Au Pair in Neuseeland

Vom Au Pair zur Tourismuskauffrau: Lara findet ihren Weg in Neuseeland

Lara bei ihren Bungee-Jumping-Sprung

Den Flug hatte ich gebucht, ohne irgendjemandem davon zu erzählen. Erst als ich die Tickets in der Hand hielt, berichtete ich meinen Eltern und Freunden von meinem Vorhaben, für zwölf Monate als Au Pair nach Neuseeland zu gehen. Etwa zweieinhalb Jahre ist es inzwischen her, dass ich mich in den Flieger setzte, um ans andere Ende der Welt zu fliegen. Die Zeit in Neuseeland hat mich verändert – und beeinflusst mein Leben sogar heute noch. Inzwischen bin ich 23 Jahre alt und mache seit einem Jahr eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau bei einem Tauchsportanbieter.

Es muss nicht immer ein Studium sein Nach dem Abitur hatte ich erst mal nur ein großes Fragezeichen im Kopf, was meine berufliche Zukunft anbelangte. Ich war mir nur sicher, dass ich nicht studieren möchte, denn ich war schon immer eher praktisch orientiert, ein Studium konnte ich mir nach dem Abi überhaupt nicht vorstellen. Das hat allerdings bei vielen Menschen in meiner Umgebung für Unverständnis gesorgt. Anscheinend sind einige immer noch der Ansicht, man müsse studieren, wenn man ein Abitur in der Tasche hat – was ich überhaupt nicht so sehe. Jeder Mensch ist anders und nicht zu jedem passt ein Studium. Um besser entscheiden zu können, welcher Beruf zu mir passt, entschied ich mich deshalb für eine Auszeit nach dem Abi und einen Au Pair-Aufenthalt in Neuseeland. Warum dort? Ich wollte einfach schon immer ans andere Ende der Welt reisen – daher war Neuseeland mein absoluter Favorit.

Meine Gastfamilie fand ich über die Online-Plattform www.aupairworld. com. Die Suche war unkompliziert. Ich konnte selbst entscheiden, bei welcher Gastfamilie ich leben wollte. Nach kurzer Zeit hatte ich bereits drei Familien zur Auswahl und entschied mich nach mehreren Mailwechseln und Skype-Terminen für eine Familie am Mairangi Bay Beach in der Nähe von Auckland. Meine Gastfamilie war klasse. Sie zeigten mir schon bei unseren Skype- Gesprächen das Haus, so dass ich schon in Deutschlandeinen sehr guten Eindruck von den Lebensverhältnissen dort bekam. So war das Ankommen viel einfacher – und die Anspannung im Vorfeld auch ein bisschen kleiner.

Familienalltag ... In der Familie kümmerte ich mich um die dreijährige Indeg und den siebenjährigen Nye. Ich machte ihnen Frühstück, brachte sie in die Schule und holte sie wieder ab. Mittags kochte ich für sie, spielte mit ihnen und brachte sie abends ins Bett. Ein bisschen Aufräumen gehörte natürlich auch dazu. Insgesamt arbeitete ich etwa 30 Stunden pro Woche. Das Schöne war: Ich war definitiv ein Teil der Familie. Der Kontakt zu meiner Gastfamilie besteht bis heute: Erst letzte Woche haben wir miteinander geskypt. Meine Gastmutter hat mir erzählt, dass sie mittlerweile das vierte Au Pair über ›AuPairWorld‹ gefunden haben.

… und Freizeit Neben meiner Arbeit blieb mir genug Zeit, Land und Leute kennenzulernen und neue Freundschaften zu schließen. Die Neuseeländer sind sehr offen und das Land selbst ist so vielfältig, dass es immer etwas zu entdecken gibt. Auch Australien und die Fidschi Inseln habe ich bereist. Denn wenn man schon einmal am anderen Ende der Welt ist, muss man das schließlich ausnutzen. Außerdem habe ich Surfen gelernt und mich regelmäßig mit Au Pair Kollegen zum Üben am Strand getroffen.

Warum eine Auszeit nach dem Abi? Die Zeit in Neuseeland hat mir den nötigen Freiraum gegeben herauszufinden, was ich beruflich machen möchte. Danach war mir klar, dass mein Beruf definitiv etwas mit Reisen zu tun haben soll, außerdem war mir wichtig mit Menschen zu arbeiten. Zurück in Göttingen bewarb ich mich dann als Tourismuskauffrau, denn ich wusste ja schon länger, dass ich nicht studieren wollte.

Gut Ding will Weile haben Meine Zeit als Au Pair hat mich in vielen Bereichen einen wichtigen Schritt weiter gebracht. Ich habe nicht nur neue Freunde gefunden, mit denen ich immer noch in engem Kontakt stehe, sondern auch den Anstoß für meinen Traumjob bekommen. Ich kann nur jedem empfehlen, erst mal herauszufinden, was einem liegt und Spaß macht, bevor man sich für einen Beruf entscheidet. Nur dann findet man auch etwas, das wirklich zu einem passt und einen auf lange Sicht glücklich macht.

Nächstes Jahr schließe ich meine Ausbildung zur Tourismuskauffrau ab. Dann möchte ich wieder in die weite Welt hinaus und für längere Zeit im Ausland leben und arbeiten. Am liebsten auf einer Tauchbasis in Südamerika, um Spanisch zu lernen.


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