Rechtsbücher in einer Reihe
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DSGVO – Was du als Student oder Selbständiger wissen musst!

Seit dem 25.05.2018 gilt die neue Dateschutzgrundverordnung, kurz DSGVO. Doch was hat sich eigentlich genau geändert und was muss ich als Selbständiger und Student über die neue Regelung wissen? Wir haben es für dich zusammengefasst!

DSGVO – Was bringt das neue Auskunftsrecht?

  • Recht auf Info: Du als Verbraucher musst künftig von Beginn an darüber informiert werden, wer deine persönlichen Daten wie Name, Adresse, Ausweisnummer oder E-Mail-Adresse und vor allem aus welchem Grund erhebt. Außerdem muss hervorgehen, wie lange deine Daten gespeichert werden und dass du deine Einwilligung jederzeit zurückziehen kannst
  • Recht auf Vergessenwerden: Hinter dem pathetischen Wort verbirgt sich nichts anderes, als dein Recht, dass Daten, die für den ursprünglichen Zweck der Speicherung nicht mehr gebraucht werden, gelöscht werden müssen. Außerdem erhältst du das Recht, dass personenbezogene Daten über dein Privat- oder Berufsleben sowie Fotos aus dem Netz gelöscht werden, wenn du es verlangst.
  • Datenminimierung: Daten dürfen nicht beliebig, sondern nur zweckgebunden erhoben werden. So soll sichergestellt werden, dass weniger persönliche Daten verbreitet werden.
  • Recht auf Auskunft: Unternehmen, Plattformen und Organisationen müssen gespeicherte Daten auf Wunsch zur Verfügung stellen.
  • Datenrucksack: Wechselst du von einem, z.B. Telefonanbieter zu einem neuen, kannst du Daten wie Mails, Fotos, und Kontakte mitnehmen.
  • Mehr Sicherheit: Deine Daten müssen in Zukunft so gespeichert werden, dass unbefugter Zugriff und versehentlicher Verlust ausgeschlossen ist! Über Datenschutz-Verstöße musst du umgehend informiert werden. Ist ein Risiko für dich entstanden, müssen Unternehmen diese Verstöße sogar bei nationalen Behörden melden.
  • Strafen: Bei Verstößen gegen die neue DSGVO drohen Strafen von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens.

DSGVO – Auswirkungen auf Studenten

Durch die neue DSGVO soll es Studenten künftig einfacher gemacht werden, auf ihre persönlichen Daten Zugriff zu erhalten und diese Daten wesentlich einfacher von einem Dienstleister zum nächsten übertragen zu können. Auch das »Recht auf Vergessenwerden« wirkt sich positiv aus: Studierende können ihre persönlichen Daten von Websites und Online-Ressourcen ihrer Wahl löschen lassen. Folglich hast du nun das Recht, die Verwendung deiner persönlichen Daten zu hinterfragen und notfalls rechtlich anzufechten. Die Privatsphäre ist für modernde Studenten ein wichtiges Anliegen, angesichts der zunehmenden Verbreitung von sozialen Medien und der gemeinsamen Nutzung von Daten im Internet. Du kannst Zugang zu allen personenbezogenen Daten verlangen, sei es von Social-Media Plattformen oder Bildungseinrichtungen. Unrichtige oder unvollständige Daten müssen berichtigt oder auf deinen Befehl hin gelöscht werden. Auch die Verwendung deiner persönlichen Daten zu Marketingzwecken kannst du einfach widersprechen.

DSGVO – WhatsApp, Instagram & Co.

Der Messaging Dienst WhatsApp hat bei der Umsetzung des neuen Gesetzes lediglich das Mindestalter seiner Nutzer von 13 auf 16 Jahren angehoben. Einen Nachweis, wie das Hochladen eines gültigen Ausweises muss der Nutzer aber nicht erbringen. Er wird beim Installieren der App gebeten, zu bestätigen älter als 16 Jahren zu sein.

Auf Instagram kannst du zukünftig deine hochgeladenen Bilder, Videos und Stories herunterladen. Auch hochgeladene Kontakte, Telefonnummern und Direktnachrichten sollen gesichert werden können. Im Moment ist diese Funktion jedoch erst über die Web-Version möglich.

Da Facebook wegen dem Umgang mit persönlichen Daten in den letzten Jahren ständig in der Kritik stand, rüsten sie jetzt auf: Es gibt ein ganzes Team, dass sich nur darum kümmert, sicherzustellen, dass die Regelkonformität dokumentiert wird. Sie versprechen zudem, in regelmäßigem Austausch mit Politikern, Aufsichtsbehörden und Datenschutzexperten zu stehen. Wir sind gespannt!

DSGVO – Was Selbständige wissen müssen!

  • Don't Panic: Viele der diskutierten Änderungen betreffen Kleinstunternehmen überhaupt nicht. Einen Datenschutzbeauftragten brauchen nur Unternehmen, in denen zehn oder mehr Mitarbeiter immer mit Kundendaten zu tun haben. Natürlich heißt das nicht, dass du dich als Selbständiger einfach zurücklehnen kannst, prüfe trotzdem genau, welche Pflichten für dich relevant sind.
  • Kunden informieren: Informationspflicht heißt das Zauberwort! Setze ein Standardschreiben auf, dass du an deine Kunden verschicken kannst, um sie darüber zu informieren, was genau du über sie weißt und was mit ihren Informationen passiert.
  • Daten sichern: Wegen des Informationsanspruch musst du als Selbständiger deine Kundendaten sauber anlegen. Die Daten sind außerdem vor Hackerangriffen zu sichern. Nichts neues, jedoch werden durch die neue DSGVO hohe Bußgelder fällig, sollte etwas schief gehen.
  • Mitarbeiter nicht vergessen: Gleiches Recht für alle! Auch deine Mitarbeiter dürfen erfahren, welche Daten intern über sie gespeichert werden, gerade weil deren Daten häufig viel umfangreicher sind, als die der Kunden. Je sensibler die Info, desto sorgfältiger musst du damit umgehen.
  • Löschen muss sein: Laut der neuen DSGVO dürfen Daten nur noch so lange gespeichert werden, wie sie Verwendung finden. Benötigst du die Kundendaten nicht mehr, bist du verpflichtet sie unwiderruflich zu löschen. Bis dahin vergeht in den meisten Fällen jedoch viel Zeit, da du Daten oft für die Steuer oder zur Gewährleistung aufheben musst. Auch geht aus dem neuen Gesetz nicht deutlich hervor, was zum Beispiel mit Krankmeldungen deiner Mitarbeiter geschehen soll.

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