Karriere im Einzelhandel: Weiterbildungs- und Förderangebote nutzen

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Eine gängige Assoziation: Einzelhandel umfasst aber wesentlich mehr Betriebstypen als Lebensmittelmärkte – und damit auch entsprechend mehr Tätigkeitsfelder.

Die Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel gehört unverändert zu den beliebtesten Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben – und das obwohl es in verschiedenen anderen Branchen einen Mangel an Auszubildenden und Fachkräften gibt. Für diese Karriere sprechen die betriebliche Vielfalt und die Aufstiegsmöglichkeiten. Außerdem bietet schon die Ausbildung verschiedene Weiterbildungs- und Förderoptionen, mit denen Zusatzqualifikationen für den weiteren Werdegang erworben werden können.

 

Der Einzelhandel als Berufsfeld

Betriebliche Vielfalt

Was viele beim Stichwort „Einzelhandel“ möglicherweise übersehen, ist die große Bandbreite an Berufsausbildungen, die in dieser Branche angeboten werden. Auch wenn es eine naheliegende Assoziation ist, beschränken sich die Berufsfelder in diesem Bereich keineswegs nur auf das Kaufmännische – es gibt eine Vielzahl von Differenzierungsmöglichkeiten und Ausbildungen in verwandten Aufgabengebieten.

 

Von Elektronik bis Lebensmittel, von der kleinen Boutique bis zum Verbrauchermarkt – die Betriebstypen des Einzelhandels sind sowohl hinsichtlich ihres Sortiments als auch bezüglich ihrer Größe äußerst vielfältig.Gestalter für visuelles Marketing, die für die Warenpräsentation und die Gestaltung der Verkaufsräume verantwortlich sind, sind ebenso Teil des Einzelhandels wie Fachinformatiker für den IT-Bereich, Fachkräfte für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice und die lange Reihe weiterer Von Elektronik bis Lebensmittel, von der kleinen Boutique bis zum Verbrauchermarkt – die Betriebstypen des Einzelhandels sind sowohl hinsichtlich ihres Sortiments als auch bezüglich ihrer Größe äußerst vielfältig. Fachkräfte, die in Beratung und Verkauf tätig sind.

 

Eine ähnliche Vielfalt lässt sich bei den Betriebstypen des Einzelhandels vorfinden, die jeweils noch einmal ganz eigene Anforderungen an die dort Tätigen stellen. Vom vergleichsweise kleinen Fachgeschäft, das sich auf ein branchenspezifisches oder bedarfsgruppenorientiertes Sortiment konzentriert und dazu ergänzende Dienstleistungen anbietet, bis hin zum großflächigen, innerstädtischen Warenhaus mit branchenübergreifenden Sortimenten gibt es verschiedenste Betriebe mit unterschiedlichsten Ausrichtungen, Zielgruppen, Preislagen und Angeboten.

 

Berufliche Anforderungen und Möglichkeiten

Aufgaben des Einzelhandels

Damit dürfte schon klar sein, dass der Einzelhandel eben auch sehr abwechslungsreiche Aufgaben zu erfüllen hat. Das fängt bei der Analyse von Beschaffungs- und Absatzmärkten an, kombiniert mit der Suche logistisch möglichst günstiger Bezugsquellen und  -wege. Darüber hinaus ist die Kundenorientierung ein zentraler Aspekt: Das gilt für das Erschließen neuer Zielgruppen genauso wie für die Zusammenstellung des Sortiments und dessen Präsentation. Nicht zu vergessen der Dienstleistungsbereich, der sowohl die Beratung vor als auch den Support nach dem Kauf umfasst.

Die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel führte im Jahr 2014 die Top 5 der Ausbildungsberufe in Deutschland an.

Anforderungen an die Bewerber 

Im Gegenzug stellt die Aufgabenvielfalt einige Anforderungen an potenzielle Bewerber. Beispielsweise hinsichtlich der schulischen Vorbildung: Ein bestimmter Mindestabschluss wird zwar für die Ausbildung im Einzelhandel nicht vorausgesetzt; ohne wenigstens den Hauptschulabschluss erreicht zu haben, wird es dennoch schwierig. Zudem sind für bestimmte Ausbildungsmodelle höhere Schulabschlüsse Die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel führte im Jahr 2014 die Top 5 der Ausbildungsberufe in Deutschland an.

 

Dennoch ist die schulische Leistung nicht allein ausschlaggebend, denn gefordert sind auch persönliche Qualifikationen. Hierzu gehören beispielsweise Kontaktfreude, ein freundliches Auftreten, Teamfähigkeit, elementare Rechenfähigkeiten und Sprachkompetenzen. Genauso sollten Bewerber aber eben auch zuverlässig, pünktlich, flexibel im Denken und körperlich fit sein. Dass ein grundsätzliches Interesse am Beruf und dem Betrieb bestehen sollte, in dem die Ausbildung absolviert werden soll, versteht sich natürlich von selbst.

Notwendigkeit einer guten Ausbildung

Während der Ausbildung gilt es dann, alle diese Eigenschaften bestmöglich in den Betrieb einzubringen. Denn für die weitere Karriere ist eben nicht allein das Theoriewissen erforderlich, es braucht vor allem die praktische Berufserfahrung. Dabei ist es unerheblich, auf welcher Ebene der Einstieg in die Branche erfolgt, denn selbst Führungskräfte und selbständige Händler können ihre Funktion kaum erfüllen, wenn das grundlegende Know-How fehlt. Umgekehrt ist eine gute und erfolgreiche Berufsausbildung die Basis für weitere Schritte auf der Karriereleiter, bei denen zudem Fort- und Weiterbildungen helfen können.

 

Die Ausbildungen im Einzelhandel setzen zwar keinen bestimmten Schulabschluss voraus, mit dem Abitur stehen Schulabgängern aber noch einmal andere Möglichkeiten – wie die Abiturientenausbildung – offen.Der Grundstein: Berufseinstieg mit der Abiturientenausbildung

Die Ausbildungen im Einzelhandel setzen zwar keinen bestimmten Schulabschluss voraus, mit dem Abitur stehen Schulabgängern aber noch einmal andere Möglichkeiten – wie die Abiturientenausbildung – offen. Die besten Möglichkeiten nach der Schule bietet nach wie vor das Abitur, denn damit stehen den Absolventen alle weiteren Bildungs- und Ausbildungswege offen. Viele zieht es deshalb beispielsweise an die Universitäten und Fachhochschulen, da die akademische Bildung in vielen Branchen immer noch die Grundvoraussetzung für den Berufseinstieg darstellt. In der dualen Berufsausbildung ist die Allgemeine Hochschulreife ebenfalls ein Vorteil, denn dadurch lässt sich nicht nur die Ausbildungszeit verkürzen (um bis zu 12 Monate, sofern der ausbildende Betrieb einverstanden ist und ein entsprechender Antrag gestellt wird) – es eröffnet sich mit der Abiturientenausbildung sogar ein eigens auf diesen Abschluss zugeschnittenes Ausbildungsmodell.

 

Ein Sonderweg durch die Ausbildungslandschaft

Diese exklusiven Zugangsbedingungen – vorausgesetzt werden die Allgemeine Hochschulreife, die Fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife – alleine machen die „Sonderausbildungen für Abiturienten und Fachoberschüler“ (kurz und nachfolgend: Abiturientenausbildung) jedoch nur bedingt zu einem Sonderweg.

 

Das liegt vielmehr an der besonderen Struktur und Zielsetzung dieses Modells: Denn von den Inhalten gehen die Abiturientenprogramme über die duale Ausbildung hinaus und ähneln vielmehr dem dualen Studium. Im Grunde liegt diese Form der Ausbildung aber irgendwo dazwischen. Der theoretische Unterricht wird eben nicht an den Berufsschulen, sondern an (privaten) Berufsfachschulen, Berufsakademien, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien oder einer firmeninternen Schule gehalten. Die praktische Ausbildung findet natürlich im Betrieb statt, der Anteil liegt im Vergleich zum dualen Studium aber deutlich höher.

 

Abgesehen davon sind während der zwei bis vier Jahre dauernden Ausbildung von Anfang an zwei Abschlüsse vorgesehen. Im Einzelhandel zum Beispiel ist der erste Schritt der Abschluss als „Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel“, daran schließt die zusätzliche Qualifizierung zum Handelsfachwirt an. Besonders vorteilhaft, neben den vergleichsweise guten Chancen, nach Ausbildungsende im Betrieb übernommen zu werden, sind die Aussichten auf einen schnelleren Aufstieg in Führungspositionen.

 

Das Angebot ist allerdings noch längst nicht überall zu finden, die vorhandenen Plätze müssen darüber hinaus schnell gesichert werden – sie werden teilweise schon ein Jahr im Voraus vergeben. Dazu gibt es noch keine einheitlichen Regelungen für den Ablauf und die Inhalte der Ausbildung, hier kann es also durchaus Unterschiede zwischen den Regionen und Unternehmen geben.

 

Vorteile durch Sonderausbildungen und Zusatzqualifikationen

Wer eine Sonderausbildung absolviert oder Zusatzqualifikationen erwirbt, kann schon während der Ausbildungszeit mit verantwortungsvolleren Aufgaben betraut werden – und langfristig seine Karrierechancen verbessern.Wer eine Sonderausbildung absolviert oder Zusatzqualifikationen erwirbt, kann schon während der Ausbildungszeit mit verantwortungsvolleren Aufgaben betraut werden – und langfristig seine Karrierechancen verbessern. Überhaupt sind Sonderausbildungen und Zusatzqualifikationen prinzipiell für die Arbeitswelt als solche inzwischen eine gewisse Notwendigkeit. Das liegt vor allem an den gestiegenen und weiterhin steigenden beruflichen Anforderungen, die ein Weiterbilden unabdingbar machen. Davon profitieren letztlich aber nicht allein die Arbeitnehmer – zusätzlich erworbene Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten kommen schließlich auch den Unternehmen wieder zugute. Letztere haben so unter anderem die Möglichkeit, bestimmte innerbetriebliche Qualifikationsprofile abdecken zu können.

Ausbildung mit Mehrwert: Sonderausbildungen und Zusatzqualifikationen als Alternative zum Studium

Die Möglichkeiten zum Erwerb von Zusatzqualifikationen haben selbstverständlich nicht nur die Auszubildenden, die ihre Lehre im Rahmen eines Abiturientenprogramms absolvieren. Hier sind beispielsweise zusätzliche Fächer, die inhaltlich über die Lehrpläne der Berufsschulen hinausgehen, ohnehin schon fest vorgesehen. Umso wichtiger ist daher, auch im dualen Ausbildungssystem die Chancen auf weitergehende Qualifikationen wahrzunehmen – und das Angebot ist vorhanden, bis 2013 lag die Zahl der Zusatzqualifikationen schon deutlich über 17.000.

 

Die decken ganz unterschiedliche Bereiche ab, von Technik und IT über Bauwesen, Körperpflege und Medien bis hin zu Tourismus und Gartenbau. Besonders viele Angebote, die allerdings auch besonders häufig genutzt werden, sind unter den internationalen Qualifikationen – dazu zählen beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen etc. – und bei den kaufmännischen Qualifikationen – also weiterführende betriebswirtschaftliche Kenntnisse zum Beispiel – zu finden.

Aus- und Fortbildung zum Handelsfachwirt

Wie genau etwa die Fortbildung zum Handelsfachwirt von statten geht, zeigt das Beispiel von Fabrice Surmont: Ihm fehlte im BWL-Studium schlichtweg der praktische Bezug, welchen im Gegensatz dazu die Aus- und Fortbildung zum Handelsfachwirt bietet. Vermittelt wurden in der von Fabrice absolvierten Sonderausbildung nicht nur die administrativen Grundlagen wie Warenannahme, Warenauszeichnung oder Kassentätigkeiten. Es wurden zugleich auch Möglichkeiten geboten, in verantwortungsvolleren Aufgabenbereichen Erfahrungen zu sammeln – hierunter fällt zum Beispiel die Durchführung von Inventuren oder die Unterstützung von Filialneueröffnungen. Begleitet wird dies durch Fächer wie Unternehmensführung, Logistik oder Handelsmarketing. Die Ausbildung ermöglichte dem Auszubildenden außerdem einen Wechsel von der Filiale in die Revisionsabteilung der Zentrale. Der Aufgabenbereich ist hier selbstverständlich noch einmal ein anderer, hier geht es beispielsweise verstärkt um Themen wie Finanzbuchhaltung und ähnliches.

Ausbildung zum Managementassistenten

Einen etwas anderen Weg stellt die Ausbildung zum Managementassistenten dar. Vor der Zusatzqualifikation ist allerdings auch hier der erfolgreiche Abschluss als Kaufmann im Einzelhandel vorgesehen. Danach liegen die Schwerpunkte der weiteren Ausbildung auf den Bereichen Handelsmanagement, Warenwirtschaft und E-Business. Außerdem wird eine weitere Fremdsprache erlernt. Die Tätigkeitsfelder von Managementassistenten sind in den mittleren und höheren Führungsebenen angesiedelt, als Substitut, Abteilungsleiter oder Geschäftsführer. Die Aufgaben umfassen dabei den Einkauf, das Personalwesen und die Ausbildung.

 

Die Leiter: Aufstiegschancen im Einzelhandel

In gewisser Weise bedeuten die Sonderausbildungen für sich genommen schon einen Aufstieg im Betrieb – dafür sorgen die Zusatzqualifikationen. Allerdings sind die Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten damit keineswegs erschöpft, noch sind sie auf die Zeit im Berufsleben beschränkt. Tatsächlich fängt die Förderung bereits in der Berufsvorbereitung an. Um während der späteren bzw. weiteren Erwerbstätigkeit nicht den Anschluss zu verlieren und den Veränderungen des Arbeitsmarktes gewachsen zu sein, gehören Fort- und Weiterbildungen ohnehin zu den Grundvoraussetzungen für den beruflichen Erfolg.

 

Die Bedeutung individueller Förderung

Fachkräfte langfristig sichern: Stärken fördern in der Berufsvorbereitung

Von besonderer Bedeutung ist die individuelle Förderung im Zuge der Vorbereitung auf den Berufseinstieg, gerade in solchen Fällen, in denen die Diskrepanz zwischen (mangelnder) schulischer Ausbildung und den Anforderungen an die hochqualifizierten Fachkräfte, die auf dem Arbeitsmarkt fehlen, sehr weit auseinanderklafft. Keine Frage, hier ist politisches Handeln gefragt, um die Personallücken in den Unternehmen künftig schließen zu können. Dazu gilt es beispielsweise, all jene Jugendlichen, die – aus welchen Gründen auch immer – ihre Schulausbildung vorzeitig und deshalb ohne einen formalen Abschluss abgebrochen haben, ganz gezielt fit zu machen. 

 

Berufsorientierung soll künftig schon früher die Stärken der Schüler berücksichtigen, damit diese nach dem Ende ihrer schulischen Laufbahn wirklich die nötige Ausbildungsreife für das Berufsleben vorweisen können.Schwierig ist allerdings, so führte schon für fünf Jahren Roland Matzdorf, Leiter der Abteilung Arbeit und Qualifizierung im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales im Interview aus, der Umfang des Problemkomplexes Fachkräftemangel und nicht ausbildungsfähige Jugendliche. Neue staatliche Programme können in dieser Situation aufgrund der zu geringen Kapazitäten keine oder nur geringe Abhilfe schaffen. Stattdessen soll der Übergang von der Schule in eine Ausbildung neu ausgerichtet werden.

 

Das Motto in diesem Zusammenhang lautet „praxisbezogene Berufsorientierung“, mit der insbesondere die Schüler der Klassen 8 bis 10 gezielter auf das Arbeitsleben vorbereitet werden sollen. Dabei geht es nicht allein um das Vermitteln von Informationen zu möglichen Ausbildungsberufen und deren Anforderungen – es geht auch um ein konkreteres Eingehen auf die individuellen Kompetenzen und Potenziale der Schüler.

 

Daraus ergeben sich für den schulischen Werdegang und die Zeit danach folgende Möglichkeiten:

  • Schülern, die zwar über die nötige Ausbildungsreife verfügen, aber dennoch keinen betrieblichen Ausbildungsplatz finden, soll mit verschiedenen Maßnahmen geholfen werden. Dazu zählen Langzeitpraktika mit Übernahmeverpflichtung oder Bildungsgänge an den Berufsschulen, die einen Wechsel in das zweite Ausbildungsjahr ermöglichen.
  • Fehlt trotz der schulischen Berufsorientierung die Ausbildungsreife, können individuelle Fördermaßnahmen in der Form der dualen Ausbildung angeboten werden. Die Förderung fände dann beispielsweise zwischen Berufskolleg und Betriebspraktikum statt.

Innerbetriebliche Personalentwicklung: Individuelle Förderung während der Ausbildung

Individuelle Förderung ist natürlich auch noch im Betrieb möglich. Im Einzelhandel werden Förderprogramme zum Beispiel genutzt, um innerhalb der verschiedenen Bereiche – also etwa bei den Frischetheken für Käse, Fisch, Fleisch etc. – intern gezielt Führungskräfte auszubilden. Die Maßnahmen der individuellen Personalentwicklung sind dabei das Ergebnis einer umfassenden Kompetenzeinschätzung und orientieren sich einerseits am speziellen Bedarf der Abteilungen, andererseits am Entwicklungsbedarf der Mitarbeiter.

 

Konkret werden Coachings im Betrieb und weiterführende Seminare zu Themen wie Projektmanagement, Mitarbeiterführung, Kommunikationstraining etc. angeboten. Selbstverständlich wird dabei auch fachspezifisches Wissen vermittelt. Alternativ oder besser ergänzend eignen sich auch E-Learning-Kurse.

 

Ziele der Weiterbildung

Aufstieg, Anpassung und Karrierestufen

Karriereleiter im EinzelhandelWeiterbildungsmaßnahmen dienen selbstverständlich nicht allein dem beruflichen Aufstieg, wenngleich das gerade aus Mitarbeitersicht die attraktivste Variante ist. Die Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt beispielsweise qualifiziert die Absolventen für Führungsaufgaben im oberen Management und somit für eine Beteiligung und Mitgestaltung von Unternehmensstrategien und –führung. Die Inhalte diese Weiterbildung umfassen daher Aspekte des wirtschaftlichen Handelns (Marketing-Management, Bilanz- und Steuerpolitik, europäische und internationale Wirtschaftsbeziehungen etc.), aber eben auch Personal- und Projektmanagement und Unternehmensführung.

 

Die Hierarchien, die im Einzelhandel durchlaufen werden können, reichen vom unteren bis zum oberen Management. Je nach Betriebsgröße oder Unternehmenstyp unterscheiden sich die Bezeichnungen der einzelnen Positionen zwar, aber insgesamt sieht die Karriereleiter für Einzelhändler wie folgt aus:

 

Bei der Anpassungsweiterbildung geht es in erster Linie darum, vorhandenes Wissen und Fähigkeiten zu vertiefen und zu aktualisieren. Ziel ist hierbei die Optimierung der im jeweiligen Aufgabengebiet erbrachten Leistungen. Entsprechend der Vielfältigkeit der verfügbaren Tätigkeiten im Handel gibt es, wie bei den Zusatzqualifikationen schon angesprochen, ein weitreichendes Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten – vom Verkaufstraining über Fremdsprachen- und IT-Kenntnisse bis hin zu betriebs- und volkswirtschaftlichem Wissen. Unter Umständen können auch soziale oder kommunikative Kompetenzen wichtig sein. Ausschlaggebend für derartige Maßnahmen sind einerseits der persönliche Bedarf der betreffenden Mitarbeiter, andererseits die Erfordernisse des Unternehmens.

 

 

Karrieresprünge mit Methode: Die betriebliche Weiterbildung

Eine abgeschlossene Ausbildung, selbst wenn sie noch so viele Zusatzqualifikationen beinhaltet, bedeutet also noch lange nicht das Ende des Lernens im Berufsalltag. Im Gegenteil: Wie vielleicht zu keinem Zeitpunkt der Geschichte zuvor wird heutzutage neues Wissen generiert und transferiert. Damit einhergehen immer schnellere technologische Veränderungen und auch der demografische Wandel (Stichwort alternde Gesellschaft) wirkt sich auf die Erfordernisse des Berufslebens aus.

Das Lernen für den Beruf ist mit der Ausbildung längst nicht abgeschlossen – es ist vielmehr ein bis ins hohe Alter fortlaufender Prozess.Lebenslanges Lernen im Beruf

Das Lernen für den Beruf ist mit der Ausbildung längst nicht abgeschlossen – es ist vielmehr ein bis ins hohe Alter fortlaufender Prozess. Die Konsequenz dieser Entwicklungen: Lebenslanges Lernen ist eine notwendige berufliche Begleiterscheinung geworden. Dazu gehört allerdings auch die Erkenntnis, dass dabei eine gewisse Eigenständigkeit gefragt ist. Die Anpassung des Wissensstandes und der Fähigkeiten an die Anforderungen des Berufsfeldes setzen, einfach gesprochen, auch den Willen zu regelmäßiger Veränderung voraus. Das sollte jedoch keinesfalls als Bürde verstanden werden, sondern als Möglichkeit der langfristigen beruflichen Perspektive. Das gilt insbesondere dann, wenn der Erwerb von neuen Kenntnissen oder Fertigkeiten eben nicht allein dazu dient, die gestellten Erwartungen zu erfüllen, sondern sich darüber hinaus zu entwickeln.

Rahmenbedingungen im Betrieb: Mitarbeiterqualifizierung und Wege der Weiterbildung

Hilfreich ist es in dieser Situation natürlich, wenn der Betrieb die richtigen Rahmenbedingungen schafft, um die berufliche Qualifizierung der Mitarbeiter auch für zukünftige Aufgaben zu sichern. Damit dies gelingen kann, stehen den Unternehmen zahlreiche Methoden für die Weiterbildung zur Verfügung. Wie genau diese letztendlich ausgestaltet werden, hängt von verschiedenen Faktoren, beispielsweise den anfallenden Kosten oder der Gruppengröße der zu qualifizierenden Mitarbeiter. Entscheidend ist ebenfalls die Art der Problematik, denn spezielle Fragestellungen innerhalb des Unternehmens erfordern eben darauf ausgelegte Lösungen.

 

  • Seminare: Hier gilt es unter anderem zwischen offenen oder für den Betrieb maßgeschneiderten Angeboten zu unterscheiden. Letztere bedeuten einen größeren planerischen und finanziellen Aufwand, dafür sind Umsetzung und Erfahrungsaustausch leichter, weil alle Teilnehmer aus demselben Unternehmen stammen. Ebenso stellt sich die Frage, ob eine interne oder eine externe Qualifizierung sinnvoller ist. Für eine Verlegung aus der Firma heraus spricht in jedem Fall die bessere Lernatmosphäre, die dadurch nicht durch den weiterlaufenden Betrieb gestört werden kann.

  • Innerbetrieblicher Wissens- und Erfahrungstransfer: Vorrangiges Ziel hierbei ist das Sichern und Verbreiten von Wissen (und zwar Fachwissen einerseits und Erfahrungen andererseits) innerhalb des Betriebs. Das fördert unter anderem die Innovationsfähigkeit im Unternehmen und den zielgerichteten Aufbau des Wissens. Dazu gehört auch die Möglichkeit, neue Mitarbeiter durch bewusst altersgemischte Teams schneller einarbeiten zu können – und im Idealfall den Austausch zwischen frischem fachlichen Wissen und den bestehenden Erfahrungen noch einmal anzustoßen. Positiver Nebeneffekt: Die interne Qualifizierung spart langfristig auch Kosten ein.

  • Möglichkeiten des E-LearningsE-Learning und Fernstudium: Das digitale Zeitalter sorgt auch im Bereich des elektronischen Lernens für deutliche Erleichterungen: Besonders virtuelle Klassenräume sind ein großer Fortschritt zum Lernen alleine, gleichzeitig besteht eine gewisse örtliche und zeitliche Unabhängigkeit – jedenfalls solange die technischen Grundvoraussetzungen dafür bereit stehen. Ebenfalls vorausgesetzt ist aber ein gutes Maß an Selbstdisziplin und Motivation.
    Das gilt in gleicher Weise natürlich für die von den Industrie- und Handelskammern angebotenen Fernstudien, denn hier ist schon der zeitliche Umfang eine Herausforderung: Für einen Bachelor- oder Master-Abschluss müssen immerhin zwischen zwei und drei Jahren eingeplant werden. Andere Weiterbildungen sind hingegen in deutlich kürzerer Zeit zu bewältigen und haben niedrigere Zugangsbedingungen, erfordern also beispielsweise kein Abitur.



Fazit

Die Beliebtheit des Einzelhandels als Ausbildungsbranche kommt offensichtlich nicht von ungefähr: Abgesehen von der großen Vielfalt an Tätigkeitsfeldern gibt es eine noch größere Vielfalt an möglichen Zusatzqualifikationen, Weiterbildungen und Spezialisierungen. Diese sind einerseits nötig, um den Veränderungen des Arbeitsmarktes auch in Zukunft mit dem entsprechenden Wissen und richtigen Fertigkeiten begegnen zu können. Andererseits eröffnen sich dadurch natürlich auch immer Möglichkeiten, die Karriereleiter weiter hinaufzukommen. Die Gelegenheiten sind jedenfalls in so gut wie allen Betrieben des Einzelhandels vorhanden und können schon mit Beginn der Ausbildung in Anspruch genommen werden.

Ein Artikel vom Externenautor Michael Schulze

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