Boni heutiger Unternehmensphilosophie! Flying Nannies, Lasertag oder Check-up

Die Chefin hält ihren Vortrag vom Tisch aus: Dieses Bild ist zwar in der Realität nicht zu beobachten, aber dennoch ist die hierarchische Ordnung zwischen Chef und Mitarbeiter oft gelockert – oder dies wünschen sich junge Einsteiger zumindest und ihren Wünschen kommen Unternehmen auch auf anderen Ebenen nach.
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Den passenden Arbeitgeber zu finden ist gar nicht so leicht! Oder ist das einfach nur eine Behauptung? Zunächst ist es jedenfalls gar nicht so einfach, sich bei der großen Auswahl an Ausbildungsberufen für den einen zu entscheiden. Aber sich die Zeit, in der es hauptsächlich noch um die Wahl zwischen Handwerk oder kaufmännischer Anstellung ging zurückwünschen? Da lässt sich drüber streiten, aber klar ist, dass sich mit den Berufsfeldern auch die Unternehmensphilosophien gewandelt haben. Doch welche Extras bieten heutige Arbeitgeber jungen Einsteigern über den monatlichen Gehaltscheck hinaus?

Unternehmenskultur im Wandel – Einfluss der jungen Generation Y

Um sich Fachkräfte ins Haus beziehungsweise ins Unternehmen zu holen, machen Arbeitgeber mittlerweile so einiges. Die jetzige Generation der Berufseinsteiger wird auch gerne mal mit dem Begriff „Generation Y“ bezeichnet. Doch wer ist überhaupt die Generation Y? Generell werden darunter die Geburtsjahrgänge von 1980 bis 1995 gezählt. Aber was macht sie aus? Naja, natürlich können in dieser Hinsicht keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden. Aber immerhin gibt es gewisse Merkmale, die junge Bewerber häufig erkennen lassen. Der Generation Y wird unter anderem zugesprochen technikaffin zu sein, was in Zeiten von facebook und Co. eigentlich kein Wunder ist. Zudem streben sie einen guten Bildungsabschluss an, legen Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance und lehnen eine allzu hierarchische Führung à la „Ich bin hier der Chef und alleiniger Verantwortungsträger“ ab, da sie eigene Ideen verwirklichen möchten. So ist es kein Wunder, dass sich Unternehmen an den Wünschen orientieren, um nicht nur mit der Zeit zu gehen und konkurrenzfähig zu bleiben, sondern auch junge Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Nachfolgend einige Dinge, die zu moderner Unternehmensführung gehören und für Einsteiger gewisse Vorzüge bieten, die die Arbeit erleichtern, Mitarbeiter binden und die eigene Motivation möglichst dauerhaft auf Kurs halten.

Homeoffice, diese flexible Arbeitsmöglichkeit bieten Unternehmen ihren Mitarbeitern. So können im Sinne der Work-Life-Balance Kind und Kegel unter einen Hut gebracht werden. Selbst wenn die Familienplanung zunächst noch in weiter Ferne liegt, junge Menschen legen Wert auf die unkomplizierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
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Family first!? – Unternehmen handeln pro Familie

Stress im Job? Das gehört zweifelsohne in der Leistungsgesellschaft dazu und der eine kann Stressfaktoren besser Einhalt gebieten als der andere. Während das Fußballtraining oder das Gespräch mit Freund und Freundin nach Feierabend meist hilft, um runterzufahren und den Körpertank wieder mit Energie aufzufüllen, gestaltet sich der Stressabbau auf der Arbeit meist schwieriger. Aber keine Panik, denn das Zauberwort lautet seit einigen Jahren „Work-Life-Balance“ und diese muss nicht mehr länger selbst durch effiziente Zeitplanung geschaffen werden. Arbeitgeber unterstützen bei der Vereinbarung von Arbeits- und Freizeit. So heißt es unter anderem: „Der frühe Vogel kann gleiten und eine Stunde früher das Büro verlassen“ oder „Die Arbeit kann auch mal von Zuhause aus am eigenen Laptop erledigt werden“. Flexible Arbeitszeiten gehören mittlerweile deshalb sozusagen fast zum „Standard-Service“ von Arbeitgebern: Neben Gleit- und Teilzeit gibt es Jobsharing-Angebote oder Homeoffice. Eine Schippe obendrauf setzen Unternehmen mit Betriebskindergärten und so genannten „Flying Nannies“. Zum Berufseinstieg ist dies vielleicht erst einmal weniger interessant, weil die Familienplanung für die meisten gefühlt noch in weiter Zukunft liegt, aber eine Stelle wird doch meist mit dem Gedanken einer langjährigen Beschäftigung angetreten. Das wissen Unternehmen natürlich und sorgen neben der eigenen Work-Life-Balance für die von Kind und Kegel und die langfristige Umsetzung der Karrierepläne vor.

So sorgen sich in einigen Unternehmen bereits Flying Nannies um die Kids, während Meetings stattfinden oder während der Urlaubszeit des Kindergartens. Zudem unterstützen einige Unternehmen vor allem junge Menschen mit Pflegelotsen, denn die Pflegebedürftigkeit eines Familienangehörigen führt schnell zur Einschränkung von Arbeit und Freizeit. Muss sich doch einmal aus familiären Gründen eine Auszeit genommen werden, unterstützen Arbeitgeber bereits mit speziellen Wiedereingliederungsmaßnahmen oder setzen Inhouse-Trainer ein, die selbst Mitarbeiter des Unternehmens sind und auch in den ersten Tagen nach Stellenantritt bei der Einarbeitung helfen. Einsteiger können familienfreundliche Angebote auf den Unternehmenshomepages einsehen. Doch wie überprüfen, ob die Versprechungen eingehalten werden? Ein Glaubwürdigkeitsmerkmal ist das Zertifikat berufundfamilie, welches von der Hertie-Stiftung und dem Familienministerium vergeben wird. Für die Auszeichnung erarbeiten Firmen zusammen mit Experten ein Programm, das Work-Life-Balance verspricht. Die Handlungsfelder und diverse Prüfmaßnahmen von berufundfamilie gibt Bewerbern Sicherheit, dass sich auf verschiedenen Ebenen für Arbeitnehmer und deren Familien eingesetzt wird. 

An einem Kasten schrauben: Projekt- und Teamarbeit wird von der Unternehmensführung gefördert. Nicht zuletzt gehört dies zu den Teambuildingmaßnahmen, die neben der gemeinsamen Arbeit aus Ausflügen zum Lasertag nach Feierabend bestehen.
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Team first!? – Unternehmen handeln pro Wohlfühlfaktor und Mitarbeiterzusammenhalt

Der Einsatz für die Liebsten im Leben schafft Vertrauen und Motivation. Ebenso entscheidend für tägliche Motivationsschübe: Ein tolles Team auf das Verlass ist und den Gang durch die Büros wohl kaum zum Spießrutenlauf macht, der zusätzlichen Stress bewirkt. Denn Kommunikation auf Augenhöhe ist grade in der heutigen Arbeitswelt meist schon die halbe Miete – denn in vielen Unternehmen steht Projektarbeit im Team ganz oben auf der Agenda. Kurz und knapp: Weniger Arbeit nach unflexiblem Diktat und mehr Arbeit im gegenseitigen Austausch! Ein eingeschworener Teamgeist, der auch über die Arbeit hinaus in die gemeinsame Mittagspause mitgenommen wird, sorgt für den Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz. Auch Internationalität und somit das Eingehen auf verschiedene Kulturkreise schafft Abwechslung. Die Unterstützung des interkulturellen Austauschs schreiben sich Unternehmen deshalb bewusst auf ihre Fahne und unterstützen als Mitglieder der gemeinnützigen Initiative „Charta der Vielfalt“ ein Arbeitsumfeld, das frei von zwischenmenschlichen Vorurteilen und förderlich für den Teamzusammenhalt ist. Unterstützt wird der Wohlfühlfaktor mit diversen Leistungen, die speziell auf den jeweiligen Betrieb ausgerichtet sind und diesen von anderen bewusst abgrenzen. Diese können neben dem Kicker im Aufenthaltsraum bis hin zu regelmäßigen Teamevents reichen. Letztere sind mittlerweile eine beliebte Maßnahme, um die „Einer für alle und alle für einen“-Mentalität zu gewährleisten. Zudem sind Events Teil des Teambuildingprogramms, welches von Trommel- und Kochkursen bis hin zu abenteuerlichen Rafting-Touren oder Lasertag reicht. Bei den Events steht vor allem der Spaß im Vordergrund, wobei unter anderem das gemeinsame Escape-Game zusätzlich gemeinschaftliches, strategisches Denken erfordert, denn nur so findet sich der Ausweg aus dem fiktiven Labyrinth.

Um die Teammotivation und das Wohlbefinden zu steigern, engagieren Unternehmen bereits sogar speziell ausgebildete Feel-Good-Manager. Er sorgt sich um die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter. Was nicht heißen soll, dass dieser den Kaffee bis an den Bürotisch liefert oder das Fenster öffnet, wenn nach Sauerstoffzufuhr verlangt wird. Nein, die Aufgaben des Feel-Good-Managers bestehen vor allem darin, den Teamgeist zu fördern, Konfliktsituationen zu lösen und die Identifikation mit dem Unternehmen zu stärken. Zu den Tätigkeiten des „Wohlfühl-Managers“ gehört meist auch die Organisation von Teamevents im Sinne des Teambuildings.

Weiterbildung erfolgt heute zunehmend online. Webinare, Online-Tools oder Apps sind im Kommen und auch von Zuhause aus einzusehen.
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Bin dann mal Online-Lernen – Unternehmen handeln pro Mitarbeiterbildung

Neben dem Engagement für den Teamzusammenhalt schaffen Unternehmen immer mehr Freiräume und Möglichkeiten für die Weiterbildung ihrer Fachkräfte. Zum Büffeln schickt der Chef jedoch nicht zum Aufsuchen von Fachliteratur in die nächstgelegene Bibliothek. Weiterbildung findet direkt am Arbeitsplatz statt und zwar durch Webinaren, im unternehmenseigenen Intranet oder über spezielle Bildungszentren. Fortbildungen finden in e-Seminaren über Skype statt und das Online-Lerntool ist im Büro und über Tablet oder Smartphone aufzurufen. Eine weitere Möglichkeit der Weiterbildung ist ein berufsbegleitendes Fernstudium, bei dessen Finanzierung und Realisierung Unternehmen je nach Karriereziel und dessen Nutzen für die Arbeit unterstützen. Ein Vorteil ist, dass dieses flexibel gestaltbar ist und keine regelmäßige Präsenz an der Universität voraussetzt. Das Lernprogramm wird ganz einfach vom Laptop aus durchgeführt und sich mit Kommilitonen über digitale Netzwerke ausgetauscht. Auch die ebenso flexible mobile Weiterbildung per App ist in der Mache. Tüftler von Hochschulen und Forschungsinstituten entwickeln eine Weiterbildungsapp mit Gaming-Faktor. Damit sollen sich Logistiker Wissen spielerisch und von unterwegs aus aneignen können. Die zunehmende Digitalisierung spielt sowieso eine wichtige Rolle beim Thema Weiterbildung. Eine diesjährige Infratest-Studie zu Weiterbildungstrends ergab, dass die Digitalisierung den Weiterbildungsbedarf noch erhöhen wird. Davon gehen zumindest 75 Prozent der befragten Personalmanager aus. Die Weiterbildungen sind meist so angelegt, dass sowohl Positionen mit hoher als auch mit weniger Verantwortung bedacht werden. So dass Einsteiger bereits nach einer gewissen Einarbeitungszeit die Möglichkeit haben, sich durch Weiterbildungsmaßnahmen einen größeren Aufgaben- und Verantwortungsbereich zu erhalten. 

Fitness im Unternehmen!? – Unternehmen handeln pro ganzheitlicher Gesundheit

Ebenso wie die Digitalisierung wurde bereits der demographische Wandel willkommen geheißen – und wer möchte das hohe Alter schon unfit erreichen? Das verhindern eines möglichen Leistungsabfalls – egal, ob nun körperlich oder geistig – ist zudem kaum im Sinne des Arbeitgebers. Klar kann einfach ein innerbetriebliches Fußballteam gegründet werden, aber mögliche Kosten sind dann selbst zu übernehmen. Für bereits gängige Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung können Betriebe bis zu 500 Euro steuerfrei absetzen. Aber es gibt nicht nur die Möglichkeit diverse Check-ups zu nutzen, sondern auch die Option, an einem Business-Yogakurs oder autogenem Training teilzunehmen – somit steht dem Einklang von Körper und Geist auf der Arbeit kaum noch was im Weg. Gerade bei sitzenden Tätigkeiten empfiehlt es sich den Körper zusätzlich zu mobilisieren. Mobilisation kann mit nachfolgenden Übungen auch Zwischendurch erfolgen und dafür braucht es nicht zwangsläufig Unterstützung vom Arbeitgeber:



Ein Beitrag des externen Autors Samuel Schneider

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