Fußstapfen im Sand

Nawis im Consulting

Das Nawi-Leben bietet viele Weg-Alternativen. Eine davon führt in Beratungsunternehmen.

Naturwissenschaftler landen schon lange nicht mehr zwangsläufig lebenslang im Labor. Das Nawi-Leben bietet viele Weg-Alternativen. Eine davon führt in Beratungsunternehmen.

Es gibt diese Biographien, bei denen Menschen über ihre gesamte Jugend hinweg davon träumen, in Laboren zu forschen und damit einen eigenen, kleinen, aber gern auch größeren Beitrag dafür zu leisten, der Menschheit als solches Gutes zu tun.

Dabei zu helfen, Krebs, Diabetes oder andere Geißeln unserer Spezies zurückzudrängen. Manche Menschen, die hinter solchen Biographien stehen, richten ihr gesamtes Studium, ihren kompletten Lebensplan danach aus, in die Forschung und Entwicklung zu gehen. Und ab und an merken diese Menschen, manchmal sogar noch während des Studiums, meist aber nach fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung im Weißkittel, dass die Arbeit in sterilen Laboren doch nicht so wirklich ihr Ding ist. Dass sie mal einen anderen Weg einschlagen möchten. Dass sie auch außerhalb des Labors helfen können. In diesen Fällen steht die Frage im Raum: Wenn nicht in der Forschung, wo dann? Die Antwort kann lauten: im Consulting. Beratungsunternehmen sind ständig auf der Suche nach Naturwissenschaftlern. Zum einen, weil die meisten Mandanten auf Interdisziplinarität großen Wert legen, zum anderen schätzen Consultingun ternehmen an Beratern mit naturwissenschaftlichem Hintergrund die sachliche und systematische Herangehensweise, das analytische Denken und die Kompetenz, schnell Lösungen zu entwickeln. Fähigkeiten, die Naturwissenschaftler spätestens im Studium gelehrt bekommen, wenn sie diese nicht von Haus aus mitbringen. Viele Beratungsunternehmen haben mittlerweile Departments speziell für Healthcare oder Pharma gegründet, beraten Krankenkassen oder Pharmakonzerne. Wir haben uns bei Consultingunternehmen umgehört, warum sie auf der Suche nach dir sind:

ELISABETH VON HAEFTEN, Account Managerin Pharma bei Hays: »Ich wollte nach dem Biologiestudium nicht in die Forschung gehen, sondern in einem kommunikat iveren und leistungsorientierten Umfeld einsteigen. Als Account Managerin bei Hays, dem Marktführer im Specialist Recruitment, betreue ich nach umfangreicher Einarbeitung und intensivem Training eigenständig renommierte Pharmaunternehmen. Ich baue den Kontakt zu diesen Unternehmen auf, führe Verhandlungen mit hochrangigen Entscheidern und vermittle ihnen die gesuchten hochqualifizierten Pharma-Experten. Neben der Tätigkeit als solche begeistert mich, dass ich mein Fachwissen aus dem Studium sehr kommunikativ einbringen und mit meiner Arbeit maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg dieser Unternehmen und die Karrieren der Spezialisten nehmen kann.«

TATJANA GLUBRECHT, Consultant bei The Boston Consulting Group (BCG): »Ich habe mich für die Beratung entschieden, weil ich verschiedene Unternehmen und Bereiche kennen lernen und mich weiterentwickeln wollte. BCG bot mir die Möglichkeit, schnell Verantwortung zu übernehmen und von Anfang an spannende Projekte zu begleiten. Besonders gut gefiel mir ein Projekt, bei dem ich mit meinem Team die strategische Neuausrichtung einer Bank im Bereich Unternehmenskunden entwickelt habe. Mein Studienhintergrund kommt mir bei meiner Arbeit sehr zu Gute: Als Wirtschaftsmathematikerin bringe ich eine strukturierte und systematische Herangehensweise sowie analytisches Denkvermögen mit. Ich habe gelernt, auf Details zu achten und den Dingen auf den Grund zu gehen. Übrigens hat nur etwa die Hälfte meiner Kollegen bei BCG Wirtschaftswissenschaften studiert, alle anderen kommen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen und gerade durch diese Vielseitigkeit entstehen oft die besten Ideen.«

DR. MED. GREGOR-KONSTANTIN ELBEL, Partner im Bereich Life Science & Health Care bei Deloitte: »Bei Deloitte sind zahlreiche Naturwissenschaftler in der Beratung tätig – von der Molekularbiologin über Chemiker und Statistiker bis hin zu Medizinern. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Berater mit naturwissenschaftlichem Werdegang unsere Teams durch ihre besonderen Fähigkeiten bereichern. Sie können sich Themengebiete in aller Tiefe erschließen und überzeugen gerade in Projektsituationen durch innovative und kreative Ideen. Zudem sind Naturwissenschaften oft Teil des Kerngeschäfts unserer Kunden, etwa im Life Scienceoder Pharma-Bereich. Hier hilft ein entsprechendes Grundverständnis bei der Beratung. Wir setzen Naturwissenschaftler aber auch in anderen Branchen ein, um die Expertise unserer Teams durch eine zusätzliche, fachfremde Perspektive zu bereichern.«

KLAUS REINERS, Pressesprecher beim Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU): »Beraterteams werden heute mit unterschiedlichen fachlichen und persönlichen Qualifikationen zusammengesetzt. Ziel hierbei ist es, möglichst viele unterschiedliche Lösungskomptenzen der Berater im Hinblick auf die Themenstellung der Projekte einfließen lassen zu können. Auch Absolventen der Naturwissenschaften sind heute – anders als vielleicht noch vor zehn Jahren – durch ihre breit angelegte Hochschulausbildung und ihr fundiertes Fachwissen begehrte Consultants. Geschätzt werden unter anderem die sachliche und systematische Herangehensweise von Naturwissenschaftlern. Während des Studiums sind sie ständig gefordert, analytisch zu denken, schnell Lösungen zu entwickeln und sich leicht verständlich zu erklären. Damit sind sie vielfältig einsetzbar, aber natürlich auch konkret fachbezogen, wenn die Beratungsprojekte beispielsweise bei Klienten in den Branchen Healthcare oder Energie- und Wasserversorgung durchgeführt werden.«


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