Frau von hinten, die am Flughafen mit ihrem Koffer entlang läuft
Bildquelle: Alexandr Podvalny, Pexels.com

Glücksfall(e) Ausland

Arbeiten im Ausland hat zwangsläufig nervige Bürokratie zur Folge und ist der ultimative Beziehungskiller? Expatriates zeigen, was an den Klischees wirklich dran ist.

 

Arbeiten im Ausland? Wohl eher verkappter Urlaub.

"Das kann ich nicht bestätigen. Mein Anspruch war, etwas zu bewegen, Strukturen zu verbessern, die Mitarbeiter zu trainieren und auch selbst etwas zu lernen. Dies gelingt nur mit starkem zeitlichen Einsatz. Oft war ich aufgrund der Zeitverschiebung noch spätabends für die deutschen Kollegen erreichbar. Überstunden habe ich nie gezählt, denn die erfolgreichen Ergebnisse haben mir die nötige Motivation gegeben. Unsere Urlaubstage haben wir natürlich trotzdem zur Entdeckung des Landes genutzt und viele unvergessliche Eindrücke mitgenommen." Sebastian Pleuler, Head of Service Function Prototyping bei Claas

Fernbeziehungen scheitern immer.

"In meinem Fall war das eher andersherum – ich habe meine heutige Frau während meines Auslandsaufenthaltes kennengelernt. Die Entfernung zwischen uns haben wir nach dem Auslandsstudium einfach genutzt, um uns am Wochenende in den unterschiedlichsten europäischen Städten zu treffen und gemeinsam die Welt zu erkunden. Eine klasse Sache, die ich absolut nicht missen möchte. Heute sind wir glücklich verheiratet, leben gemeinsam in Holland und haben einen zweijährigen Sohn – also war es bei uns wohl eher eine Fernbeziehung mit Happy End!" Michael Steinmann, CCO bei HousingAnywhere

Die Bürokratischen Vorbereitungen für das Arbeiten im Ausland sind kaum zu bewältigen.

"Dem würde ich nur eingeschränkt zustimmen. Es ist klar, dass bei einer Auslandsentsendung grundsätzlich gewisse bürokratische Vorbereitungen getroffen werden müssen. In meinem Fall hat PwC viele der administrativen Aufgaben übernommen und mich unterstützt. Es ist sicher von Vorteil, in einer Organisation zu arbeiten, für die Auslandsentsendungen kein Novum sind. Zur Vorbereitung war bei mir zum Beispiel das Pre-Screening nötig, das inzwischen standardmäßig durchgeführt wird und bei dem ich alle vorherigen Stationen im Lebenslauf dokumentieren und nachweisen musste. Den Aufwand diesbezüglich fand ich überschaubar. Wir haben ein sehr gutes Global- Mobility-Team, das sich mit den lokalen Gepflogenheiten auskennt und immer als Ansprechpartner zur Verfügung steht. In England selbst habe ich eine Wohnung gestellt bekommen, ich wurde bei der Eröffnung eines lokalen Kontos unterstützt – PwC arbeitet mit festen Bankpartnern zusammen – und auch bei der Erstellung meiner Steuererklärungen in Deutschland und England hat PwC mir geholfen, um den bürokratischen Aufwand für mich, in Grenzen zu halten. Dieser Aufwand richtet sich stark nach der Länge des Aufenthaltes. Gerade bei längeren Entsendungen, also einem Jahr und mehr, kann die Bürokratie etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen." Julia Kriegsmann, Manager Business Recovery Services bei PwC

Wer ins Ausland geht, verliert automatisch seine Freundschaften zu Hause.

"Das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Es gibt in China zwar kein Facebook, WhatsApp oder Instagram, um in Kontakt zu bleiben. Aber wenn Freunde aus Deutschland weder Kosten noch Mühen gescheut haben, um mich in Shanghai zu besuchen, dann sind das wohl echte Freunde." Fabienne Kunz, Projektmanagerin bei Siemens


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