MINT studieren? - Erfahrungsberichte

In ›anders besser gleich‹ verraten die Studenten der MINT-Fächer:

Ist das Studium wie erhofft? Dazu ihre Tipps, was sie beachten würden, hätten sie damals schon gewusst, was sie heute wissen. Und bitte:

 

Marlene studiert Medizintechnik,

»Fit in Mathe, Lust auf Praxis«

»Dass Technik und Mathe dabei sein werden, war mir natürlich klar. Allerdings habe ich erwartet, dass es doch noch mehr in die Biologie geht. Ich hab sehr viel Physik und Elektrotechnik und eben nur zwei Semester Medizin – ich hätte schon gedacht, dass wir gerade in letzterem Fach etwas mehr in die Tiefe gehen. Toll finde ich, dass wir sehr viele Praktika absolvieren. Die sind vorgeschrieben und helfen wirklich weiter. Ingesamt machen wir zehn Stück in verschiedenen Fächern wie Konstruktion oder medizinische Gerätetechnik – das war eines meiner besten Praktika. Wer sich für ein Studium der Medizintechnik interessiert, sollte auf jeden Fall ein technisches Verständnis mitbringen und fit in Mathe sein.«

Ulli studiert Energietechnik mit Schwerpunkt Vefahrenstechnik,

 »Viel Theorie und wenig Vorgaben«

»Was mich doch überrascht hat: Wir müssen sehr viel lesen – die Skripte sind teilweise sehr umfangreich – das finde ich als Vollblut-Techniker manchmal etwas anstrengend. Das mag aber auch daran liegen, dass ich an einer Universität studiere und nicht an der Fachhochschule. Das bedingt wohl auch, dass das Studium leider nicht so praktisch ausgerichtet ist wie erhofft. Daher bin ich froh, dass ich durch Praktika schon etwas Erfahrung habe. Mir macht es aber trotzdem Spaß, denn ich kann meine Kurse relativ frei je nach Interessen wählen – abgesehen von einigen Grundlagenvorlesungen. Das erfordert natürlich auch viel Eigeninitiative, denn der Studenplan wird nicht wie in der Schule vorgegeben. Gleichzeitig bedeutet das auch viel Freiheit, denn montags erst um zwölf Uhr in die Uni zu müssen, hat durchaus Vorteile. Mein Tipp: Informier dich im Vorfeld und frag auch mal bei Studenten aus höheren Semestern nach, die haben das schließlich alles schon durchgemacht und können Insidertipps geben.«

Frederik studiert Wirtschaftsinformatik, 

»Programmieren und Wirtschaft verstehen« 

»Wie der Name schon sagt, besteht mein Studiengang aus einem großen Teil Informatik – das macht mir sehr viel Spaß –und aus einem Wirtschaftsteil, den ich nicht ganz so spannend finde, weil er eher trocken ist. Im ersten Semester hatten wir als Einführung parallel BWL und VWL. Inzwischen wird es mit Fächern wie Supply Chain Management etwas spezifischer.Zur Zeit haben wir aber definitiv einen höheren Informatikanteil. Hier finde ich vor allem den praktischen Part spannend: Wir programmieren viel und lernen, die Programmiersprachen korrekt anzuwenden. Große Abweichungen von meinen Erwartungen kann ich gar nicht finden, eigentlich bin ich wirklich ziemlich zufrieden. Interessierte sollten in Mathe gut gewesen sein, denn der Anteil ist im Studium hoch und auch relativ knackig.«

Thomas studiert Angewandte Chemie,

»Hoher Lernaufwand und hilfsbereite Professoren«

»Anders: Die Inhalte der Fächer sind oft ganz anders als erwartet. Bestes Beispiel ist das Fach ›Computeranwendung in der Chemie‹. Ich ging dort mit der Erwartungshaltung hin, wir würden etwas über die Software lernen, die zu Laborgeräten gehört. Aber wir haben eigentlich nur programmiert und Exceltabellen erstellt – anfangs hat sich mir nicht erschlossen, warum das für die Chemie wichtig ist. Besser: Die Professoren sind wirklich hilfsbereit und gehen gerne auf Fragen ein. Ich hätte gedacht, dass sie distanzierter sind, aber sie sind eigentlich sehr zuvorkommend. Gleich: Der Lernaufwand ist genauso groß, wie ich es mir vorgestellt habe. Auch die Materie ist ziemlich genau das, was ich erwartet habe. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich vorher eine Ausbildung gemacht und dadurch schon Vorkenntnisse mitgebracht habe. Mitbringen: Durchhaltevermögen! Und die Bereitschaft, sich auch mal durchzubeißen. «


Die Tipps von Marie Harder  (19),  6. Semester Maschinenbau:

»Das Studium gefällt mir wirklich sehr und ich würde es jedem, der an Technik interessiert ist, empfehlen. Allerdings sollte man sich vorher im Klaren darüber sein, dass das Ganze kein Zuckerschlecken ist. Wem es beim Studieren nur um ein geiles Studentenleben mit viel Freizeit geht, der sollte sich lieber für etwas anderes entscheiden. 

Ich habe mich im Vornherein ausgiebig über die Uni und das Angebot dort informiert, daher ist das Studium im Großen und Ganzen so wie ich es mir vorgestellt habe: Die ersten vier Semester wird sich durch die Grundlagen gequält um ab dem fünften Semester dann die wirklich spannenden Sachen zu lernen.  Das einzige was ich mir nicht ganz so vorgestellt hatte sind die hohen Durchfallquoten. Aber auch daran gewöhnt man sich.«


Virginia Malchus (20), 2. Semester Biologie:

»Ich hab mir mein Biologie-Studium schon arbeitsintensiv vorgestellt, bevor ich angefangen habe, zu studieren. Aber dass es so arbeitsintensiv ist, hätte ich nicht gedacht! Ich muss mich wirklich selbst organisieren und Prioritäten setzen, welche Fächer mir am Wichtigsten sind. Von Anfang an ist es wichtig, mitzulernen und nicht erst zu spät damit anzufangen, da es sonst leicht passieren kann, dass man mal durch eine Klausur durchfällt.

Dafür arbeite ich viel im Labor – das ist genau, was ich mir vom Studium gewünscht habe, denn ich kann jetzt schon im Team arbeiten und viel darüber lernen, wie mein Berufsleben später einmal aussieht. Allerdings ist es wirklich wichtig, sich dem Studium mit ganzem Herzen zu verschreiben, sonst ist es vielleicht doch nicht das Richtige.«


Pascal Trautnitz (25) , 5. Semester Wirtschaftsingenieurwesen:

»Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren, ist ziemlich genau so, wie ich es mir vorgestellt habe! Ich wollte mich nicht von Anfang an und vor Studienbeginn schon für eine Richtung entscheiden müssen. Deshalb war es mir wichtig, nicht nur technische Dinge, sondern auch wirtschaftliches Grundwissen im Studium zu kombinieren. Das Wing-Studium ist da tatsächlich die ideale Mischung – ich blicke immer wieder über den Tellerrand hinaus und lerne auch wichtige Aufgabenfelder in der Wirtschaft kennen, wie Einkauf oder Controlling.

Mein Tipp: Versucht bereits während eures Studiums, erste Praxiserfahrungen zu sammeln, zum Beispiel durch Praktika oder Nebenjobs. Dort könnt ihr euer theoretisches Wissen anwenden, eure Nische finden und merkt ziemlich schnell, ob euer Studiengang der richtige für euch ist oder nicht.«


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