© Gian Cescon

Mal ehrlich: Weg mit den Handys

audimax-Redakteurin Kirsten wünscht sich Partys ohne Selfie-Zwang.

Wer kennt das nicht: Du rufst den Newsfeed von Facebook oder Instagram auf und kannst dich sofort durch einen Dschungel von Selfies scrollen. Da ist Carmen, die mal wieder mit ihren Kumpels Shisha rauchen geht, Sven, der mit seiner Freundin vor dem Spiegel steht und das Partyoutfit checkt, oder Lina, die eine Auswahl des Partybuffets auf ihrem Teller präsentiert. Was sie alle gemeinsam haben? Drei Dinge. Erstens: Alle hantieren mit ihren Smartphones, um mit Selfiestick und Blitzlicht in den Spiegel oder aus Vogelperspektive über dem Sushi schwebend Fotos zu fabrizieren. Zweitens: Sie nerven mich mit ihren zur Schau getragenen, inszenierten Szenen. Drittens: Eigentlich hat jeder etwas Schönes vor, sitzt bei einer Party mit netten Leuten zusammen oder hat was richtig Tolles zu essen. 

Warum beschäftigen sich dabei alle mit ihren Handys? Nicht, dass ich unsere mobilen Begleiter grundsätzlich ablehnen würde, aber manchmal stehlen sie der Realität die Show. Wenn ich auf einer Feier eingeladen bin, möchte ich doch die Zeit mit meinen Freunden genießen und mal vom Alltagsstress abschalten, um mich danach einfach mit Kraft meiner Gedanken an die besten Momente erinnern zu können. Stattdessen schiebt sich allzu oft das Smartphone zwischen mich und die Wirklichkeit, nur damit ich beweisen kann: Ich war hier. Ich glaube, am Ende juckt es keinen, ob ich auf dem Geburtstag meines besten Freundes war, ein Selfie mit der Braut auf der letzten Hochzeit gemacht habe oder auf einem Festival richtig Spaß hatte. Am Ende ist das reale Leben wichtiger als das digitale Selbstbild. Und die Leute, mit denen du gerne Zeit verbringst, sollten nicht neben deinem Handy zur zweiten Geige verkommen. Manchmal wünsche ich mir mein altes Nokiamonster zurück, mit dem ich nur telefonieren und SMS schreiben konnte. Toller Nebeneffekt: Wenn es dann im richtigen Leben eine gelungene Feier ist, überlebt dieser Klassiker unter den Handys auch beim Tanzen, wenn er schwungvoll aus der Tasche fliegt. 


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