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Berufsbegleitender Master: So funktioniert's

Mit einem berufsbegleitendem Master kannst du deine Ausbildung krönen. So klappt es

Ein Studium zu meistern oder erst vor kurzer Zeit den ersten Job angetreten zu haben, ist beileibe kein Kinderspiel. Es verlangt eine gehörige Portion Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit. Bei all dem Stress noch an Weiterbildung zu denken, käme den meisten wohl nicht in den Sinn. Wie in der Schule aber gilt: Fleißaufgaben kommen an und machen Eindruck – bei Chefs und Personalern.

Qual der Wahl: Den richtigen berufsbegleitenden Master finden

Wer sich letztendlich überwinden kann, noch eine Weile auf Freizeit zu verzichten, steht bei seiner Wahl der geeigneten Weiterbildung vor einem schier unüberblickbaren Berg an Möglichkeiten. Da gibt es zunächst verschiedenste Anbieter, die in den meisten Fällen auch ganz unterschiedliche Preise verlangen. Vom kostenfreien Online-Zertifikat reicht die Bandbreite hin zum Studium, das nicht selten 40.000 Euro teuer ist. Teuer ja, aber wert? Damit sich der Preis einer Weiterbildung auch bezahlt macht, ist es wichtig, einen entscheidenden Punkt zu beherzigen: »Berufliche Weiterbildung«, betont Petra Schneider, Teamleiterin akademische Vermittlung bei der Agentur für Arbeit in München, »sollte immer zweckgebunden und am Arbeitsmarkt orientiert sein beziehungsweise den Anforderungen von konkreten Aufgaben entsprechen.« So kann Weiterbildung beispielsweise dabei helfen, auf dem Arbeitsmarkt überhaupt Fuß zu fassen. Wer als Geisteswissenschaftler ein nicht-konsekutives Masterstudium in einer kaufmännischen Fachrichtung oder gar einen Master of Business Administration (MBA) dranhängt, kann neben dem hart umkämpften Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler auch Stellen für Betriebswirtschaftler in Betracht ziehen. Allen, die bereits im Berufsleben stehen, rät Peter Rother vom Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband), sich ein Weiterbildungsprogramm auszusuchen, das auf bereits erworbenen Fähigkeiten und Qualifikationen aufbaut. »Nur so könnte es auch gelingen, den Vorgesetzten vom Weiterbildungsvorhaben zu überzeugen und gegebenenfalls sogar um finanzielle Unterstützung zu bitten.« Dass sich Weiterbildungen nicht nur für (potenzielle) Arbeitnehmer auf dem Gehaltszettel und für die Karriere auszahlen, sondern auch dem Unternehmen nützen, haben mittlerweile immer mehr Vorgesetzte erkannt. Und noch einen Vorteil haben Weiterbildungen: Meist zählt die Note nicht mehr so stark wie im Studium. Diesen Eindruck hat auch Peter Rother: »Es mag Personalverantwortliche geben, die stark auf die Noten achten, gefühlsmäßig würde ich aber sagen, dass der Abschluss an sich entscheidend ist. Zumindest schadet eine gute Note nicht.«

Darauf musst du bei der Auswahl deines berufsbegleitenden Masters achten

Was auch nicht schadet ist, vor Auswahl und Antritt der Weiterbildungsmaßnahme genau auf den Anbieter und die Inhalte der Weiterbildung zu schauen. »Gute Weiterbildungen«, erklärt Andreas Petz, Teamleiter akademische Vermittlung bei der Agentur für Arbeit in München, »erkennt man unter anderem an einer individuellen Beratung durch den Anbieter sowie an geschulten, gut qualifizierten und praxiserfahrenen Dozenten.« Bei einem Aufbau- oder Masterstudium sollte man unbedingt darauf achten, dass der Studiengang akkreditiert, also von einer unabhängigen Akkreditierungsagentur zertifiziert ist. Zudem veröffentlicht die Stiftung Warentest regelmäßig Testberichte rund um verschiedenste Weiterbildungsmaßnahmen und -angebote. »Außerdem«, rät Peter Rother, »sollte man versuchen, Bewertungen von Nutzern im Internet zu erhalten.«

Wann soll ich mich um einen berufsbegleitenden Master kümmern?

Und wann ist der beste Zeitpunkt, sich in das Projekt Weiterbildung, ganz egal ob berufsbegleitendes Masterstudium, Master of Business Administration (MBA), Master of Laws (LL.M.) Volkshochschulkurs, Onlinezertifikat oder IHK-Seminar, zu stürzen? Eine pauschale Aussage dazu lässt sich nur schwerlich treffen. »Das kommt doch sehr auf die individuelle Situation an«, meint Peter Rother vom Bildungsverband. »Vermeiden sollte man Zeiten, in denen man ohnehin schon stark belastet ist, wie in der Prüfungszeit oder in Einarbeitungsphasen.« Für die Stipendiaten der Bayerischen Eliteakademie in München gilt das nicht. Sie beginnen schon während des Studiums, sich fortzubilden. »Das Curriculum«, erzählt Florian Raith, Referent für Hochschulmarketing, »steht unter dem Leitbild ›werteorientierte Führung und Verantwortung und besteht aus drei jeweils vierwöchigen Blöcken in der IHK Akademie Feldkirchen-Westerham in den Semesterferien.« Im Rahmen dieser Blöcke können die Stipendiaten, die sich aus überdurchschnittlich engagierten und leistungsfähigen Studierenden bayerischer Hochschulen zusammensetzen, Seminare zu Management, Wirtschaft, Ethik, Psychologie oder technologischen Innovationen besuchen. Darüber hinaus werden Themen wie Soft-Skills oder Improvisationstheater angeboten. Firmenexkursionen, Praxistage in sozialen Einrichtungen, Auslandspraktika oder Kamingespräche mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik runden das Angebot ab. Und wozu das Ganze? »Unser Ziel ist es, Führungskräfte mit einem ausgeprägten Sinn für Verantwortung und ethischer Denkweise auszubilden«, so Raith. Wie könnte das besser gelingen als mit Weiterbildung?

Ob Karriere in einer Führungsposition, mehr Gehalt oder einfach mehr Wissen – die Intentionen, sich für Weiterbildung zu entscheiden, sind so vielfältig wie die Angebote selbst. Gemein haben sie alle etwas: Sie lohnen sich. 


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