Erfahrungsberichte MINT-Fächer

Schreiben können wir ja viel. Aber wie ist mit MINT-Fächern jetzt Arbeiten wirklich? Wo werden die eingesetzt? Hier mal Tacheles:

Zahnräder mit Schriftzug: Yes we can!

Für eine sichere Fahrt

Mira Merz, Entwicklungsingenieurin für Fahrzeugsicherheit bei Porsche

»ICH UNTERSUCHE AKRIBISCH DIE SEITEN AIRBAGS IN FAHRZEUGEN UND STELLE UNTER ANDEREM IN UMFANGREICHEN SIMULATIONEN UND VERSUCHEN SICHER, DASS SIE DIE NEUESTEN TECHNISCHEN ANFORDERUNGEN ERFÜLLEN UND AUF WEITERE SICHERHEITSSYSTEME IM FAHRZEUG ABGESTIMMT SIND. DAS ERGEBNIS MEINER ARBEIT MACHT MICH STOLZ, DENN IM UNGLÜCKSFALL KÖNNEN DIE SYSTEME MENSCHENLEBEN RETTEN.«


Schlaues Metall enwickeln

Lydia Lillpopp, Junior Expertin Innovation im Bereich Technologie und Innovation bei ›thyssenkrupp Steel Europe‹

»Als Metallurgin war es schon immer mein Traum, den Stahl der Zukunft mitzuentwickeln. In der Innovationsabteilung von ›thyssenkrupp Steel Europe‹ kann ich mein bisher erlerntes Wissen bei der Entwicklung und Anwendung von Smart Materials einbringen und jeden Tag erweitern. Besonders faszinierend in der Werkstoff entwicklung ist für mich die Untersuchung von mikrostrukturellen Eigenschaften. Durch Kreativmethoden versuchen meine Kollegen und ich ständig, neue Anwendungsideen am Puls der Zeit zu entwickeln. Dieser Spagat zwischen Grundlagen- und Anwendungsforschung macht meine tägliche Arbeit enorm abwechslungsreich.«


Sonnenstrom

Michael Kasubke, Laborleiter R&D Organic Chemistry und Business R&D Researcher bei der Solvay GmbH in Hannover

»Smartphones, Tablets und Elektroautos benötigen leistungsfähige Lithium-Ionen-Akkus. In Deutschland, Frankreich und Korea entwickelt mein Team gemeinsam fluorhaltige Additive, die Energiedichte, Haltbarkeit und Ladegeschwindigkeit verbessern. Mein Schwerpunkt ist der industrielle Herstellungsprozess. Mich fasziniert dabei, Reaktionen aus dem Labormaßstab in große Reaktoren zu übertragen. Für die gleiche chemische Reaktion nutzt man dort mitunter ganz andere Reagenzien als im Kolben. Unsere Forschung hilft allen, die Akkus nutzen. Besonders stolz sind wir darauf, mit unserem Elektrolyten F1EC zum Gelingen der ersten Weltumrundung per Solarflugzeug beizutragen. Erst leistungsfähige Akkus haben Solar Impulse den ersten nächtlichen Solarflug in der Geschichte der Menschheit ermöglicht. «


Mathematisch forschen

Björn Gebhard, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universität Gießen

»Für meine Doktorarbeit untersuche ich ein Modell für die Bewegung von Wirbeln in Flüssigkeiten. Mit dynamischen Systemen habe ich mich schon in meiner Bachelor- und Masterarbeit gern beschäftigt. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter bin ich auch für Lehraufgaben zuständig: Ich halte jede Woche eine Übung für die Studierenden, organisiere Klausurtermine und Räume oder schreibe für meinen Professor Lösungen für Hausaufgaben. Den Großteil meiner Arbeitszeit kann ich jedoch für die Forschung an meinem Promotionsthema aufwenden.«


Was hochziehen

Anna Kristina Gades, Bauleiterin im Hochbau bei Köster

»Im vergangenen Jahr habe ich mit meinem Team am Hamburger Fischmarkt den Neubau für ein achtgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus fertiggestellt. Eine echte Herausforderung war die Lage: Das Grundstück hat eine starke Hangneigung, ist hochwassergefährdet und schließt zudem direkt an die denkmalgeschützte Köhlbrandtreppe an. Durch mein Studium sowie die permanente Weiterbildung in unserer unternehmenseigenen Akademie war ich für dieses technisch anspruchsvolleProjekt optimal vorbereitet.«


Vielfältige Klebstoffe

Matthias Haldenwang, seit seinem Masterstudium Anwendungsingenieur bei DELO Industrie Klebstoffe

»Unsere moderne Welt wird durch Klebstoffe zusammengehalten. Sie ermöglichen kleinere elektronische Geräte und leichtere Fahrzeuge. Meine Arbeit ist vielfältig: Heute arbeite ich daran, Displays mit Klebstoffen zu entspiegeln und morgen sorge ich dafür, dass Assistenzsysteme die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Da man Klebstoffe bereits in der Ideenphase berücksichtigen muss, sind wir bei Projekten immer von Anfang an dabei. Für mich verbinden sie etwas Magisches: Es hält, ohne dass man sieht wie – mit zukünftigen Schlüsseltechnologien.«


Kunststoffe

Christoph Kracke, Doktorand RTM Prozesstechnik bei BMW

»Nach meinem Studium in Maschinenwesen bin ich bei BMW als Doktorand eingestiegen. Hier forsche ich an neuen Wegen, kosteneffizient kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe, kurz CFK, herzustellen. CFK ist ein sehr innovativer Werkstoff: Das Material bietet durch seine hohe Festigkeit ein enormes Potenzial für Leichtbauanwendungen, weit über die Grenzen von Stahl und Aluminium hinaus. Dies ermöglicht ein geringeres Fahrzeuggewicht, wodurch Schadstoffemissionen und Verbrauch bedeutend eingegrenzt werden können. Im Bereich Elektromobilität spielt CFK eine entscheidende Rolle bei der Konzeption innovativer Fahrzeuge.«


Mörtelsysteme

Timo Jöchle, Entwickler F&E Trockenmörtel Uzin Utz AG

»Ich beschäftige mich mit Mörtelsystemen, welche üblicherweise aus einer Mischungunterschiedlicher Zemente, Gipse und Füllstoffe wie zum Beispiel Sande und Kreiden bestehen. In meinem aktuellen Projekt geht es um eine selbstverlaufende Bodenspachtelmasse. Faszinierend an dieser Arbeit ist vor allem das Feintuning der Produkte, die nachher in einer eher rauen Umgebung auf einer Baustelle zum Einsatz kommen.«


In IT-Fragen beraten

Stephan Hartelt, Business Intelligence Consultant bei Solisyon

»Ich bin Projektleiter für Business Intelligence-Projekte und Hauptansprechpartner für unsere Kunden. Darüber hinaus beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit Berichtswesen und Visualisierung von Daten und gebe Softwareschulungen – sowohl Remote als auch beim Kunden vor Ort. Morgens beginne ich mit der Beantwortung meiner E-Mails. Im Laufe des Vormittages treffen dann meistens Kundenanfragen bei mir ein. Diese arbeite ich nach Priorität ab oder delegiere sie. Am Nachmittag steht die Koordination mit den Projektmitarbeitern beziehungsweise die reine Projektarbeit auf der Tagesordnung. Die kann aber immer von einem sehr wichtigen Problem beim Kunden unterbrochen werden. Bei einem Vor-Ort-Termin heißt es: sehr früh aufstehen, ins Auto oder Flugzeug steigen, gegen neun Uhr das erste Meeting beim Kunden starten. Oft übernachte ich dann im Hotel.«


Gewebeentwicklung

Laura Rothermel, Bachelor ›Textile Produkttechnologie, Bekleidungstechnik‹, arbeitet seit Oktober 2015 bei Ettlin

»Bei Ettlin beschäftige ich mich überwiegend mit der Entwicklung technischer Gewebe und deren Verarbeitung. Die grenzenlose Vielfalt an Einsatzgebieten dieser Textilien in der Zukunft und das Zusammenspiel mit vielen anderen Werkstoffen fasziniert mich sehr. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf der Materialintegration, wobei ich mich den verschiedenen Fügetechniken wie dem Schweißen und Kleben widme.«


Laserschweiß

Robert Witteler, Daimler AG

»Aktuell arbeite ich an der Schnittstelle zwischen Entwicklung und Produktion: Ich entwickle Laserschweißanwendungen für den Rohbau der Karosserie. Durch den Einsatz von Leichtbaumaterialien tragen wir dazu bei, das Gewicht unserer Fahrzeuge und damit die CO2-Emissionen weiter zu senken.«


Feuerwehr für IT-Systeme

Dr. Mara Grahl, Security Analyst bei Computacenter

»Kunden rufen beispielsweise an, weil ein akuter Malwarebefall die Kernprozesse eines Unternehmens lahmzulegen droht. Dann geht es darum, unter Zeitdruck verdächtige Vorgänge und schädliche Software mit Hilfe von Monitoring-Systemen und Spezialtools zu analysieren, forensisch nachzuvollziehen und entsprechende Abwehrmaßnahmen einzuleiten.«


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