Rachel Walker/Unsplash

audimax probiert's aus: VR-Erotik

Revolution der Erotikfilmindustrie durch die Virtual Reality-Brille? Redakteurin Petra hat es ausprobiert

Die Reality Lovers VR-Brille, die ich testen werde, sieht aus wie eine Mischung aus monströser Skibrille und Bösewicht Banes Kopfschmuck aus Batman Rising. In der Redaktion ziehe ich sie mir kurz über den Kopf, aber diesen Test werde ich wohl in den eigenen vier Wänden durchführen. Nichts weniger als die Revolution des Erotikmarktes und einzigartige sexuelle Erfahrungen preist der Hersteller an. Ich bin gespannt.

Das Erste, was mir auffällt: Die Brille liegt schwer auf meiner Nase. Ich habe mein Smartphone darin angebracht, der Hersteller hat diverse Videos zur Verfügung gestellt. Gut so, denn am Vorabend habe ich mich bereits informiert – wirklich viele VR-Erotikfilme gibt es noch nicht, das Abspielen bereitet oft Probleme, Apps oder bestimmte Player müssen zuvor auf dem Handy installiert werden. Nicht gerade sehr diskret.

Auftakt mit Keksen

Ich wähle das Video, das in der 180-Grad-Perspektive der weiblichen Darstellerin gedreht wurde – mal was Neues. Vielleicht liegt es an dem Glas Wein, dass ich bereits halb geleert habe. Aber als mein dreidimensionales Ich sein männliches Gegenüber als Auftakt mit frischgebackenen Keksen empfängt und dann relativ straight zur erotischen Handlung auf der Küchenarbeitsfläche übergegangen wird – muss ich unweigerlich laut lachen. Der Kopf des männlichen Darstellers wirkt seltsam verzerrt, während er sich mit dem Körper meines virtuellen Ichs beschäftigt. Besser als echter Sex? Mitnichten.

Besser als herkömmliche Erotikfilme?

Zu künstlich, auch die Qualität der Filme überzeugt mich nicht besonders, vom Drehbuch mal ganz abgesehen. Besser als herkömmliche Erotikfilme? Nun ja, Geschmackssache würde ich sagen. Ich wechsele noch einmal den Film, nun in der Perspektive des Mannes. Auch hier finde ich keinen Zugang zur Handlung, auch nach weiterem Nippen am Weinglas fühle ich keinerlei Verbindung zu meinen Porno-Alter Egos. Unweigerlich muss ich daran denken, wie seltsam dieser Dreh gewesen sein muss, denn für diese Perspektive wurde die Kamera ja scheinbar direkt am Kopf des Darstellers befestigt. Nach einer Weile wird  mir bewusst, dass ich mich langweile. Ich hatte mehr erwartet. Eine Revolution ist das hier noch nicht. Da muss technisch noch mehr passieren. Bis es so weit ist, lege ich die VR-Brille wieder zurück in die Schachtel. Deckel drauf. Durchgefallen.


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