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Farmarbeit in Neuseeland - Erfahrungsbericht

GLÜCK. ERDE. PFERDE. Zwischen Stall, Garten und vielen netten Leuten: Farmarbeit in Neuseeland.

Bevor ich meine Reise nach Neuseeland antrat, war ich sehr aufgeregt, obwohl ich schon auf einigen anderen Kontinenten war. Der Unterschied: Ich war das erste mal auf mich allein gestellt! Ich wusste nicht wie die Dinge am anderen Ende der Welt ablaufen, da war es natürlich super, vor Ort einen Ansprechpartner zu haben, der mir all meine Fragen beantworten konnte.

Als ich dann in Wellington gelandet war, hat auch direkt ein Mann vom Shuttle-Service auf mich gewartet, was mich sehr beruhigt hat. Angekommen im Hostel, kam ich sofort mit ein paar anderen Backpackern aus meinem Zimmer ins Gespräch. Als ich schließlich auf die Partnerin von Auszeit-weltweit traf, war meine Aufregung schon fast verflogen und ich freute mich nur noch, endlich zu ›meiner‹ Farm, auf der ich die nächsten Monate verbringen und arbeiten würde, weiter zu reisen und reiten zu können. Der Reitclub, auf dem ich etwa 25 Stunden die Woche gegen Kost und Logis gearbeitet habe, liegt in Otaki, etwa eineinhalb Stunden nördlich von Wellington, an der Westküste (Kapiti Coast). Dort angekommen wurde ich freundlich von der Familie empfangen und direkt in meinen neuen Tagesrhythmus eingeführt. Meine Aufgaben: Hauptsächlich die Arbeit mit den Pferden sowie tatkräftige Unterstützung im Stall, Garten und bei anderen kleinen Projekten. Am nächsten Tag ging es dann erst mal ab aufs Pferd. Ausreiten war angesagt und es war einfach wunderschön – so wie jedes Mal. Die steilen Berge Neuseelands hochzugaloppieren und von oben eine Wahnsinnsaussicht über Berge, Schafe und Meer zu haben – das ist einfach traumhaft. Auf der Farm gibt es neun Pferde, die trainiert und geritten werden. Einmal in der Woche wurde außerdem therapeutisches Reiten angeboten. Ich reite nun seit elf Jahren, aber trotzdem habe ich in Neuseeland noch eine Menge über Pferde gelernt beziehungsweise musste ich mich auf neue Dinge einstellen, die ich so noch nicht kannte. Jeder Mensch behandelt seine Pferde eben anders und so dauerte es ein paar Tage, bis ich mich auf all die neuen Dinge eingestellt hatte, was aber auch normal ist. Ganz wichtig hierbei ist, dass man nicht ängstlich oder schüchtern ist, es ist immer besser einmal mehr zu fragen, als am Ende etwas falsch zu machen.

Genauso ist es auch mit der Sprache, denn viele alltägliche Vokabeln waren mir am Anfang noch unbekannt, die lernt man aber mit der Zeit. Aber nicht nur die Arbeit mit den Pferden hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, sondern auch das Leben in der Familie war sehr interessant und anders, als ich es von zu Hause kenne. Vor allem das Essen war so gut, dass ich einen ganzen Stapel neuer Rezepte mit nach Hause gebracht habe. Kleiner Tipp: Falls du im Winter reist, denke an warme Kleidung zum Schlafen, da die meisten Kiwis keine Heizung haben! An meinen freien Tagen habe ich mit einem anderen Mädchen aus Deutschland Trips unternommen und so konnten wir während unserem Farmstay schon einen großen Teil der Nordinsel erkunden. Neuseeland ist wirklich das ideale Land zum Backpacken! Die Leute sind sehr nett und hilfsbereit, die Landschaft ist unheimlich schön und vor allem auch abwechslungsreich. Auch wie die Busse und Hostels funktionieren, findest du ganz leicht heraus, ansonsten frag einfach einen anderen Backpacker, der kann dir garantiert weiter helfen. Und: Auf die Partneragentur vor Ort ist auch immer Verlass! Wenn du einen groben Plan hast, was du sehen möchtest, reicht das auch völlig aus, denn es macht viel mehr Spaß, spontan zu entscheiden, wo es als nächstes hingeht. Und wenn du Glück hast, lernst du jemanden kennen, der das Abenteuer mit dir teilen will.


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