Als Mathematiker bei Google durchstarten

Ronald Wotzlaw arbeitet seit 2013 als Software Engineering Manager im Silicon Valley. Sein Rat: Vor allem flexibel bleiben bei der Berufswahl

lächelnder Mann
Roland Wotzlaw arbeitet bei Google. Studiert hat er Mathematik. privat

Herr Wotzlaw, was haben Sie ursprünglich studiert? Ich habe an der Technischen Universität Berlin sowohl Mathematik als auch Informatik auf Diplom studiert. Danach habe ich einen Doktor der Naturwissenschaften in Mathematik gemacht. Welchen Berufswunsch hatten Sie zu StudienbeginnIch habe mit dem Informatikstudium angefangen, da ich etwas in der Softwareentwicklung machen wollte, bin dann aber bald auf Mathematik umgeschwenkt. Mir hat damals die Klarheit und Präzision in der Mathematik mehr zugesagt. Aus heutiger Sicht hatte ich zu Studienbeginn wenig Ahnung, wie der Beruf eines Mathematikers oder Informatikers eigentlich aussieht. Ich bin damals vor allem danach gegangen, was mich interessiert hat. Haben Ihre täglichen Aufgaben bei Google noch viel mit Mathematik zu tun? Meine Haupttätigkeit liegt in der Planung und im Management von Entwicklungstätigkeiten für Google Photos. In den sechs Jahren seit Berufseinstieg gab es immer mal wieder Berührungspunkte mit Themen aus meinem Studium, insbesondere im Bereich der Bildverarbeitung und Computergrafik. Im Großen und Ganzen hat mein heutiger Job aber nur wenig direkt mit Mathematik zu tun. Arbeiten viele Mathematiker bei Google? Mathematik ist für Google extrem wichtig. Es gibt eine sehr große Anzahl an Google-Produkten, in denen Mathematik Anwendung findet: Die besten Suchergebnisse bei Google Search, Platzierung von Ads – ab und zu sehe ich Mitarbeiter vom Ads Quality Team mit T-Shirts, auf denen sie stolz verkünden: »We use math« – kürzeste Wege bei Google Maps, Spamfilterung bei Gmail, Fotosuche bei Google Photos, Spracherkennung, Videokompression auf YouTube und viele weitere Beispiele. Alle diese Produkte, aber auch unsere zugrundeliegende Infrastruktur mit unseren Datencentern, sind ohne Mathematik undenkbar. Welchen Tipp haben Sie für angehende Mathematik-Absolventen, die sich gerade beruflich orientieren? Suche etwas, bei dem du mit Leidenschaft bei der Sache bist. Nur mit Wissen und Können kommt man nicht weit und wird mit Sicherheit nicht glücklich im Job. Kenntnisse in der Informatik sind und werden immer wichtiger – als Mathematiker sollte es einem leicht fallen, sich diese anzueignen. Bleibe flexibel bei der Wahl, wo und was du arbeiten möchtest. Mathematik ist ein Allzweckwerkzeug und findet in erstaunlich vielen Bereichen Anwendung. Das mathematische Denken hat mir geholfen, mich schnell in neue Themengebiete einzuarbeiten.


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