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Praktikum in Tokio bei der Allianz

Christoph Rehberger meisterte seinen Praktikantenalltag bei der Allianz trotz allerlei kultureller Kuriositäten.

Manches hielt er einfach für einen guten Gag. Dass zur ›Rush Hour‹ in Tokio zum Beispiel kräftige Männer engagiert sind, um ihre Mitbürger in die ohnehin schon überfüllten U-Bahnen zu quetschen. Christoph Rehberger ahnte vor dem Sommer 2008 noch nicht, dass sich viele der für westliche Ohren skurril klingenden Klischees bewahrheiten würden. In jenem Sommer erlebte er den Tokioter Alltag schließlich live.

Sein Bachelorstudium an der Otto Beisheim School of Management in Vallendar sah ein dreimonatiges Auslandspraktikum vor. »Wohin es geht, war uns Studenten freigestellt«, berichtet Christoph. »Seitdem ich als Schüler eine Zeit in den USA verbracht hatte, war es immer mein starker Wunsch, noch mehr fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen. « Als Herausforderung reizte ihn das Japanische: »Wir hatten eine super Dozentin, die uns die japanische Kultur schmackhaft gemacht hat«, sagt der Praktikant, der letztlich neben seinen BWL-Vorlesungen noch drei Semester Japanisch paukte. Das vorgeschriebene Praktikum bot die Chance, seine Neugier auf ferne Länder zu befriedigen. »Es schien mir am einfachsten, es bei einem deutschen Unternehmen zu absolvieren«, reflektiert er seine Entscheidung für die Allianz, die ihm bereits von einem früheren Praktikum zu Schülerzeiten vertraut war.


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Über die Allianz-Homepage knüpfte der BWLer Kontakt mit der japanischen Zweigstelle in Tokio. »Ich habe mich einfach initiativ beworben und hatte erst keine große Hoffnung, dass das klappen könnte«, erinnert er sich. »Aber nach zwei Tagen kam schon Rückmeldung vom japanischen Geschäftsführer.« Zwei Telefoninterviews mit seinen zukünftigen japanischen Kollegen später hatte er den schriftlichen Bescheid in der Hand, dass der Praktikantenplatz in der Sachversicherungssparte für ihn reserviert sei. Der Rest lief wie am Schnürchen: »Mir wurde an allen Ecken und Enden geholfen«, erzählt Christoph. »Angefangen beim Visum – durch Mithilfe der Allianz habe ich alle möglichen Dokumente sehr früh bekommen – bis zur Wohnungssuche, bei der mich Kollegen vor Ort unterstützten. Es gab ständig einen regen Austausch mit meinen Ansprechpartnern in Japan, was mir im Vorfeld schon Sicherheit gegeben hat.

Arbeitsalltag und Aufgaben

Aller guten Vorbereitung zum Trotz »war der Arbeitsalltag am Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig«, erinnert sich der 23-Jährige. »In Japan ist die Arbeit das Leben und ich habe deutlich gemerkt, dass das System hier hierarchischer aufgebaut ist.« Von einem Praktikanten würde erwartet, dass er offene Fragen zuallererst mit gleichrangigen Kollegen bespricht, bevor er auf eine höhergestellte Person zugeht. »Man muss das Eis erst einmal brechen«, ist Christoph überzeugt. »Gerade, wenn die Kommunikation auf Englisch stattfindet, sind die Japaner etwas unsicher. Aber nach ein, zwei Wochen hatte sich das gelegt und jeder wollte mal mit dem Europäer essen gehen«, fügt er an und grinst.

Neben dem Gros von Japanern arbeiteten in der Sachversicherungssparte neben Christoph nur noch zwei Deutsche. Ihm zuliebe wurden schließlich auch die meisten Teamsitzungen auf Englisch gehalten, denn die offizielle Sprache im Unternehmen ist freilich japanisch. »Ich kann einem japanischen Kunden schließlich keine Versicherung auf Englisch verkaufen«, betont der Praktikant. »Aber intern werden durch die Zugehörigkeit zur Allianzgruppe viele Aufgaben auf Englisch erledigt. So zum Beispiel die Strategieplanung, die in meinen Tätigkeitsbereich fiel.«

Christoph Rehberger war mit der Dreijahres-Strategieplanung des Unternehmens betraut und arbeitete mit einem zwölfköpfigen Team dem Vorstand zu. »Natürlich habe ich nicht die Strategie bestimmt, sondern war dafür da, das Ganze zu organisieren und die Abschlusspräsentation zu erstellen«, erzählt er. »Aber ich habe dabei unglaublich viele Einblicke in alle Bereiche bekommen und durfte mich aktiv in die Sitzungen der Abteilungsleiter einbringen. Das war für mich nach dem zweiten Semester extrem spannend.« Völlig neu erschloss sich ihm auch eine Facette des Versicherungswesens, die er aus Deutschland nicht kannte: »Ich war bei einer Produkteinführung von Haustierversicherungen dabei. Das ist in Japan ein riesengroßer Geschäftsbereich.

Eintauchen in eine fremde Kultur

Neben den in Japan üblichen arbeitsamen Tagen von meist zehn Stunden Dauer »habe ich mir immer die Zeit genommen, zu reisen und die Kultur zu entdecken«, berichtet Christoph. »Die Wochenenden waren generell frei und meine Kollegen haben mir wahnsinnig viele gute Tipps gegeben.« Die Allianz organisierte für ihn unter anderem auch einen Ausflug zur Niederlassung in Osaka. Um wirklich tief in die japanische Kultur eintauchen zu können, sind nach seiner Meinung Offenheit und manchmal auch ein wenig Mut vonnöten. »Man sollte alles mal ausprobieren, dann gehen die Asiaten auch viel offener auf einen zu«, meint er. »Ich habe einmal einen kompletten Fisch mit Kopf und Gräten gegessen. Und natürlich alles mögliche roh, wie Pferdefleisch und Tintenfisch. Das war wirklich gruselig«, erinnert er sich mit einem Naserümpfen. »Aber oft habe ich Dinge entdeckt, von denen ich glaubte, dass sie mir nie schmecken würden. Nach einem Mal probieren fand ich sie ganz toll.«

Der Aufenthalt und das Praktikum in Japan hätten ihm die Augen geöffnet, »dass man mehr als eine Sichtweise auf verschiedenste Dinge haben kann, sei es im Arbeitsalltag oder in der Kultur«. Christoph Rehberger resümiert: »Ich kann solch ein Praktikum auf jeden Fall empfehlen. Der Trend, nach Asien zu gehen, nimmt weiter zu. Und gerade innerhalb der Allianz gibt es immer mehr Möglichkeiten, solch einen Aufenthalt zu gestalten.«


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