Jules Antonia/ Quelle: Flickr.com unter CC BY-SA 2.0

Partywissen: Dieses Wissen macht dich zum Kunstkenner

Ist das Kunst oder kann das weg? 17 Mal schnelles Kunstwissen für den schlauen Party-Smalltalk

Primärfarbentango

Gelb, Blau, Rot – das sind die Farben und gleichzeitig der Titel des vermutlich berühmtesten Gemäldes von Wassiliy Kandinsky. Für die einen nur Striche und Punkte, für die anderen ein spannungsgeladener Kampf zwischen Farben und Formen. Ziert gefühlt jede zweite Zahnarztpraxis und wird in Grundschulen auch gerne mal zur Einführung der Primärfarben benutzt.

Voll Dada

Schon mal probiert, wie ein Baby zu sprechen: »Schampa wulla wussa olobo«, lautet eine Zeile des Lautgedichts ›Karawane‹ von Hugo Ball. Dadaisten protestieren mit ihrer Nonsense-Kunst gegen Bürgerlichkeit, Kunstestablishment und vor allem den guten Geschmack. Pissoirs als Kunstwerke, Ausstellungen, in denen das Publikum die Exponate mit einem Beil zertrümmern sollen – Dada ist wild und frei. Die für ihr Fleischkleid bekannte Lady Gaga gilt als moderne Vertreterin des Dadaismus – von wegen voll 1916!

BlingBling-Fabrik

Er war Stammgast im legendären Studio54, stets umschwärmt von einer Traube aus Stars der Hollywood-Glitzerwelt, Fan der Szenedroge der 1970er, Speed, und rastloser Produzent von PopArt. Andy Warhol, die personifizierte silberschöpfige Selbstinszinierung, machte aus Dosensuppe Museumsexponate und lies die Grenzen zwischen Kunst und Leben verwischen.

Soll ich das für Sie einpacken?

Irgendwie wohl eine Art Lebensaufgabe für den bulgarisch-stämmigen Künstler Christo. Unzählige Dinge zählen zu seiner ›(Ein-)Packliste‹: Der Berliner Reichstag, eine Mauer in Rom, Bäume in der Schweiz, ein Küstenabschnitt in Australien…

Ganz nah ran

Marc Rothko, Pendant und Künstler des Abstrakten Expressionismus, empfahl, seine Werke in weniger als 45 Zentimeter Entfernung zu betrachten. So entstehe eine intensive Betrachter-Bild-Beziehung. Typisch für Rothko: großflächige, geometrische Farbfelder, die ›Multiforms‹.

Jackson Pollock

Nein. Mal ehrlich, das ist keine Erfindung der Pornoindustrie. Jackson Pollock ist ein New Yorker Maler, berühmt für seine Action-Paintings. Die bestehen aus Leinwand in XXL-Format und aus einer Farbdose mit Löchern an Schnur wild verteilten Farbspritzern.

Fescher Typ

Männliche Schönheit in Reinstform hat Michelangelo mit seinem ›David‹ in einen Block aus weißem Marmor geschlagen. Der Lockenkopf mit Waschbrettbauch könnte heute glatt für Calvin Klein modeln.

Am A****

Der amerikanische Künstler Jeff Koons produzierte mit Freundin und Pornodarstellerin Ilona Staller alias ›Cicciolina‹ die erotisierte Reihe ›Made in Heaven‹. Zentrales Motiv: das Paar beim Geschlechtsverkehr. Das Gemälde ›Ilona’s Asshole‹ beispielsweise zeigt eben jenes während des Aktes im Detail – und provoziert die Grenzen der Geschmäcker. Koons ist einer der gefragtesten Künstler der Gegenwart.

Kann das weg?

Gleich zwei Werke des Aktionskünstlers Joseph Beuys wurden einfach ›weggeputzt‹, obwohl ihr Wert auf einen fünfstelligen Betrag geschätzt wird: Die ›Badewanne‹ mit Mullbinden, Pflaster und Fett bestückt, wurde auf einer SPD-Feier geschrubbt und als Spülwanne verwendet, die ›Fettecke‹ von Putzfrauen der Kunstakademie Düsseldorf bei Reinigungsarbeiten zerstört.

Skandal um schmutzige Füße

Der Ausdruck ›caravaggest‹ bezeichnet den dramatischen Malstil von Michelangelo Caravaggio. Das Steckenpferd des Enfant terrible des 16. Jahrhunderts waren extreme Kontraste zwischen Hell und Dunkel sowie das Abbilden der schonungslosen Realität, damals absolut unüblich! Prostituierte standen Modell für Madonnen mit schmutzigen Füßen, der Künstler genoss einen ausschweifende Lebensstil, Mord am einem Zockerkollegen inklusive – ein italienischer Bad Boy, wie er im Buche steht.

Das A und O

Monet ist nicht gleich Manet, auch wenn die beiden Franzosen nur ein Buchstabe unterscheidet. Zum Mitschreiben: Eduard Manet, 1832-1883, Dandy und Wegbereiter der Modernen Malerei mit einem Faible für Menschen. Claude Monet, 1840-1926, Vertreter des Impressionismus, mit Vorliebe für Licht und Landschaften. Alles klar?

Wenn Kunst und Mathe zusammen Sterne gucken

Der Maler Vincent van Gogh hat sich aufgrund seiner psychischen Krankheit nicht nur ein Ohrläppchen abgeschnitten. In den Wirbeln aus Himmelskörpern und Wolken der ›Sternennacht‹, gemalt in der Krankheitsphase im Jahr 1889, finden sich auch ziemlich exakt die physikalischen Gesetzmäßigkeiten für Turbulenzen wieder, berechnet in den 1940er-Jahren durch den russischen Mathematiker Andrei Kolmogorov. Ans Licht gebracht haben das Physiker aus Spanien und Mexiko, die sich bei der Beobachtung von Gas- und Staubwirbeln eines Sterns an das Gemälde des niederländischen Expressionisten erinnert gefühlt hatten.

Der Saunaeffekt

Wenn alle nackt sind, löst sich die Nacktheit von allem Obszönen. Spencer Tunick setzt für seine Fotografien nackter Menschenmengen auf diesen Saunaeffekt. Bisheriger Rekord: 2007 versammelte der Fotograf rund 20.000 freiwillige Models im Adams- und Evakostüm auf dem Hauptplatz von Mexiko-Stadt zu einer lebenden Installation. Seine textilfreie Participation Art versteht er als eine Hommage an den menschlichen Körper.

Kunst der Entblößung

Yoko Ono, Weggefährtin von John Lennon, forderte in den 1960ern einst in ihrer Performance ›Cut Piece‹ das Publikum dazu auf, ihr die Kleidung abzuschneiden.

David Bowie hätte es sich leisten können

›Les femmes d’Alger, Version O‹ von Pablo Picasso ist bisher das teuerste Gemälde der Welt. Im Mai 2015 wurde das Werk für 179 Millionen Euro bei Christies verkauft, in etwa soviel wie David Bowie hinterlässt. Das Endstück einer 15-teiligen Hommage an Henri Matisse zeigt vier barbusige, abstrakt-realistisch gemalte Haremsdamen.

Ein (Auf-)Schrei

Ging durch die Kunstwelt, als bekannt wurde, dass Edvards Munchs expressionistisches Meisterwerk ›Der Schrei‹ gestohlen wurde. Das Gemälde im Wert von 75.000 Euro zeigt eine schreiende Person, die auf den ersten Blick erstaunliche Ähnlichkeit mit Gollum aus Herr der Ringe zu haben scheint. 2004 wurden es aus dem Edvard-Munch-Museum gestohlen, 2007 ist es wieder aufgetaucht. Neben van Goghs Sonnenblumen und der Mona Lisa von Leonardo da Vinci zählt das mit Tempera auf Pappe gebrachte Seelenleben eines Verzweifelten zu den bekanntesten Gemälden der Welt.

Ich weiß, wer Banksy ist

Mit diesem Satz wärst du nicht der Erste, der behauptet, die Identität des legendären Street Art-Künstlers und Graffitomeisters zu kennen. Hoch im Kurs stand beispielsweise der Parkplatzwächter vor Banksys Ausstellung Dismaland, oder auch ein gewisser in Bristol geborener Robin Gunningham. Der Name Robin Banks taucht ebenso häufig auf, ist wahrscheinlich eher eine Kunstfigur (engl. robbin banks = Banken ausrauben). Einige vermuten hinter Banksy ein Künstlerkollektiv, andere eine Frau mittleren Alters. Bessere Idee?


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