Die Zukunft ist MINT

Interview mit Thomas Sattelberger, Personalvorstand Deutsche Telekom.

Mathe, IT, Naturwissenschaft und Technik - das ist MINT und ein großes deutsches Problem. Der Fachkräftemangel in diesen Bereichen hat einen Milliardenverlust für die Volkswirtschaft zur Folge. Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom und Vorsitzender der Initiative ‘MINT - Zukunft schaffen’, sprach mit uns über Schwierigkeiten und Visionen.

Thomas Sattelberger. Foto: Privat
Thomas Sattelberger MINT

Herr Sattelberger, der Nachwuchsmangel im MINT-Bereich verursachte im Jahr 2007 einen geschätzten Wertschöpfungsverlust von 18,5 Milliarden Euro. Haben Sie Angst um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands?

Ja – und nicht erst seit 2007. Die Entwicklung ist schon seit vielen Jahren absehbar. Deutschland ist das Land der Elektrotechnik, des Maschinenbaus, insbesondere der Automobilindustrie, der Chemie und der effizienten Produktionstechnik. Wenn hier die Fachkräftelücke trotz Krise bei rund 60.000 liegt und sich weiter verschärft, dann ist der Nachwuchsmangel die Achillesferse der deutschen Volkswirtschaft.

Woher kommt dieser Fachkräftemangel?

Zum einen ist es das Stereotyp, die typische Rollenverteilung, was Jungen und Mädchen spielen und lernen. Außerdem haben heute viele Erzieher und Erzieherinnen, die Wissen vermitteln, keine oder wenig technische Kompetenz. Zum dritten gibt es ein Bild von Technik, das total antiquiert ist. Das Technikbild ist häufig immer noch von industriellen Produktionsmethoden mit viel Dampf und Rauch geprägt.

Wenn nicht gegengesteuert wird – welche Konsequenzen hat der Fachkräftemangel für Deutschland?

Der Nachwuchsmangel könnte sich bis zum Jahr 2020 deutlich verschärfen, was einen enormen Wertschöpfungsverlust nach sich ziehen würde. Die Ersatzquote für MINT-Beschäftigte liegt schon heute bei nur 0,9, im Jahr 2020 voraussichtlich nur noch bei rund 0,7. Das heißt, auf zehn Ingenieure, die in Rente gehen, kommen nur sieben Absolventen auf den Arbeitsmarkt. Nüchtern betrachtet bedeutet das, dass wir auch keine Betriebswirte oder Medienexperten brauchen, wenn wir kein MINT mehr haben.

Erklären Sie das bitte?

MINT ist Kern der industriellen Wertschöpfung unseres Landes. Wenn diese Wertschöpfung zurückgeht, gehen natürlich auch alle Branchen drumherum zurück – Administration, Dienstleistungssektor, Marketing etc. Jede Nation besitzt ihre Kernkompetenz: England das Financial Engineering, die US-Amerikaner Hypertechnologie und Entertainment, die Skandinavier und Niederländer den Handel und wir Deutsche die Elektrotechnik und den Maschinenbau. Wenn der Nachwuchs für die Kernkompetenz einer Volkswirtschaft fehlt, droht die gesamte Wirtschaft zu erodieren.

Wie kann Abhilfe geschaffen werden?

Das fängt schon beim Image an: Schauen Sie doch bloß einmal die Soap Operas dieser Welt an. Da gibt es weder Ingenieure noch andere MINT-Berufe, geschweige denn Frauen in diesen Berufsbildern. Junge Menschen werden mit MINT medial nicht konfrontiert, weil das Thema anscheinend nicht ‘cool’ genug ist. Dabei wird unterschätzt, wie viel Nicht-Technik in einem MINT-Beruf steckt, wie viel multikulturelle Kompetenz und Teamverständnis ein MINT-Profi haben muss. Es gibt immer noch das Bild des Tüftlers. MINT ist heutzutage in den meisten Fällen aber nicht der Entdecker und Tüftler, sondern die Problemlösung im Team. Die interdisziplinäre Ausrichtung der MINT-Berufe wird zu wenig vermittelt, auch weil viele Studiengänge dies noch nicht berücksichtigen.

Also liegt der Ball bei den Hochschulen?

Die Achillesferse ist MINT an den Fachhochschulen, das ist aber eine relativ große Achillesferse. Der Großteil unserer MINT-Absolventen kommt von der FH und insofern sind Abbrecherquoten bis fast 40 Prozent in manchen Disziplinen eine verheerende Entwicklung. Man muss sich überlegen, was es bedeuten würde, wenn aufgrund von Produktionsfehlern zwei von fünf Autos die Werkshallen nicht verlassen würden.

Mit der Initiative ‘MINT – Zukunft schaffen’ wollen Sie gegensteuern. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Dass jeder, der eine MINT-Beratung haben möchte, diese auch bekommt. Dafür brauchen wir viele Botschafter, Menschen, die glaubwürdig über ihre berufliche Erfahrung oder ihre Lebensgeschichte vermitteln können, was MINT ist, die faszinierende Vorträge halten und Kontakte zu Betrieben herstellen können. Im Jahr 2014 wollen wir 10.000 MINT-Botschafter in Deutschland haben. Zudem fordern wir verpflichtend zwei MINT-Fächer in allen Gymnasien bis zum Abitur. Außerdem wollen wir die Zahl der MINT-Studienplätze und der dualen MINT-Studiengänge um 50 Prozent erhöhen sowie die Zahl der MINT-Studentinnen von 20 auf 35 Prozent steigern. Überdies muss sich die MINT-Abbrecherquote von 38 auf 19 Prozent halbieren.

Diese Ziele sind ziemlich ehrgeizig...

Man muss die Sehnsucht nach etwas Größerem haben und den Ehrgeiz, einen Großteil davon zu schaffen. Natürlich weiß ich, dass wir uns mit ‘MINT - Zukunft schaffen’ ein Riesenprojekt vorgenommen haben. Und wenn ich sage, wir wollen 10.000 Botschafter bis 2014, dann schaudert’s mich manchmal selber. Aber wenn wir die Messlatte nicht so hoch legen und auf so ein Ziel zusteuern, dann werden es nicht einmal 9.000 Botschafter. Frei nach Hermann Hesse: „Man muss das Unmögliche wollen, um das Mögliche zu schaffen.“

Kostet so viel Wandel nicht zu viel Geld?

Das Geld ist in unserem Staat schon vorhanden, es steckt leider im Wesentlichen im Etat der Sozialtransfers. Man muss schon vergleichen, wie viel Geld in Zukunft und wie viel in Vergangenheit investiert wird. Natürlich sollen Menschen eine angemessene Rente oder soziale Unterstützung erhalten. Die Zuwendungen dürfen aber nicht – wie meist – unter dem Druck der Wahlkämpfe einseitig verteilt werden. Politik ist dazu da, Zukunftsfähigkeit zu schaffen. Man kann nicht Wahlkampf führen und dabei riskieren, die Zukunftsfähigkeit zu verspielen, weil diese Zukunft – die unter 18-Jährigen – keine Wähler im Heute sind. Bildung ist leider oftmals bloß ein politisches Lippenbekenntnis. Ein Studienplatz zum Beispiel wird gerade einmal mit 5.500 Euro finanziert, ein MINT-Studienplatz kostet jedoch 9.000 Euro. Das ist ein Beispiel dafür, dass wir über die richtige Allokation von Ressourcen nachdenken müssen.

Welche drei Wünsche haben Sie an die neue Bundesregierung?

Erstens, dass sie mit aller Kraft die versprochene Bildungsrepublik verwirklicht und damit Bildung den unbedingt notwendigen Stellenwert als Schlüsselthema für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes einräumt. Zweitens wünsche ich mir endlich eine vernünftige, differenzierte Betrachtung des Unternehmertums in diesem Land und dass nicht von einigen Schwerenötern auf die restlichen 99 Prozent geschlossen wird. Drittens sollte die Bundesregierung Deutschland vorurteilsfrei für Spitzentechnologie öffnen.

Mit höheren Investitionen in diesem Bereich könnte man ein MINT-Hauptproblem, die hohen Abbruchquoten, entschärfen. Oftmals wird semesterlang sture Mathematik gepaukt, anstatt praktische und technische Arbeit geleistet.

Das Problem ist, dass die Inhalte vieler achtsemestriger Diplomstudiengänge in sechs Bachelorsemester gepackt wurden und sich die bisherigen hohen Abbrecherquoten stabilisiert, teilweise sogar noch erhöht haben. Ich sehe nur zwei große Wege: Der eine ist der humanistische, die Aufklärungsarbeit an den Hochschulen. Was heißt es eigentlich für eine Hochschule und deren Reputation sowie für die Volkswirtschaft und den Steuerzahler, wenn wir derart hohe Abbruchquoten verzeichnen? Ein anderer Weg wäre, die Mittelzufuhr für die Hochschulen auch nach den Abbruchquoten zu steuern. Die Hochschulen würden es also monetär spüren, wenn die Abbruchquoten nicht zurückgehen. Ist das humanistisch? Nein, aber ehe wir alle aufgeklärt haben, gehen noch mal zu viele Jahre ins Land und die Generationen von jungen Menschen, die abbrechen, lassen wir fallen. Das ist nicht verantwortungsvoll.

Sie wollen also den Hochschulen in die Tasche greifen?

Ich würde die Mittelzufuhr an bestimmte Indikatoren binden: Abbruchquote, Frauenanteil und Beurteilung der Lehre durch die Studierenden.

Stichwort Frauenquote: Diese liegt in einigen technischen Studiengängen nur bei knapp über zehn Prozent

Das bereitet mir große Sorge. In den Schulen müssen wir die Stereotypen, die verqueren Rollenmodelle bekämpfen und die Lebensnähe von MINT und den gesellschaftlichen Nutzen von MINT darstellen, weil Frauen stärker als Männer die soziale Bedeutung eines Themas in den Mittelpunkt rücken. Weibliche Rollenvorbilder müssen zudem besser genutzt werden und Erzieher und Lehrer sich stärker mit dem Thema MINT beschäftigen.

Begeisterung für ein Thema zu wecken fällt eigentlich in die frühkindliche Prägung. Setzt ‘MINT - Zukunft schaffen’ da nicht bei einer zu späten Entwicklungsphase an?

Das glaube ich nicht. Selbstverständlich spielt sich viel in der frühkindlichen Prägung ab, aber ich bin mir relativ sicher, dass viele junge Menschen im Alter von 14, 15 Jahren schwankend sind, ob sie in die eine oder die andere Richtung gehen sollen und dass hier noch viel Potenzial schlummert. Natürlich ist eine zentrale Frage, ob und wie Eltern bei ihren Kindern Neugier für Natur, Technik und fürs Lernen wecken. Das ist die alte Frage des Sokrates: Wer erzieht die Erzieher?

Und wer wird wie erzogen. Hat Deutschland nicht auch nach wie vor ein Defizit, wenn es darum geht, Berufstätigen Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten?

Ja. Wir haben gerade einmal ein knappes Prozent an jungen Berufstätigen, die eine duale Ausbildung absolviert haben und jetzt studieren. Die Frage lautet: Wie bauen wir Brücken für junge Facharbeiter? Auch da könnte ein Bachelorstudium das Richtige sein. Bologna ist eigentlich ein Glück, weil es die Welt des Lernens mit der Differenzierung in Bachelor und Master verdaubarer macht und einem Bachelorabsolventen ermöglicht, auch nach zehn Jahren Berufserfahrung noch einen Master dranzuhängen. Im Kern heißt das: Wie kommen wir in Deutschland dahin, dass junge Menschen, die eine duale Berufsausbildung im gewerblich-technischen oder kaufmännischen Bereich wählen, weiterführend den Bachelor studieren können, insbesondere den MINT-Bachelor? Da schlummern viele Chancen.

Welche Chancen meinen Sie?

Wenn nur sechs bis sieben Prozent aller, die jedes Jahr eine gewerblich-technische Berufsausbildung machen, anschließend studieren würden, hätten wir einen gesamten MINT-Jahrgang. Natürlich sind Hilfen nötig, beispielsweise mathematische Brückenkurse für Berufstätige. Aber das ist alles kein Hexenwerk. Allerdings muss man zum Beispiel die Forderung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ablehnen, dass nur zertifizierte Meister oder geprüfte Techniker studieren können. Bildung muss ein für alle zugängliches Gut sein.

Ist es aber nicht

Aber es ist machbar. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Anfang Oktober startet bei der Deutschen Telekom im Rahmen unseres Projektes Bologna@Telekom beispiels­weise unser erster berufsbegleitender Bachelorstudiengang ‘Telekommunikationsinformatik’. Wir können Vorreiter sein, auch wenn das eigentlich im Kern Bildungspolitik ist, die von Bund und Ländern gewährleistet sein muss.

Sie selbst kommen nicht aus dem MINT-Bereich, sondern sind Kaufmann. Was würden Sie heute studieren?

Wahrscheinlich würde ich Wirtschaftsingenieurwesen studieren, weil ich Interdisziplinarität liebe und weil ich dadurch das, was mich emotional immer fasziniert hat, analytisch fundieren könnte. Ich arbeite am Thema MINT seit vielen Jahren. Ich bin zwar kein MINT-Mensch, ich bin ein Kaufmann, aber ich bin von Technologie fasziniert. Ich habe in meiner Zeit bei der Lufthansa immer wieder mit Faszination vom Büro aus gesehen, wie Jumbo-Jets abheben, und bewundert, dass menschliche Schaffenskraft so etwas bewerkstelligen kann. Zudem bin ich als Personalvorstand dazu da, Beschäftigung im Kern zu sichern – und das hängt in hohem Maße von Innovationskraft ab und die wiederum hängt von MINT ab. Es ist im Grunde genommen eine staatsbürgerliche Pflicht, die mich antreibt, mich für MINT zu engagieren.

Ist diese staatsbürgerliche Pflicht das ehrgeizigste Projekt Ihrer Karriere?

Nein, aber es ist mein bisher größtes staatsbürgerliches Projekt. Mein bisher größtes berufliches Projekt, das ich akzeptabel zur Vollendung gebracht habe, war bei Lufthansa. Dort habe ich dazu beigetragen, dass der Kundenservice strategisch, betriebswirtschaftlich und in der Kundenwahrnehmung erfolgreich gestaltet wurde. Das macht mich stolz.

Und das trotz all der damaligen Krisen wie den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und der SARS-Pandemie…

Oder gerade deswegen. Wegen der Krisen wurde die Anzahl der Flüge reduziert, das Flugnetz ein Stück weit ausgedünnt. Das konnten wir nur durch die Verbesserung des Service kompensieren. Gerade in der Krise zeigt sich, wie wichtig der Umgang mit dem Kunden ist, was eine gute Dienstleistung ausmacht. Dazu gehört auch, dass nach dem 11. September 2001 die Flugkapitäne und das Kabinenteam das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Zuverlässigkeit bei den Passagieren erzeugt haben.

Und wie bewerten Sie Ihre aktuelle Aufgabe bei der Telekom?

Das ist ein noch größeres Transformationsprojekt, das allerdings noch nicht vollendet ist. Wie schnell und wie gut sind wir darin, den Kunden dauerhaft mit Zuverlässigkeit und Serviceorientierung zu überzeugen. Viele Kunden, die früher wegen weniger Euro im Monat zur Konkurrenz gewechselt sind, dort aber keinen besseren Service bekommen haben, kehren nun zu uns zurück. Nicht, weil das Alte so gut war, sondern weil es da heute besser geworden ist.

Dennoch bezeichnen Sie die Telekom im Bereich Service gerne als Einäugiger unter den Blinden…

Ja, heute! Aber ich freue mich schon, wenn ich Anfang des nächsten Jahres sagen kann: „Das zweite Auge blinzelt.“

Haben Sie sich eine persönliche Zeitgrenze für das ‚Transformationsprojekt Telekom’ gesetzt?

Mein Vertrag läuft noch 2,5 Jahre, jetzt ist gerade fast Halbzeit. Am Ende dieser fünf Jahre muss ein klarer Fußabdruck vorhanden sein – und zwar nicht einer im Schnee, sondern ein richtig fester, stabiler Fußabdruck. Die Personalpolitik der Deutschen Telekom muss gravierend dazu beigetragen haben, dass das Unternehmen nicht nur die nötigen Fähigkeiten für die Zukunft an Bord hat, sondern auch die nötige Motivation. Ohne dieses Ergebnis würde ich mich außerordentlich unzufrieden fühlen und ich mag es nicht, Aufgaben mit einem Gefühl der Unzufriedenheit abzuschließen.

Sie sind seit über 30 Jahren im Personalwesen tätig. Welche gravierenden Änderungen konnten Sie in dieser Zeit feststellen?

Personalarbeit war vor 30 Jahren eine Domäne der Juristen. Heute ist es keine Domäne dieser Berufsgruppe mehr, sondern es gibt viele Kaufleute, Psychologen oder auch Ingenieure. Die Profession ist breiter aufgestellt. Ein großer Quantensprung war natürlich, wie man neben der verrechtlichten Mitbestimmung das Thema ‚Personalentwicklung und Talentmanagement’ über die Jahre aufgebaut hat. Diese Entwicklung ist erst seit Mitte/Ende der 1980er Jahre aufgeblüht. Auch die heutige Diskussion um die Relevanz von Humankapital ist wegweisend.

Worauf achten Sie denn heutzutage bei Bewerbungen?

Wichtig ist das Blitzen in den Augen. Ich muss spüren, dass mir ein Mensch gegenüber sitzt, der sich für eine Sache begeistern kann. Außerdem schätze ich die persönliche Reflexionsfähigkeit. Kein Mensch hat gerade Lebensläufe. Wenn jemand das behauptet, macht mich das stutzig. Wer mit eigenen Brüchen selbstreflexiv umgehen kann, ist auf einem guten Weg. Denn nur in schwierigen Situationen wird man besser, nicht im Sonnenschein des Berufslebens. Des Weiteren achte ich auf zwischenmenschlichen Respekt in einem Gespräch. Ich mag Gespräche auf Augenhöhe. Ich will kein höfisches Getue, Fragen oder Antworten nach meinem Gusto. Es zeugt von Courage, seine eigene Meinung zu vertreten.

Zu guter letzt: Welchen Ratschlag geben Sie jungen Menschen, die frisch von der Hochschule kommen und in Krisenzeiten nicht sofort eine Festanstallung finden?

Praktika für Absolventen werden im Kontext der so genannten ‚Generation Praktikum’ völlig zu unrecht verteufelt. Niemand sollte sich scheuen, ein Praktikum zu absolvieren, eben weil dieses eine Brücke baut. Natürlich darf das Praktikum nicht mit einem Hungerlohn vergütet werden, wie es in der Medien- und Architekturbranche zu häufig vorkommt. Da stehen die vielen guten Unternehmen in der Pflicht, den Absolventen diese Brücke ins Berufsleben schmackhaft zu machen.

03.03.2015
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Otto fragt: "Um Mint-Berufe ausüben zu können, muss ich doch ein Mathegenie sein und Frauen lerne ich dort auch nicht kennen, oder?" 

 

Dr. Ellen Walther-Klaus, Geschäftsführerin 'MINT Zukunft schaffen', antwortet:

»Beides stimmt definitiv nicht! Allerdings sollte man die vier Grundrechenarten beherrschen und integral- und differentialrechnung sowie etwas Vektorrechnung sollte man schon können. nur glaube ich nicht, dass dies mehr Anforderungen stellt als eine Sprache zu erlernen – und dabei meine ich nicht, um Konversation machen zu können, das kann man eh nur richtig nach einem Aufenthalt im lande, sondern ihre Grammatik, ihre Semantik …

Mathematik sind aber auch nicht die Rechenverfahren. Mathematik ist die Sprache, in der wir uns Vorstellungen, Modelle von der uns umgebenden natur machen. Sie erfasst Modelle der aus der natur für uns abgeleiteten technik, wie zum Beispiel elektrischer Strom mit Begriffen aus ›dem Strom, dem Fluß‹ beschrieben wird. hier setzt das Verständnis dafür ein, was diese Modelle leisten und was nicht, wo ihre Grenzen sind.

Und was die Mädels angeht: ihre Zahl in Mathematik und Naturwissenschaften steigt stetig an!«

Dr. Ellen Walther-Klaus, Geschäftsführerin

MINT Zukunft schaffen