© Ignacio F./Unsplash

audimax probiert's aus: Zero Waste

Diesmal: Redakteur Felix lebt eine Woche verpackungsmüllfrei

Eine Woche keinen Müll verursachen – geht das? Mit dieser Frage vor Augen starte ich in meine Woche. Etwas müde (den Kaffee habe ich aufgrund der Verpackung weggelassen) lasse ich im Zug meinen ersten verpackungsfreien Morgen Revue passieren. Das Problem begann schon beim Duschen und hat sich am Waschbecken fortgesetzt: Shampooflasche, Zahnpastatube, elektrische Zahnbürste, Haargel, Deo – alles Müll. »Dann hätte ich den Kaffee auch noch trinken können«, denke ich mir und beiße in meine Banane.

Mittags gelingt die Müllvermeidung besser: Beim Metzger bestelle ich mir zum Einstieg eine Leberkässemmel auf die Hand. Blöd nur, dass der Metzger nicht verstehen will, dass ich KEINE Serviette möchte und mir die Semmel auf den Tresen klatscht. Ansonsten habe ich überraschend keinerlei Hindernisse: Ob Currywurst in der Schüssel oder Chinesisch im mitgebrachten Behälter – ich bekomme alles ohne Weiteres abgefüllt und erfahre noch Zuspruch von Fremden. Beim Dönerteller werde ich sogar belohnt, denn die Portion auf meinem mitgebrachten Teller fällt größer als üblich aus und bringt mir neidische Blicke ein. Die größten Probleme habe ich tatsächlich beim Metzger und beim Bäcker: Ich bestehe darauf, einen warmen Tomate-Mozzarella-Fladen unverpackt mit der Hand zu nehmen, was bei der Verkäuferin ungläubiges und verzweifeltes Kopfschütteln auslöst.

Bei meiner Recherche fällt mir auf, dass Unverpackt-Läden noch selten sind. Als ich es endlich schaffe einen zu besuchen, bin ich … überrascht. Das Geschäft ist größer als angenommen und hat wirklich viel Auswahl: verschiedene Sorten Cornflakes, Gewürze, Öle, Süßigkeiten, Knabbereien, Nudeln, Mehl und vieles mehr. Dazu kommen Waschmittel und Seifen. Viele davon sind in durchsichtige Röhren gefüllt, unter die bequem ein Behälter zum Abfüllen passt. Passen würde – ich habe natürlich nichts dabei. Staunend suche ich mich durch die Haarseifen und Deos, denn auch hier gibt es mehr Auswahl als gedacht. An der Kasse sehe ich, dass es selbst Mozzarella unverpackt zu kaufen gibt. Deo und Seife sind zwar teuer, verrichten ihren Dienst aber genauso wie ihre müllbereitende Verwandtschaft. Und dazu gibt’s noch Tipps von der engagierten Verkäuferin. Zugegeben: Mein sehr kurzer Versuch befasst sich zwar nicht mit den großen Problemen der Müllvermeidung, allerdings sind es vor allem auch die kleinen Dinge, wie Deo, Shampoo oder Essen-To-Go, die viel Müll machen. Und: Ich werde – gemeinsam mit meinen Kollegen – weiterhin darauf achten, weniger Mittagsmüll zu produzieren.  


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