeit erhalten, hast du ein Anrecht auf ein Zwischenzeugnis. Denn ohne regelmäßige Beurteilung lässt sich am Ende deines Beschäftigungsverhältnisses kein korrektes Arbeitszeugnis erstellen.

Auszeit: Gehst du in Elternzeit oder denkst über ein Sabbatical nach, begibst du dich jobtechnisch in einen Pausemodus. So zumindest die Theorie – leider bleibt es manchmal nicht dabei, weil die Weiterbeschäftigung nach deiner Auszeit nicht gesichert ist oder du in einer anderen Position zurückkommst. Fordere rechtzeitig ein Zwischenzeugnis an.

Weiterbildung: Weiterbilden ist immer förderlich – und Anlass genug, ein Zwischenzeugnis anzufordern. Zumal dies in vielen Fortbildungsstätten vorausgesetzt wird.

Betriebsübergang: Ist der Übergang deines Betriebs angekündigt und ein Wechsel der Personalabteilung steht bevor, solltest du dir ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen. Es ist nicht gesagt, dass die neue Leitung deine Leistungen ebenso gut einschätzen kann, wie die Menschen, mit denen du seit Jahren im Unternehmen zusammengearbeitet hast.

Wechsel des Arbeitgebers: Hast du tatsächlich vor, dein Unternehmen komplett zu verlassen, kannst du dir für die Bewerbung ein Zwischenzeugnis anfertigen lassen. Möchtest du nicht, dass dein Unternehmen von deinen Plänen erfährt, dann gib Referenzen an.

Zwischenzeugnis: Der richtige Moment

Wie immer im Leben sollte man bei der Frage nach dem Zwischenzeugnis den richtigen Moment abpassen. Für deinen Chef signalisiert die Frage danach automatisch, dass er dich bald als Mitarbeiter verlieren wird. Gehe ins persönliche Gespräch und frage ihn ganz offen danach. Es kann passieren, dass er dich nach dem Gespräch etwas genauer unter die Lupe nimmt: Gib ihm also keinen Grund zu zweifeln und arbeite wie immer, motiviert und mit vollem Einsatz.

Achte auch darauf, dass du ein ›qualifiziertes‹ Zwischenzeugnis anforderst, sonst kann es passieren, dass du eine einfache schriftliche Rückmeldung erhältst, die wenig Aussagekraft über deine Leistung besitzt.

Zwischenzeugnis: Inhalt

Der Inhalt eines Zwischenzeugnisses unterscheidet sich sprachlich nicht vom Arbeitszeugnis. Zunächst kommt dein Name, Angaben zum Unternehmen, gefolgt von einer Nennung des Beschäftigungszeitraumes. Dann wird deine Tätigkeitsbeschreibung und die Leistungsbeurteilung gelistet. Deine Sozialleistungen gegenüber Vorgesetzten und Kollegen kommen genauso hinein, wie die standardisierte Schlussformel und eventuelle Zukunftswünsche. Ganz wichtig: Die Unterschrift von deinem Chef!

Achte darauf, dass deine Aufgabenbeschreibung nicht nur die letzten Monate umfasst, sondern alle wesentlichen Tätigkeiten deiner Beschäftigungsdauer. Nur so ist dein Zwischenzeugnis aussagekräftig und umfangreich.

Zwischenzeugnis vs. Arbeitszeugnis

Prinzipiell unterscheidet sich das Zwischenzeugnis nur in einem Aspekt von einem Arbeitszeugnis: Es kann jederzeit angefordert werden, das Arbeitszeugnis hingegen nur bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Inhaltlich gleichen sie sich, das Zwischenzeugnis muss deutlich als solches gekennzeichnet werden.


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