Silhouetten schließen Arbeitsvertrag

Thema Arbeitsvertrag - Befristung, Inhalt, Wettbewerbsverbot

Heute gibt es immer häufiger befristete Arbeitsverträge. Das ist für den Arbeitgeber von großem Vorteil. Er hat sich für entschieden, dich für eine bestimmte Zeit zu verpflichten und die Befristung gibt ihm die Möglichkeit, flexibler im Personaleinsatz zu sein. Aber worauf solltest du achten, wenn es um einen befristeten Arbeitsvertrag geht?

Es gibt auch für den Arbeitgeber nicht immer die Möglichkeit, dich befristet einzustellen. Dabei unterscheidet man immer zwischen mit sachlichem und ohne sachlichen Grund.

Sachliche Gründe für eine Befristung wären unter anderem ein vorübergehender Bedarf einer Arbeitskraft. Gründe dafür sind oft bedingt. Die Befristung des Arbeitsvertrags kann aber auch durch längere Ausfälle von Mitarbeitern erfolgen, die sich in Mutterschutz befinden, länger krankgeschrieben sind oder Urlaub haben. Oft gibt es aber Stellvertreter, die die Arbeit übernehmen können. Eine Befristung der Arbeit kann auch durch Probezeit begründet sein.

Wenn du eine Stelle antreten möchtest, kannst du selbst den Wunsch mit zeitlicher Befristung anbringen. Zum Beispiel wenn du nur für eine bestimmte Zeit eine Arbeitsgenehmigung oder Aufenthaltsgenehmigung hast. Außerdem stellt sich eine befristete Arbeit als sinnvoll heraus, wenn du umziehen möchtest oder in den nächsten Monaten ein Studium beginnst.

Ein befristeter Arbeitsvertrag ohne sachliche Gründe darf dann festgelegt werden, wenn sie im Kalender maximal zwei Jahre umfasst. Falls die Befristung unter zwei Jahre fällt, darf dein Vertrag maximal dreimal verlängert werden (insgesamt aber auch nicht über zwei Jahre vom Ursprungsvertrag).

Arbeitsvertrag Muster

Der Arbeitsvertrag zwischen dir und deinem zukünftigen Arbeitgeber ist vor allem im Konfliktfall von großer Bedeutung. Sinn und Zweck des Arbeitsvertrags ist die Absicherung des Arbeitgebers und Arbeitnehmer.

Das muss dein Arbeitsvertrag beinhalten:

Vertragsparteien sind im Streitfall von großer Bedeutung. Es ist wichtig, genau zu wissen mit welcher Firma du den Vertrag schließt, vor allem wenn der Arbeitgeber mehrere rechtlich eigenständige Firmen besitzt. Falls es zu einer Kündigung kommen sollte, darf nämlich nur dieser eingetragene Arbeitgeber dich kündigen. Ansonsten ist die Kündigung unwirksam.

Beginn und Befristung des Arbeitsvertrags muss in deinem Arbeitsvertrag auch exakt geregelt sein. Dabei solltest du besonders auf das Datum achten. Das muss auf jeden Fall enthalten sein, denn daraus lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt auch Urlaubsanspruch, Kündigungsfrist und Sozialversicherung, wie der Anspruch auf Arbeitslosengeld ableiten.

Bei befristeten Arbeitsverträgen muss auch das Ende enthalten sein. Somit ist aus der Sicht des Arbeitgebers keine Kündigung notwendig.

Arbeitsinhalte und Tätigkeitsbeschreibung sollten in einer der ersten Punkte deines Arbeitsvertrags geregelt sein. Vor allem bei kleineren Unternehmen sollte aber die Tätigkeit nicht zu detailliert beschrieben sein, da du dort meist flexibler eingesetzt wirst. Jedoch sollte das nicht die Gelegenheit für den Arbeitgeber sein, dir Aufgaben zu erteilen, die du eigentlich gar nicht erledigen müsstest (Bsp.: Dein Büro putzen).

Der Arbeitsort ist ein wichtiger Bestandteil. Wenn ein Unternehmen mehrere Zweigstellen hat müssen diese Standorte im Vertrag geregelt sein. Gibt es nur einen Einsatzort, dann reicht dafür meist die in der Kopfzeile genannte Adresse.

Die Arbeitszeiten sind durch das Arbeitszeitgesetz geregelt. In Deutschland gibt es die 40 Stunden Woche als Regel. Ausnahmen sind dabei Teilzeitarbeit und Schichtdienst. Wenn im Arbeitsvertrag keine Überstunden erwähnt sind, darf dein Arbeitgeber diese nicht von dir verlangen.

Probezeitdauer ist im Arbeitsvertrag festzuhalten. Diese ist laut Gesetz maximal sechs Monate. Meistens beträgt die Probezeit nur drei Monate.

Der Urlaub beläuft sich bei einer 6-Tage Woche auf mindestens 24 Tage. Bei einer 5-Stunden Woche beläuft sich dein Urlaub auf mindestens 20 Tage. Das bedeutet, dass du im Jahr ca. 4 Wochen Urlaub hast. Neben dem geregelten Urlaubsanspruch im Vertrag, ist idealer Weise auch noch ein Urlaubsgeld geregelt.

Dein Gehalt ist normalerweise noch vor deiner Unterschrift des Vertrags festgelegt. Die geeinigte Vergütung soll aber trotzdem in deinem Arbeitsvertrag dargelegt sein. Dazu zählt das Grundentgelt, sowie Zuschläge oder Sonderzahlungen. Beispiele für Zuschläge sind Auszahlungen für Überstunden, oder auch Weihnachts- und Urlaubsgeld. Der Zeitpunkt der Gehaltszahlungen variiert zwischen den Unternehmen, weshalb dieser auch im Vertrag geregelt sein soll. Meistens ist der Zeitpunkt zu Beginn oder Mitte des Monats.

Der gesetzliche Mindestlohn ist inzwischen 8,84€ brutto pro Stunde. Darauf haben alle Arbeitnehmer über 18 Jahren Anspruch. In manchen Branchen oder brachenspezifischen Tarifverträgen kann es sein, dass dieser abweicht. Andere Ausnahmen sind Schüler und Studenten, die ein bis zu 3-monatiges Pflichtpraktikum absolvieren. Wenn du länger als ein Jahr arbeitslos warst gilt diese Regelung für dich erst nach sechs Monaten. Auszubildende sind davon ebenfalls ausgenommen.

Kündigungsfristen gehen meistens 4 Wochen bis zum 15. oder Ende eines Monats. Kleine Unternehmen müssen den Endtermin nicht so genau einhalten (max. 20 Mitarbeiter).

Bei einem Krankheitsfall musst du das Unternehmen am ersten Tag benachrichtigen. Bei einer Krankmeldung ab drei Tagen musst du eine Krankmeldung vorlegen können. Manche Arbeitgeber haben die Krankmeldung schon ab dem ersten Tag der Krankheit im Vertrag festgelegt.

Nebentätigkeiten sind grundsätzlich erlaubt, sofern du deine tägliche Arbeitszeit von 10 Stunden nicht überschreitest und deine Leistung dadurch nicht beeinträchtigt wird. Um allerdings Ärger zu vermeiden, lasse dir deine Nebentätigkeit vorher schriftlich genehmigen.

Aufgrund der obig genannten Punkte, ist es immer gut den Vertrag vor deiner Unterschrift von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen zu lassen. Das kostet nicht viel und lohnt sich immer.

Wettbewerbsverbot Arbeitsvertrag, Erklärung Wettbewerbsverbot

Nicht alle in Arbeitsverträgen nachverträglichen Wettbewerbsverbote sind wirksam.

Während deines Arbeitsverhältnisses ist es klar, dass du deinem Arbeitgeber keine Konkurrenz machst. Danach darfst du grundsätzlich machen was du möchtest. Weil das so ist, gibt es Arbeitgeber, die ein nachträgliches Wettbewerbsverbot im Arbeitsvertrag regeln. Generell gibt es kein Wettbewerbsverbot für Minderjährige. Das Wettbewerbsverbot muss auf jeden Fall schriftlich vereinbart sein. Ein einseitig vom Arbeitgeber auferlegtes Wettbewerbsverbot ist somit ungültig. Es reicht aber dennoch aus, wenn das Wettbewerbsverbot im Arbeitsvertrag geregelt ist, dafür wird kein gesondertes Dokument benötigt. Beide Parteien müssen das Wettbewerbsverbot durch eine Unterschrift bestätigen und es muss möglichst genau gefasst sein. Ein Wettbewerbsverbot darf nach Ablauf des Dienst- oder Arbeitsverhältnisses nicht länger als zwei Jahre gelten.

 

 


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