IT-Sicherheit: Eine spannende Branche für Naturwissenschaftler

Daten müssen sicher sein. Ob Bankgeheimnisse, Patientenakten oder Firmeninterna: Nawis sind begehrter Nachwuchs in der Datensicherheit

blauer Hintergrund mit weißen Punkten

Es ist der Alptraum jedes Unternehmens: Fremde erschleichen sich Zugriff auf Kundendaten, sensible Informationen schwirren ungesichert durchs Netz oder Cyberkriminelle hacken sich in Firmennetzwerke. Der deutschen Wirtschaft entstehen durch Cyberkriminalität jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe, Sicherheitspannen ruinieren schnell jeden guten Ruf. Dabei haben es die Datendiebe nicht nur auf Kundendaten abgesehen. Sie interessieren sich auch für Konsumverhalten, Patente, Finanzdaten oder Firmeninterna. Wer sich im komplexen Feld der Datensicherheit auskennt, wird so gut wie überall gebraucht: Im Finanzsektor, in der Produktion und im Logistikbereich, ebenso in der Telekommunikationsbranche und im Gesundheitswesen.

Branchenübergreifend tolle Perspektiven für Nawis: IT-Sicherheit

Aber auch in Personalabteilungen oder bei Anbietern von IT-Sicherheitsprodukten und -dienstleistungen sind Security-Experten gefragt. Hier ergibt sich für Absolventen branchenübergreifend ein gigantisches Arbeitsfeld. Die Berufsbezeichnungen sind so vielfältig wie die Jobs, sie reichen von Cloud-Architekten über Data-Scientists bis zu Security-Spezialisten oder -Architects. Doch so groß der Bedarf auch ist, so langsam reagieren die Unternehmen. Einer neuen Studie zufolge wissen Vorstände und Geschäftsführer zwar um die Bedeutung der Datensicherheit, machen aber nur zögerlich Gelder und die nötigen Ressourcen für mehr IT-Unterstützung locker. In fast 60 Prozent der Unternehmen fehlt es derzeit an geeigneten Technologien und Security-Experten. Weil jede Branche und jedes Unternehmen unterschiedliche Bedürfnisse hat, müssen Bewerber nicht nur IT-Kenntnisse mitbringen. Sie bräuchten Verständnis für den Kontext eines Unternehmens, müssten die rechtlichen, tatsächlichen und technischen Anforderungen korrekt und angemessenen interpretieren, Kunden- und Markterwartungen kennen sowie um die Chancen und Ziele eines Unternehmens wissen, sagt Michael Plankemann von der Activemind Management- und Technologieberatung in München.

Kundendaten brauchen jemanden, der sie schützt. Das generiert Jobs in der IT-Sicherheit

Spannende Jobs finden (Nawi-) Absolventen derzeit überall, wo es um Kundendaten und -service geht. Denn die Mehrheit der Deutschen ist einer neue Verbraucherumfrage zufolge zu drastischen Schritten bereit, wenn persönliche Daten durch einen Hackerangriff ergaunert werden: Weit über die Hälfte würden das Unternehmen verklagen, zukünftig weniger persönliche Daten preisgeben oder sogar als Kunde verlassen. Am meisten sorgen sich Verbraucher dabei um ihre Bankdaten, fast die Hälfte misstraut ihrem E-Mail-Anbieter, auch gegenüber dem Gesundheitswesen, etwa Krankenhäusern oder Ärzten, bestehen Bedenken, ebenso bei Versicherungen.

Gerade Banken kennen den Wert von IT-Sicherheit und suchen Nachwuchs

Die Banken wissen um die Kundensorgen und setzen bei der Rekrutierung von IT-Fachkräften derzeit vorzugsweise auf junge Generalisten statt auf Themenspezialisten, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Beste Chancen auch für Absolventen: Im Vergleich zu anderen Branchen entscheiden sich Banken bei digitalen Themen lieber für Hochschulabsolventen, als für erfahrene Experten. Etwa 62 Prozent der Neueinstellungen werden direkt von der Hochschule besetzt.

Wer in den Gesundheitsbereich möchte, muss als IT-Experte einiges bieten können

Anders läuft es im Gesundheitsbereich: Personaler in Pharmaunternehmen rekrutieren vorrangig erfahrene und prozessorientierte Experten. Nur etwa 25 Prozent der Neueinstellungen entfallen auf junge Hochschulabsolventen.

Um hier dennoch landen zu können, sollten Absolventen vor allem durch Teamfähigkeit überzeugen. Wer noch tiefer in das Gesundheitswesen vordringen will, findet spannende Aufgaben in der medizinischen Forschung. Etwa wenn es darum geht, Patientendaten so zu verrauschen, dass sie ausgewertet werden können, ohne die Privatsphäre der Patienten zu verletzen. Die anonymisierten Daten lassen wichtige Rückschlüsse zu, beispielsweise auf die Entstehung von Krankheiten, wie Forscher an der Universität Bochum derzeit erproben.

Weil der Bedarf im Data Security-Bereich in vielen Unternehmen längst nicht mehr nur intern gedeckt werden kann, setzen viele auf das Know-how von externen IT-Dienstleistern. Sie werden dann – oft projektbasiert – von außen hinzugezogen. Wer hier einsteigt, den erwartet vor allem Vielfalt und Abwechslung.

Auch in der Personalabteilung können Naturwissenschaftler als IT-Experten Karriere machen

Bislang eher wenig beachtet, aber hochspannend: Der Einstieg als Datensicherheits-Experte in Personalabteilungen. Einerseits müssen Mitarbeiterdaten geschützt werden. Andererseits gilt es, Unternehmensdaten auch intern vor unerlaubtem Zugriff zu bewahren. Denn Angestellte können ein ebenso großes Sicherheitsrisiko darstellen, wie Angriffe von außen. Besonders heikel wird es, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Nicht immer trennen sich Unternehmen und Arbeitnehmer im Guten. IT-Spezialisten müssen daher den Datenzugriff der Mitarbeiter auf das Notwendigste beschränken, etwa durch eine digitale Rechteverwaltung, die das Speichern von Daten oder das Vernetzen mit bürofremden Geräten blockiert. Das erfordert von den Security-Experten ausgeprägte analytische Fähigkeiten, aber vor allem Feingefühl im Umgang mit Menschen.

 

Was bringt der perfekte Kandidat mit?

»Wir beschäftigen am liebsten energiegeladene, junge Menschen, die über den berühmten Tellerrand hinaussehen«,

erklärt Astrid Kosubek von HR Business Partner Deutschland & EMEA Marketing bei Dell.

»Natürlich bietet eine Ausbildung in Informatik oder E-Technik eine solide Basis – viel wichtiger ist jedoch ein breites Wissen über Netzwerke, Cloud-Technologien, Sicherheitslösungen, bis hin zum Datenschutz«,

sagt die Personalerin. Dabei müssen sich junge Kandidaten zwischen zwei Karrierewegen entscheiden: »Der eine führt tief in die Technik und erwartet vom Stelleninhaber, dass er sich mit Sicherheits-Technologien bis ins Detail auseinandersetzt und sich permanent weiter entwickelt«, erklärt Kosubek. Der zweite Karrierepfad führe in die Beratung, wo Absolventen als Gesprächspartner für IT-Verantwortliche beginnen und später auch die Geschäftsführungsebene beraten. Der gute Rat der Dell-Personalerin für alle Absolventen: »Eines ist von Beginn unerlässlich: Gut und gern zu kommunizieren, auf Menschen zuzugehen, im Team arbeiten zu können und eine gute Transferintelligenz, um sich verschiedenen Situationen schnell anpassen zu können.


Anzeige

Anzeige