Kickstart in die Karriere: Diese Kosten kommen auf Berufseinsteiger in einer neuen Stadt zu

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Aus der Uni auf die Karriereleiter heißt, endlich eigenes Geld zu verdienen.

Das Studium geschafft, das Vorstellungsgespräch beim (Wunsch-) Arbeitgeber gemeistert und auch die Gehaltsverhandlungen sind gelaufen. Jetzt heißt es Koffer packen und den Job in einer fremden Stadt antreten. Eine aufregende Zeit wartet auf die Einsteiger - und nicht nur das. Der Start in einen neuen Lebensabschnitt kostet Geld, manchmal mehr, als erwartet. Welche Kosten auf Berufseinsteiger zukommen, ist Thema dieses Beitrags.

Brutto und netto – ein gewaltiger Unterschied

Gehaltsverhandlungen laufen immer brutto. Das bedeutet, dass Berufseinsteiger von diesem Bruttogehalt Abzüge hinnehmen müssen. Diese Abzüge bestehen in der Regel aus Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kranken- und Pflegeversicherung. Um zu überblicken, wie hoch die Abzüge sein werden, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Berufseinsteiger können im Lohnbüro des neuen Arbeitgebers um eine Probeabrechnung bitten. Diese dient als Muster und zeigt, wie viel Netto übrigbleibt.
  • Eine Alternative stellt das Bundesministerium der Finanzen online kostenfrei bereit. Es ist der Lohn- und Einkommensteuerrechner, in den Steuerpflichtige ihren Bruttolohn sowie Angaben zur Steuerklasse, Krankenversicherung sowie zu eventuellen Freibeträgen und Vorsorgeaufwendungen eintragen. Die Ergebnisse sind zuverlässig, weil der Rechner immer up-to-date ist und die neuesten steuerlichen Regelungen berücksichtigt.


Versicherungen für Berufseinsteiger: Krankenversicherung

Bislang waren die Berufseinsteiger über die Eltern versichert oder profitierten von günstigen Studententarifen. Diese Zeit ist jetzt vorbei. Aus Studenten sind steuerpflichtige Arbeitnehmer geworden und das bedeutet, dass sie sich auf eigene Rechnung versichern müssen. Allerdings ist abzuwägen, welche Versicherungen überhaupt erforderlich sind.

Die Krankenversicherung läuft über den Arbeitgeber, allerdings haben Studenten die Wahl, welche Krankenkasse sie wählen. Ein Vergleich lohnt sich durchaus. Zwar ist der Beitrag bei gesetzlichen Kassen auf demselben Level und die Grundleistungen sind identisch, doch sie unterscheiden sich hinsichtlich der Zusatzbeiträge und der Zusatzleistungen. Dieser unabhängige Beitragsrechner hilft dabei, die Kosten der Versicherungen zu vergleichen.

So manche Krankenversicherung übernimmt für ihre Versicherten Kosten, die für eine Reiseimpfung anfallen, andere verfügen über ein attraktives Bonus- oder Prämiensystem, wieder andere bieten online und offline Gesundheitskurse und Ernährungsberatung für kleines Geld oder für geringe Kursgebühren an.

Private Haftpflicht und Berufsunfähigkeitsversicherung

Zwei weitere Versicherungen, über die sich Berufseinsteiger Gedanken machen sollten, sind die Privathaftpflichtversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Eine private Haftpflichtversicherung ist im Prinzip unverzichtbar. Sie ist zwar rein rechtlich gesehen keine Pflicht, obwohl der Begriff in der Bezeichnung steckt, doch sie ist überaus ratsam. Man stelle sich vor, dass ein Berufsanfänger einen Autounfall verursacht und Schuld trägt. Das Opfer wird so schwer verletzt, dass es eine lebenslange Rente erhält. Diese müsste der Berufsanfänger aufbringen. Die Kosten können in die Millionen gehen und das bedeutet letztlich den finanziellen Ruin. Generell tut jeder gut daran, eine Privathaftpflichtversicherung abzuschließen. Die Kosten halten sich in Grenzen. Es gibt Versicherer, deren Jahresprämie in Abhängigkeit vom Leistungsumfang zwischen 60 € und 80 € liegt.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert vor den Folgen einer unerwarteten Krankheit oder eines Unfalls ab, die einer Berufsunfähigkeit vorausgehen. Die Beiträge werden höher, je älter der Versicherungsnehmer beim Eintritt in die Berufsunfähigkeitsversicherung ist. Auch hier ist es ratsam, verschiedene Anbieter miteinander zu vergleichen und im Zweifel einen unabhängigen Versicherungsberater aufzusuchen. Dieser vergleicht Preise und Leistungen und unterstützt dabei, die passende Police zu konzipieren.

Umzugskosten: Manchmal schießt der Arbeitgeber etwas dazu

Die Umzugsbereitschaft von Studenten ist hoch: Gute 85% würden für ihren Job in eine andere Region Deutschlands ziehen. Haben sie den Abschluss in der Tasche und es wird konkret, ziehen immerhin noch 32 % aller Arbeitnehmer für den Job um.

Umziehen kostet Geld, was für junge Berufseinsteiger schnell zum Problem werden kann. Bleibt nämlich keine Zeit, um in Ruhe eine adäquate Wohnung zu suchen, müssen schnelle Lösungen her. So mancher Berufseinsteiger hat Glück und wohnt zunächst in einer Werkswohnung, die der Arbeitgeber für eine kurze Übergangszeit bereitstellt. Das ist insbesondere bei großen Firmen keine Seltenheit, denn sie haben Erfahrung im Umgang mit neuen Mitarbeitern von außerhalb und unterstützen sie in der Einarbeitungs- und Eingewöhnungsphase in der neuen Stadt nach Kräften.

Bei mittleren und kleinen Unternehmen jedoch ist das nicht an der Tagesordnung. Hier ist es dem neuen Mitarbeiter überlassen, sich selbst um die Wohnungssuche und den Umzug zu kümmern. Eine Möglichkeit ist, sich kurzfristig in einer möblierten Ferienwohnung einzumieten oder über private Zimmervermittlungen günstig an eine Unterkunft zu kommen. Doch auch das kostet Geld. Je nach Region ist mit einer Wochenmiete zwischen 150 und 300 € zu rechnen, so dass im Monat schnell 500 € bis 1.000 € zusammenkommen.

Wer das Geld nicht auf der hohen Kante hat und zumindest den ersten Monat bis zur Gehaltszahlung überbrücken möchte, ist mit einem Kleinkredit gut beraten. Dieser ist für verhältnismäßig geringe Beträge bis 3.000 € eine gute Alternative zum Dispo des eigenen Girokontos, denn die Zinsen des Dispokredits (=kostenpflichtige Kontoüberziehung auf dem Girokonto) liegen oft zwischen 10 und 15 %. Beim Kleinkredit sind die Zinsen erheblich niedriger. Je nach gewünschter Laufzeit halten sich die Rückzahlungsbeträge, die das monatliche Budget belasten, in einem überschaubaren Rahmen.

Beispiel: Bei einer Kreditaufnahme von 2.000 €, einer Laufzeit von 36 Monaten und einem Effektivzins von 1,99 % beläuft sich die rückzahlbare Monatsrate auf gut 58 €.

Praxistipp: Die Anmietung einer kleinen Wohnung ist ratsam, sie kostet in der Regel nicht nur weniger Miete, sondern verursacht auch weniger Nebenkosten. Auch die Möblierung fällt oft günstiger aus, weil weniger Platz vorhanden ist. Hat sich das Arbeitsverhältnis eingespielt und es ist Ruhe in den Alltag eingekehrt, lässt sich immer noch eine größere, teurere Wohnung anmieten.

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In vielen Städten gehören Räder ins Straßenbild und viele fahren per Bike zur Arbeit. Das spart Kosten.

Mobilität – Kosten vergleichen

In Abhängigkeit vom Arbeits- und Wohnort ist es ratsam, die Mobilitätskosten miteinander zu vergleichen, um Geld zu sparen. Die Optionen

  • • zu Fuß gehen,
  • Radfahren,
  • Motorradfahren,
  • ÖPNV und
  • PKW


sind es, die zur Wahl stehen. Manchmal kann sogar die Anschaffung eines E-Bikes als Dienstfahrrad die Lösung sein, die auch Arbeitgeber finanziell unterstützen. Der Fiskus gewährt Ihnen nämlich Steuererleichterungen, wie hier zu lesen ist. Damit entlasten Berufseinsteiger ihren Geldbeutel, tun etwas für die Gesundheit und schonen die Umwelt.

Ein Beitrag des externen Autoren Torben Neubauer

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