Chemiker sehen sich Substanz an

Nawis an die Jobfront!

Ob Chemie- oder Pharmakonzern, als Journalist oder im Marketing: Naturwissenschaftler werden überall gesucht, mehr als du erwartest.

Die Wirtschaft, sie wächst wieder

Und der Optimismus der Unternehmen spiegelt sich in verstärkter Nachfrage nach Naturwissenschaftlern wider. Rund die Hälfte der 30 Dax-Unternehmen will in diesem Jahr neue Stellen schaffen. Das ergab kürzlich eine Umfrage. Es gibt Ausnahmen: Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer etwa will die Zahl seiner Mitarbeiter verringern – bis 2012 sollen allein in Deutschland rund 1.700 Arbeitsplätze abgebaut werden. Neben Volkswagen oder Adidas will vor allem Siemens wieder einstellen. Weltweit ist dort von 12.000 offenen Stellen die Rede – 3.000 davon in Deutschland.

Ein beträchtlicher Teil entfällt auf die klassischen Ingenieurstudiengänge, aber auch Naturwissenschaftler sind gefragt. »In unserem Sektor Healthcare zum Beispiel können wir Physiker und Mediziner gut gebrauchen«, sagt Michael Friedrich von der Siemens AG. Im vergangen Jahr habe man, allein in Deutschland, 6.800 Leute eingestellt. Auch im Index der Arbeitgeberattraktivität des Employer Branding-Unternehmens Universum steht die Firma gut da: Siemens liegt auf Platz acht unter den durch amerikanische Firmen dominierten ersten zehn Plätzen. Gefragt sind bei den Großkonzernen Fachkräfte, wobei Informatiker oder Naturwissenschaftler als besonders rar gelten. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte deshalb kürzlich einen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt. Er setzt darauf, vermehrt Frauen und qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland anzuwerben.

Denn insgesamt fehlen jüngsten Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zufolge rund 120.000 Fachkräfte aus dem Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT. So werden in den kommenden Jahren für die aus Altersgründen ausscheidenden Fachkräfte auf dem deutschen Markt jährlich circa 52.000 Hochschulabsolventen benötigt. Fragt man in den Personalabteilungen der Unternehmen nach, so fallen die konkreten Pläne für 2011 sehr unterschiedlich aus. BASF will deutschlandweit rund 450 Hochschulabsolventen einstellen, darunter in etwa ein Drittel Naturwissenschaftler. »Wir suchen Naturwissenschaftler nahezu aller Fachrichtungen und Spezialisierungen, zum Beispiel Chemiker, Physiker, Mathematiker, Biologen, Agrarwissenschaftler oder Geologen«, sagt BASF-Sprecherin Alexandra Kutschenreuter.
 


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