Jobsuche für Naturwissenschaftler nach dem Studium

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Jobsuche nach dem Studium ist gar nicht so einfach. Doch es gibt erprobte Wege, die ans Ziel führen.

Der Großteil der Studierenden verlässt die Hochschule mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits freuen sie sich, die anstrengende Zeit zu beenden. Andererseits fürchten sie den Berufseinstieg. Vor allem die Jobsuche bereitet vielen Angst. Trotz unterschiedlicher Berufsaussichten aufgrund der Studienrichtungen haben Akademiker jedoch die geringste Arbeitslosenquote in der Bevölkerung. Eine Arbeitslosenquote von 2,4% im Jahr 2011 zeigt nahezu eine Vollbeschäftigung von Hochschulabsolventen.

Im Bereich Naturwissenschaften und Life Science wächst der Arbeitsmarkt weltweit stetig an. Als einer der am stärksten wachsenden Bereiche des Arbeitsmarktes stehen für Absolventen viele Türen offen, in den Beruf einzusteigen. Besonderes von dem oft genannten und gefürchteten Fachkräftemangel profitieren Studierende der Naturwissenschaften, da sie sogenannte Querschnitt-Profile vorzeigen können. Welche Wege für Naturwissenschaftler nach dem Studium zum ersten Job führen, ist Thema dieses Beitrags.

Naturwissenschaftliche Berufe für Akademiker

Die Nachfrage nach geeigneten Hochschulabsolventen ist in der Branche der Naturwissenschaften und Life Science groß. Zu den Naturwissenschaften zählen viele Forschungsgebiete, unter anderem der Fächer

  • Biotechnologie,
  • Genetik,
  • Mikrobiologie,
  • Biomedizin und
  • Neurobiologie oder
  • die klassischen Naturwissenschaften wie Biologie und Botanik.

Naturwissenschaftliche Studiengänge sind an vielen Universitäten vertreten.Die einzelnen Fächer überschneiden sich dabei in vielen Einsatzbereichen für Arbeitskräfte. Wechselseitige Beziehungen und Beeinflussungen hinsichtlich anderer, nicht fachverwandter Arbeitsbereiche geben zudem angehenden Akademikern die Möglichkeit, als qualifizierte Fachkräfte der Naturwissenschaften vielseitig einsetzbar zu sein. Naturwissenschaftler verfügen über sogenannte Querschnitt-Profile. Hilfestellungen bei der Suche nach dem geeigneten Job geben verschiedene Jobbörsen. Sinnvoll ist, sich im Rahmen von Arbeitgeberporträts zu informieren und sich mit den dort gezeigten Möglichkeiten des Berufseinstieges auseinanderzusetzen.

Naturwissenschaftler - ein Job mit Zukunftsperspektive

Besonders im Bereich der Forschung und Entwicklung ist der Fachkräftebedarf kontinuierlich gestiegen, da gesteigerten Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz gelegt wird. Dieser Entwicklung gehen auch die Hochschulen und Forschungseinrichtungen nach, indem passende Studiengänge angeboten werden. Somit stehen vielen Studierenden neue Arbeitsplätze im Umwelt- und Technikbereich offen. Produktmanagement, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement sind einige Beispiele für mögliche Arbeitsbereiche der Akademiker.

Naturwissenschaftler sind zudem zu einem großen Teil in Führungspositionen beschäftigt. Laut einem Gutachten des Institutes der deutschen Wirtschaft Köln aus dem Jahr 2011 waren 2009 insgesamt 41,6% der MINT-Akademiker, dazu zählen neben Naturwissenschaftler ebenfalls Ingenieure und Informatiker, in leitenden Positionen tätig - Tendenz steigend.

Zahlen und Fakten (2014)

Die Erwerbstätigkeit der in Deutschland tätigen Naturwissenschaftler stieg in den letzten Jahren stetig. Rund 495.000 Erwerbstätige haben dabei einen naturwissenschaftlichen Hochschulabschluss. Da viele Naturwissenschaftler jedoch häufig interdisziplinär in verschiedenen Berufsfeldern arbeiten, fällt die Zahl der erwerbstätigen Naturwissenschaftler mit schätzungsweise 176.000 gering aus. Angestellt sind diese in der Lehre und Forschung, in der Unternehmensführung und -organisation, in der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der technischen Entwicklung und Produktion.

Passende Stellen für den Berufseinstieg

Die erste Frage, die sich Hochschulabsolventen bereits während des Studiums stellen, ist die nach der geeigneten Stellensuche. Eine Anlaufstelle zur Jobsuche ist die Arbeitsagentur, die sowohl in ihrem Onlineauftritt als auch im direkten Kontakt unter anderem mit Jobbörsen für Akademiker Hilfestellungen leistet. Weitere Möglichkeiten stellen eine Karriereberatung & Karrierecoaching im Vorfeld der Stellensuche dar. Experten beraten Suchende bei diversen Themen wie der richtigen Bewerbung.

Neben den großen Jobbörsen im Internet gibt es zudem spezielle Börsen für angehende Naturwissenschaftler oder andere Tätigkeitsbereiche. Nicht zu vernachlässigen sind jedoch die Printmedien, die heutzutage noch über 20% der Unternehmen zur Stellenausschreibung nutzen, und die Homepages der Unternehmen selbst.

Tipps und Tricks bei der Jobsuche

Ob eine Bewerbung klassisch in haptischer Form oder komplett per E-Mail erfolgt, hängt vom potenziell neuen Arbeitgeber ab. Bewerber sollten sich stets nach dessen Vorgaben richten.Studierende sollten in jedem Fall mehrere Quellen zur Jobsuche nutzen und sich nicht auf eine einzige konzentrieren. Die Chance, somit die geeignete und gewünschte Stelle zu finden, ist größer, da manche Unternehmen in erster Linie den Onlineauftritt nutzen, während andere zur gedruckten Form greifen und die Studierenden mit dieser Vorgehensweise alles abdecken. Zudem gestaltet sich die Suche schneller.

Wichtig ist außerdem, dass ausreichend Zeit eingeplant wird. Wer denkt, mit zwei bis drei Bewerbungen direkt nach dem Studium eine Stelle zu bekommen, wird in den meisten Fällen enttäuscht. Zwischen 50 und 100 Bewerbungen sind für den Wunschjob nicht selten notwendig. Zudem sollte die Bewerbungsphase bereits während des Studiums beginnen, da diese drei bis zwölf Monate dauern kann. Ein Leerlauf zwischen Studium und Beruf wird auf diese Weise vermieden.

Neben der Suche im Internet gibt es die Möglichkeit, Karrieremessen oder diverse Veranstaltungen wie Fachtagungen zu besuchen. Entscheidend ist, mit Unternehmen in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. In vielen Fällen ergibt sich daraus bereits ein Vorstellungsgespräch. In manchen Fällen ist ein Praktikum vor dem Berufseinstieg empfehlenswert, um einerseits einen Leerlauf bis zum Einstieg zu überbrücken. Andererseits hilft ein Praktikum bei der Wahl des geeigneten Berufes und schützt vor Enttäuschungen nach dem Berufseinstieg.

Bachelor- oder Masterabschluss

Insgesamt zeigen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit, dass die Befürchtung, mit einem Bachelorabschluss keine Chancen auf einen Job zu haben, unbegründet ist. Unternehmen stellen sowohl Bachelor- als auch Masterabsolventen ein. Ein beruflicher Aufstieg ist dabei in beiden Fällen möglich. Besonders im naturwissenschaftlichen Bereich ist die Chance für eine Anstellung mit einem Bachelorabschluss überdurchschnittlich gut. Wünschenswert seitens der Unternehmen ist jedoch eine erhöhte Anwendungsorientierung in den Studiengängen und eine bessere Sozialkompetenz der Hochschulabsolventen.

Für Naturwissenschaftler gilt Deutschland als beliebter Standort für Forschung und Entwicklung sowie Innovation. Viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen suchen daher angehende Akademiker. Können Studierende einen Job im Ausland oder internationale Forschungsaufenthalte nachweisen, steigt deren Wert für die Arbeitgeber.

Ein Beitrag des externen Autors Tobias Neyhauser

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