Hände halten Erde mit kleiner Pflanze
Verbesserung der Ressourceneffizienz als Zukunftsfeld in der Chemie © by-studio / Fotolia

Megatrends in der Chemieindustrie: Jobs für Naturwissenschaftler

Neue Chemiker braucht das Land - Diese Megatrends produzieren Jobs für Chemiker in Forschung und Entwicklung

 

Die chemische Industrie gehört als drittgrößte Branche Deutschlands zu den größten Arbeitgebern naturwissenschaftlicher Absolventen. Der Personalbedarf wird sogar noch steigen, prognostizieren Experten.

Dr. Gerd Romanowski blickt positiv in die Zukunft

»Mittel- bis langfristig sind die Berufsaussichten für Chemieabsolventen positiv«,

sagt der Geschäftsführer für Wissenschaft, Technik und Umwelt im Verband der Chemischen Industrie, VCI.

Dies gelte besonders für Studierende chemiebezogener Ingenieurwissenschaften an Universitäten und Fachhochschulen.

»Gefragt sind vor allem die Fachrichtungen Verfahrens- und Chemietechnik, Chemieingenieurwesen und Biotechnologie. Gute Chancen haben auch Chemiker mit entsprechendem fachlichem Hintergrund in Elektrochemie, Materialwissenschaften und Grenzflächenwissenschaften«,

weiß der VCI-Geschäftsführer.

Aktuelle Mega-Trends in der Chemie

Treiber dieser positiven Nachfrage sind aktuelle Mega-Trends in der Chemie wie der weltweit steigende Energiebedarf.

»Die Energiewende in Deutschland erfordert neue Konzepte zur ressourcenschonenden, effizienten Erzeugung, Übertragung, Speicherung und Nutzung von Strom«,

erklärt Romanowski.

Weitere Zukunftsfelder seien die Erweiterung der Rohstoffbasis der chemisch-pharmazeutischen Industrie, die Verbesserung der Ressourceneffizienz, Materialforschung und Digitalisierung.

»Wer in unserer Branche arbeitet, hilft also mit, Lösungen für die drängenden Fragen der Zukunft zu entwickeln.«

Veränderung durch zunehmende Digitalisierung

So sehen das auch die Arbeitgeber:

»Als forschendes Life-Science-Unternehmen werden wir eine weitere Ausdifferenzierung in den naturwissenschaftlichen Disziplinen erleben – hauptsächlich beeinflusst durch die zunehmende Digitalisierung«,

prognostiziert Bernd Schmitz, Leiter des Personalmarketings bei Bayer.

Neue Berufsbilder entstünden in der computergestützten Forschung und Entwicklung, doch auch für reine Naturwissenschaftler seien die Kompetenzen im Umgang mit IT und Big Data zunehmend wichtiger für die Karriereaussichten.

Das müssen Absolventen der Naturwissenschaften mitbringen

Bei BASF arbeiten fast 70 Prozent der Mitarbeiter weltweit in den Bereichen Forschung, Technik oder Produktion.

»Ein spannendes Projekt ist zum Beispiel die innovative Erfindung und Entwicklung des Materials ›Infinergy®‹ – ein superelastischer Schaum für leichte Laufschuhe«,

berichtet Klaudia Czipri, Head of Talent Acquisition bei der BASF-Gruppe Deutschland.

Neben hoher fachlicher Qualifikation sollten Absolventen der Naturwissenschaften interkulturelle Erfahrung, unternehmerische Fähigkeiten und Kreativität mitbringen.

»Bewerber sollten außerdem kommunikativ und teamfähig sein, sehr gute Englischkenntnisse sind unabdingbar.«

Ein aktuelles Projekt,

an dem Naturwissenschaftler bei Bayer derzeit tüfteln, heißt ›Nimbus‹: Dabei erproben Wissenschaftler in interdisziplinären Teams Synergien aus Medizin- und Pflanzenforschung – vom Design therapeutischer Antikörper bis zur verbesserten Produktion neuer Pflanzenschutzmittel.

Rund 6.500 Euro ...

... bekommen Einsteiger mit Doktortitel nach dem Tarifvertrag der Chemie-Industrie im Monat, außerdem gibt es bei Großkonzernen oft noch erfolgsabhängige Bonuszahlungen.

Statistisch gesehen wechseln etwa zwei Drittel der Naturwissenschaftler ...

... nach ihrer Promotion oder manchmal auch nach der ersten Postdoc-Stelle als Forscher in die Industrie. Die meisten beginnen dort im Labor, oft in einer leitenden Position, bevor nach drei bis fünf Jahren die nächste Karrierestufe folgt.


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