Dr. Markus Junker

Wie schwierig ist ein Mathestudium? Eigne ich mich?

Dr. Markus Junker, Studiengangskoordinator Mathematik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, weiß, womit du im Mathe-Studium rechnen kannst.

Dr. Markus Junker

 

Dr. Markus Junker, Studiengangskoordinator Mathematik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, weiß, womit du im Mathe-Studium rechnen kannst.

Wie kann ich herausfinden, ob ich mich für ein Studium der Mathematik eigne?
Am besten immer noch dadurch, dass man es ausprobiert. Interesse am Fach Mathematik ist ein gutes Zeichen. Hilfreich sind Gespräche mit Mathematikstudierenden und der Studienfachberatung sowie Infoveranstaltungen der Unis. Man kann die Lehrer nach etwas schwierigeren, über den Schulstoff hinausgehenden Aufgaben fragen und schauen, ob man Freude an der Beschäftigung damit hat. Man kann auch in ein Buch zu einer der einführenden Vorlesungen hineinschauen (am besten den Lehrer fragen). Man muss nicht alles verstehen, sollte es aber interessant finden.

Welchen Service bietet die Uni Freiburg für Studieninteressierte an?
Wir organisieren jährlich im September Schülertage für die Oberstufe, im August ein ›Schnupperstudium‹ speziell für Schülerinnen und bieten besondere Veranstaltungen am Tag der offenen Tür an. Daneben ist jederzeit eine Beratung – telefonisch, per Mail oder im persönlichen Gespräch – möglich. Im Rahmen unserer Kapazitäten besuchen wir auch gerne Schulen.

Was sind Voraussetzungen für ein Mathe-Studium?
Man sollte Freude am abstrakten Denken und ein gewisses Talent zum logischen Denken haben sowie die Bereitschaft, sich in Aufgaben zu vertiefen, deren Lösung nicht offensichtlich ist. Es hilft, wenn man längere Zeit für sich alleine arbeiten kann und ebenfalls gut mit anderen zusammen.

Welchen Stellenwert hat die Schulnote in Mathe für das Studium?
Eine mit Leichtigkeit errungene gute Schulnote in Mathematik ist ein gutes Zeichen; die Note allein sagt aber noch nicht so viel aus. Gute Mathenoten kann man auch mit Fleiß oder durch Auswendiglernen typischer Klausuraufgaben bekommen. Bei einer schlechten Mathematiknote würde ich bis auf wenige Ausnahmen abraten.

Was sind die Gründe für die hohe Abbrecherquote in MINT -Studiengängen, insbesondere in der Mathematik?
Die Mathematik ist von Natur aus eine sehr fordernde Disziplin – dazu ist nicht jeder bereit. Wer aber nach den ersten Semestern nicht das Fach gewechselt oder das Studium abgebrochen hat, schafft in Mathematik meist auch den Abschluss. Ich sehe es durchaus positiv, dass man bei einer so wichtigen Entscheidung wie dem Studium frühzeitig erkennt, wenn es nicht das Richtige ist. Übrigens erlangen die meisten, die ein Mathematikstudium beginnen, auch einen Abschluss – oft in einem anderen MINT-Fach, für das die bereits erworbenen Mathematikkenntnisse hilfreich sind.

Welche Strategien empfehlen Sie für das Studium?
Wichtig ist, dass man viel mit anderen zusammenarbeitet und sich gegenseitig den Stoff und die Aufgaben zu erklären versucht. Außerdem sollte man unbedingt frühzeitig von Beratungsangeboten Gebrauch machen, wenn man Schwierigkeiten verspürt. Allerdings halte ich nichts davon, ein spezielles Studium mit aller Gewalt durchhalten zu wollen, wenn man keine Freude daran hat.

Wie leicht oder schwer ist Ihnen selbst die Berufsfindung nach dem Abi gefallen?
Ich habe ziemlich ins Blaue hinein das Fach studiert und zwar das, was mir in der Schule am leichtesten gefallen ist. Aber damals war der gesellschaftliche Druck nicht so groß, schon als Schüler seine spätere Karriere zu planen.
 


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