Julia Wolf
Spaß bei der Filmarbeit audimax

audimax probiert’s aus: YouTube-Star Julia

Ich bin ein YouTuber – holt mich hier raus! Ob Volo Julia zur YouTube-Königin werden will oder lieber vorher rausfliegt, liest du hier

»Du könntest doch ein YouTube-Video drehen«, schlage ich vor und finde meine Idee ziemlich genial. Schließlich sollen sich die Redakteure für unsere Rubrik einer Herausforderung stellen. Und für alle anderen gäbe es ein schönes Resultat im Videoformat. Leider hatte ich die Rechnung ohne mein Schicksal gemacht: Aufgaben wurden umverteilt und es traf – genau, mich. Na super, dachte ich, und verfluchte meinen grandiosen Einfall. Ein YouTube-Star war so ungefähr das letzte, was ich werden wollte!

Mit zittrigen Fingern recherchiere ich nach den beliebtesten YouTubern. Mein Plan: Von einem Star Tipps für ein erfolgreiches YouTube-Video einholen. Zugegeben, ich bin kaum auf YouTube unterwegs, hatte es aber schon befürchtet: Es wird richtig peinlich für mich werden! Ganz mutig schreibe ich einigen YouTubern. Und dann hoffe ich. Dass mir jemand Mildes antworten würde. Mit menschlichen Tipps. Ohne Singen, ohne Haarefärben, ohne Pranken!

Marie alias Snukieful schickt mir schließlich fünf Tipps, die mich durchatmen lassen – zumindest ein bisschen. Vielleicht würde doch noch alles gut werden und mein Ruf nicht auf ewig geschädigt sein. Eventuell. In der Nacht vor unserem Drehtag mache ich dennoch kein Auge zu. Mein Konzept steht zwar. Aber die Vorstellung, dass mein Aussehen, meine Mimik und Gestik und vor allem das, was ich sage, theoretisch für jeden und überall auf der Welt abrufbar sein würden: ganz furchtbar. Dabei habe ich den Gedanken an Dislikes und negative Kommentare sogar noch verdrängt.

Und Action! Nachdem meine Kollegin Vicky und ich eine gefühlte Ewigkeit Kamera, Bild und Ton eingestellt haben, nehmen wir endlich meine erste Szene auf. Und die zweite, und die dritte. Mit jedem ›Und Action!‹ fällt etwas Anspannung von mir ab, die Worte kommen mir leichter über die Lippen. Ein Lachanfall reiht sich an den nächsten. Wir beide haben richtig Spaß, weil: das Blatt der Zimmerpflanze auf meinem Kopf tanzt, ich meinen Text vergesse und unsere Kollegin Petra zur Tür rein kommt, als wir eine Szene gerade zum fünfzehnten Mal aufnehmen. Unglaublich übrigens, wie lange es dauern kann, zwanzig Sekunden Film in den Kasten zu bringen. Dann ist es endlich vollbracht: alles abgedreht.

Doch damit ist es noch lange nicht getan, auch das wird mir schmerzhaft bewusst. Der Schnitt bedeutet für mich eine wahre Geduldsprobe. Dass ich dabei ständig meine Versprecher aufs Neue anhören muss und zusehen, wie ich umher wippe und nervös mit meinen Händen herumspiele, macht es nicht besser.

Am Ende muss ich doch ein bisschen schmunzeln über mein Resultat. Für den Anfang okay. Und vor allem der Dreh an sich war ein Riesenspaß! Ob ich jetzt unter die YouTuber gehen werde? Nein! Und nochmal ein Video drehen? Ja. Aber nur wegen des tollen Gefühls, die eigenen Grenzen überwunden zu haben.

Und das Video? Gibt's hier: https://www.youtube.com/watch?v=f5V4tWw0D5Y

 


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