Foto: Louis Reed/Unsplash

Genie in Chemie?

Oder doch eher prio auf Bio? Wir zeigen dir, wie der Berufseinstieg in beiden Branchen verläuft.

Als Chemiker eröffnet sich dir ein sehr breites Aufgabenfeld. Bei Rehau beispielsweise kann der Aufgabenfokus einerseits anwendungs- und prozessnah orientiert sein, andererseits aber auch stärker in der F&E-Vorentwicklung von innovativen Material- und Technologietrends, wie etwa dem 3D-Druck, liegen. »Hinzu kommen Themenstellungen aus den Bereichen der Oberflächenbehandlung, zum Beispiel Lackierung, Bedruckung und Verklebung«, so Dr. Thomas Rhönisch, Head of Research, Innovation and Technologies bei Rehau. Über allem steht dabei die Auswahl und Entwicklung von Rezepturen auf der Basis thermoplastischer Kunststoffe und Additive – dem Kerngeschäft von Rehau. Dr. Dietmar Dengler, promovierter Diplom-Chemiker sowie Leiter Chemie und Mitglied der Geschäftsleitung bei Delo Industrie Klebstoffe, pflichtet der Aufgabenvielfalt bei. Delo beschäftigt die meisten Chemiker in der Grundlagen- und anwendungsorientierten Entwicklung der Klebstoffe. Andere Möglichkeiten bieten sich dir in der Analytik und Qualitätssicherung oder der Entwicklung neuer Rohstoffe.

Die Leiter nach oben
Auch was die berufliche Perspektive angeht, stehen Naturwissenschaftler mehrere Optionen offen. Dr. Dengler erklärt die unterschiedlichen Möglichkeiten bei Delo: »Was die klassische Karriere angeht, gibt es bei uns die Positionen Entwickler, Gruppenleiter, Laborleiter und Abteilungsleiter. Dabei haben wir beispielsweise bewusst Wechselmöglichkeiten zwischen Grundlagen- und anwendungsorientierter Entwicklung geschaffen.« Bei Rehau steht die persönliche Weiterentwicklung an vorderster Stelle. Diese kann sowohl in einer fachspezifischen Expertenlaufbahn, als auch in einer Führungsrolle mit Personalverantwortung münden. Je nach Berufswunsch können Absolventen auch fernere Bereiche anstreben: etwa im Produktmanagement oder der Produktionsunterstützung.

Von Forschen bis Planen
Für Biologen sehen die Chancen ebenso gut aus: In der Forschung, der Projektleitung und -planung, dem Qualitätsmanagement oder der Prozessentwicklung und Produktion kannst du unter anderem landen. Auch eher fachfremde Bereiche wie Business Development oder Unternehmenskommunikation sind möglich. Andreas Bieber, Vice President Human Resources bei CureVac, konkretisiert die Aufgabenfelder: »Sie umfassen die Planung und Leitung von Projekten, die fachliche Anleitung von technischem Personal sowie die Durchführung von Experimenten und die Analyse von Daten. Dazu gehört aber auch die Präsentation der Daten auf wissenschaftlichen Konferenzen und deren Diskussion.«

Zum Director werden
In der wissenschaftlichen Laufbahn beim Biotechnologieunternehmen MorphoSys stehen Absolventen Aufstiegsmöglichkeiten zum Senior Scientist und weiter zum Scientific Director offen. »Alternativ gibt es die Perspektive, sich zum Projektteamleiter, der für wissenschaftliche Projekte als Linienvorgesetzter verantwortlich ist, weiterzuentwickeln«, ergänzt Dr. Beate Diefenbach-Streiber aus dem Bereich Human Resources bei MorphoSys. Wer nicht unbedingt eine Führungslaufbahn einschlagen möchte, kann sich auch für eine Fach- beziehungsweise Expertenlaufbahn entscheiden. Bleibt nur die Frage, welche Skills Einsteiger in der Biologie mitbringen sollten. »Neben ersten Erfahrungen und Grundkenntnissen im pharmazeutischen Umfeld sind uns auch ein genaues, sauberes und zuverlässiges Arbeiten sowie Teamfähigkeit wichtig«, sagt Isabelle Dumrese, Prozessingenieurin in der Upstream-Produktion bei Rentschler Biopharma. Ein Studium der Biotechnologie, Pharmatechnik, (Mikro-)Biologie, (Bio-)Chemie oder Bioverfahrenstechnik ist natürlich ebenso Voraussetzung.


Anzeige

Anzeige