Streetwear im Berufsalltag: Was geht und was gar nicht geht

Mit der Cap ins Büro, im Hoodie in den Kundentermin und auf Sneakers zum Vorstellungsgespräch? Geht gar nicht, sagen die einen. Geht sehr wohl, sagen die anderen. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte. Denn es stimmt: Lässige Streetwear-Accessoires haben den Sprung von der Straße in den Berufsalltag geschafft – wenn sie richtig kombiniert werden.

 

Was versteht man eigentlich unter Streetwear?

Die einfachste Antwort auf diese Frage lautet: "Straßenkleidung". Punkt. Aber ganz so simpel ist es dann doch nicht. Denn Streetwear ist mehr. Streetwear ist Kleidung für die Straße, aber auch von der Straße. Streetwear ist ein Modestil, der von Jugendkulturen und Musik (beispielsweise Hip Hop, Punk oder Alternative) beeinflusst ist. Er steht für einen jugendlichen Lifestyle und ein gewisses Maß an Unangepasstheit. Geprägt wurde der Begriff in der US-Skateboarding-Szene der 1980er Jahre, von wo aus er schnell ins Vokabular der Fashionwelt übernommen wurde. 

Heute verstehen wir unter Streetwear lässige, urbane und oft sportliche Freizeitmode, die vor allem bei Teens und jungen Erwachsenen beliebt ist. Typische Accessoires sind Sneakers, Hoodies und Caps, hinzu kommen weite, lässige Schnitte und mutige Kombinationen. Christina Mücke, Fashion-Expertin bei def-shop.com, erklärt: "Jugendliche und junge Erwachsene sind oft mutiger, was ihr Styling angeht. Frei nach dem Motto YOLO ist erlaubt, was gefällt. Sie wollen sich nicht verkleiden oder in eine Ecke drängen lassen. Sie wollen sich ausleben. Und wo geht das besser, als in der Streetwear?"

 

Von der Straße in den Job: Streetwear ist bürotauglich geworden

Die besten Streetwear-Looks kombinieren Bequemlichkeit und Style und sind längst nicht mehr auf den Straßeneinsatz beschränkt. "Generell wird die Kleidung - auch die formelle im Job etc. - immer lässiger", stellt Christina Mücke fest. Gerade in Startups gehöre ein lässiges Outfit sogar zum guten Ton, so Bernhard Roetzel in seinem "Handbuch der klassischen Herrenmode". Man denke nur an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der so gut wie immer in Hoodie und Adidas-Slippern unterwegs ist, oder an den verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs, dessen Look mit Rollkragenpulli und Sneakers zu seinem Markenzeichen wurde

 

Streetwear im Berufsalltag? Eine Frage der richtigen Kombination.

Wie viel Straße Du in Deinen Job tragen darfst, lässt sich pauschal nicht sagen. Es hängt davon ab, wo und für wen Du arbeitest bzw. arbeiten möchtest. So solltest Du bei einem Vorstellungsgespräch im Banken-, Versicherungs- oder Rechtssektor ganz klassisch auf Anzug bzw. Kostüm setzen. In modernen Unternehmen der Medien- oder Werbebranche hingegen sind die Dresscodes deutlich entspannter. Aber auch hier ist es ratsam, gerade im Vorstellungsgespräch nicht zu übertreiben. Ein ordentliches, gepflegtes Outfit ist ein Muss. Allzu wilde Styles, Used Look und Caps bleiben ein No-Go. "Bei Streetstyle im Berufsalltag ist die richtige Kombination das A und O", stellt Fashion-Expertin Christina Mücke fest und erläutert weiter: "Typische Streetwear-Teile lassen sich perfekt mit schickeren Teilen kombinieren." Auf der sicheren Seite stehst Du hier mit einer eleganten Streetwear-Kombi aus schlichten dunklen Jeans, Hemd oder Bluse und lässigem Blazer, dazu gepflegte Sneakers. Wichtig ist in jedem Fall, dass Du Dich in Deinem Outfit wohlfühlst und in das Unternehmen passt. Informiere Dich daher vorab, was in Deiner Branche und dem konkreten Unternehmen angemessen ist. Unser Tipp: Schau Dir die Mitarbeiterfotos auf der Website an! Roetzel rät dazu, bei Unsicherheiten lieber zur förmlicheren Variante zu greifen – besser over- als underdressed.

 

Das Geheimnis guter Streetstyles

Wenn Du ein Händchen für Mode hast, darfst Du im Berufsalltag ruhig ein wenig mutiger werden: Man kann heute zum Faltenrock statt der klassischen Bluse ein dezentes Print-Shirt tragen oder zum Blazer ein legeres Adidas-Logo-Shirt. Selbst eine schlichte Cap ist möglich. "Worum es geht, ist der gekonnte Stilbruch", fasst Christina Mücke zusammen. "Vorbilder und Inspirationen findest Du reichlich auf Instagram, YouTube und in den zahlreichen Modeblogs aus aller Welt."


Ein Beitrag von Gastautor Michael Müller

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