Mädchen hält sich Augen zu
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Die perfekte Blindbewerbung

Du weißt genau, was du willst, aber die passende Stellenanzeige fehlt? Versuch’s mit einer Blindbewerbung – oder besser gleich mehreren. Quantität statt Qualität. Von uns erfährst du, wie das klappt.

Blindbewerbung – Was ist das?

Normalerweise bewirbst du dich auf Stellenanzeigen. Hier kannst du dir sicher sein, dass du die Möglichkeit hast eine Stelle zu bekommen. Der Nachteil: Alle anderen wissen das auch. Du bist nicht der einzige, der sich auf diese Stelle bewirbt und musst mit Konkurrenz rechnen.

Sich ›blind‹ zu bewerben bedeutet, massenhaft die gleichen Bewerbungsunterlagen zu versenden, ohne über eine Stellenanzeige dazu aufgefordert zu werden. Bei einer Blindbewerbung weißt du nicht, ob das Unternehmen überhaupt Mitarbeiter sucht oder offene Stellen zu besetzen hat.

Blindbewerbung – Unterschiede zur Initiativbewerbung

Fälschlicherweise werden ›Blindbewerbung‹ und ›Initiativbewerbung‹ oft synonym verwendet. Der größte Unterschied zwischen ihnen ist der Rechercheaufwand.

Bei einer Initiativbewerbung hast du viel Zeit investiert und einen konkreten Ansprechpartner – beispielsweise durch einen Anruf – und deinen Bezug zum Unternehmen recherchiert. Dein Anschreiben passt du individuell auf das Unternehmen an. In der Regel packst du jetzt eine vollständige Bewerbungsmappe in den Umschlag.

Bei einer Blindbewerbung handelt es sich um eine Kurzbewerbung. Die Unterlagen umfassen nur das Anschreiben und den Lebenslauf und sie passen in einen DIN lang Umschlag. Damit kannst du Kosten sparen. Zusätzlich sparst du Zeit mit dem geringeren Rechercheaufwand. Du nimmst keinen Kontakt zum Unternehmen auf, richtest dein Anschreiben an keinen bestimmten Ansprechpartner und passt das Schreiben nur minimal an das Unternehmen an. Pass auf, dass sich dein potentieller Arbeitgeber nicht als einer unter vielen fühlt. Wichtig ist, jetzt den Fokus auf dich und deine Fähigkeiten zu legen – und auf keinen Fall abgenutzte Floskeln und Mustersätze verwenden!

Blindbewerbung – wie funktioniert das?

Dein Bewerbungsschreiben muss auch bei einer Blindbewerbung vollständig sein. Du startest mit dem Briefkopf. Zuerst kommt der Absender – deine Kontaktdaten. Der Empfänger wird für jede Bewerbung angepasst. Nach aktuellem Datum folgt die Betreffzeile.

Diese sollte auch bei einer Blindbewerbung aussagekräftig sein und es dem Empfänger ermöglichen, deine Bewerbung schnell einsortieren zu können. ›Bewerbung als Mitarbeiter in Ihrer Firma‹ ist also tabu. Deine Ausbildung oder die Abteilung, für die du geeignet bist, müssen sofort erkennbar sein. Versuche es lieber auf diese Art: ›Bewerbung als Mitarbeiter im Bereich Marketing‹. In der Zeile darunter finden Anrede und Ansprechpartner Platz. Da dieser bei einer Blindbewerbung unbekannt ist, bleibt die Anrede allgemein – ›Sehr geehrte Damen und Herren‹.

Der wichtigste Teil deiner Blindbewerbung ist das Anschreiben. Dieses soll Interesse wecken. Lass alle Floskeln weg und konzentriere dich auf das Wesentliche. Beginne mit deinen Qualifikationen, Erfahrungen oder deinen größten Stärken.

Auch bei einer Blindbewerbung verabschiedest du dich mit einem Gruß und unterschreibst dein Anschreiben – falls du deine Unterlagen per Post versendest – handschriftlich. Am Ende dieser ersten Seite kannst du optional ein Postskriptum einfügen. Abschließend weißt du auf Anlagen hin.

Zusammen mit deinem Lebenslauf wäre deine Blindbewerbung komplett. Es bietet sich jedoch an, eine ›Dritte Seite‹ beizulegen. Auf dieser stellst du – bezogen auf deine Wunschposition – deine Motivation, deine praktischen Erfahrungen und Leistungen dar.

Für deine Blindbewerbung kann sich auch ein Bewerbungsflyer eignen. Die wichtigsten Informationen zu deiner Person sind optisch ansprechend dargestellt. Das Interesse des Personalers weckst du mit dem ungewöhnlichen Format garantiert. Egal in welcher Form: Versende deine Unterlagen an jedes Unternehmen nur einmal. Ansonsten wirkst du aufdringlich.

Hat eine Blindbewerbung Erfolg?

Generell gilt: Du sollst deine Bewerbungsunterlagen so aufbereiten, dass beim Personaler Neugierde geweckt wird. Gib also nur die notwendigen Informationen an. Versuche so, die Firma dazu zu bringen, dich zu kontaktieren und weitere Bewerbungsunterlagen von dir zu erfragen. Das Angebot, eine vollständige Bewerbungsmappe nachzureichen, darf dafür auf keinen Fall fehlen.

Blindbewerbung – das musst du beachten:

  • Eine Blindbewerbung eignet sich besonders dann, wenn du in einem bestimmten Unternehmen arbeiten möchtest, aktuell keine Stelle ausgeschrieben ist und du keinen konkreten Ansprechpartner recherchieren konntest.
  • Nutze deine Blindbewerbung für befristete Jobs oder Stellen, die weniger qualifizierte Tätigkeiten umfassen. Beispielsweise: Nebenjobs, Aushilfsjobs, Praktika und Ferienjobs.
  • Für Bewerbungen auf Führungspositionen sind Blindbewerbungen nicht geeignet.
  • Die meisten Personaler bevorzugen Bewerbungen, die individuell auf die Firma zugeschnitten sind. Deshalb sollte eine Blindbewerbung nicht deine erste Wahl sein.
  • Warte den perfekten Zeitpunkt für deine Blindbewerbung ab. Die Urlaubszeiten solltest du vermeiden. Versende deine Bewerbungen am besten sechs Wochen vor Quartalsende. Jetzt gehen beim Personaler Kündigungen ein und du bietest möglicherweise genau die Qualifikationen um eine Stelle erneut zu besetzen.
  • Die Wartezeit auf eine Rückmeldung ist bei Blindbewerbungen hoch. Auf eine Empfangsbestätigung brauchst du nicht hoffen. Auf eine telefonische Rückfrage solltest du verzichten.

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