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Prüfungsstress ade! – Tipps für eine Bergtour

Das Studentenleben kann manchmal schon ganz schön stressig sein. Vorlesungen, Prüfungsvorbereitung und dann noch die ganzen Prüfungen. Alle freuen sich, wenn dieser Stress mal Pause macht. Wie wäre es in den Semesterferien – oder einfach an einem schönen Wochenende – mal den ganzen Prüfungsstress zu vergessen und die Aussicht zu genießen?

Die Vorbereitung – das ist zu tun

Wer im Süden der Republik studiert, hört öfters mal die Aufforderung: „Fahren wir doch mal in die Berge!“ Dabei haben die Berge ihre schönen Seiten, wie beispielsweise die tollen Panorama-Blicke über die Berge und die umliegende Landschaft. Sie haben jedoch auch ihre gefährliche Seite. Deshalb ist es wichtig, sich auf eine solche Wanderung vorzubereiten und im Vorfeld zu informieren. Was ist beispielsweise zu tun, wenn die Dunkelheit überraschend hereinbricht und die nächste Hütte noch weit weg ist?

Im den Bergen kommt es immer wieder zu Unfällen. Manchmal sind diese Unfälle schwerwiegend und es ist Hilfe notwendig. Nicht immer sind diese Unfälle selbst verschuldet. Manche Unfälle verursacht ein anderer, beispielsweise durch Unachtsamkeit oder Unkenntnis. Das kann dann teuer werden. Deshalb ist eines ganz essenziell, schon vor der Abreise in den schönen Bergurlaub: die Haftpflichtversicherung. Diese zahlt für Schäden, die gegenüber Dritten entstehen. Studenten, die in einer eigenen Wohnung leben und nicht mehr bei den Eltern, brauchen normalerweise ohnehin eine eigene Versicherung.

Körperliche Vorbereitung

Sich körperlich auf eine Bergwanderung vorzubereiten, ist ideal. Jedoch schafft das nicht jeder zeitlich. Grundsätzlich können alle, die nicht gerade an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, bergwandern – am Anfang allerdings bei langsamem Tempo, denn Wandern kann ganz schön schweißtreibend sein und einen außer Atem bringen.

Vor allem am Anfang ist das gemächliche Tempo wichtig, denn wie bei jeder Sportart müssen sich die Muskeln erst aufwärmen. Dafür sollten 15 Minuten genügen. Das gemächliche Tempo ist nicht jedermanns Sache und der Körper sagt von ganz allein, dass es bisschen schneller gehen soll.

Sind die Semesterferien für eine Bergwanderung geeignet?

Die beste Zeit für eine Wanderung ist der Herbst. Da sind die Tage noch lang genug, das Wetter ist stabil und das Gewitterrisiko gering. Beim Ausblick über die Landschaft sind überall bunte Bäume zu sehen, weil sich die Blätter verfärbt haben. Die Fernsicht ist aufgrund der trockenen Herbstluft hervorragend.

Im Frühling liegt hingegen oft noch Schnee, gerade auf der Nordseite der Berge. Dort kann es dann sehr leicht zu Unfällen mit Kettenreaktionen kommen, wenn einer stürzt und die anderen beim Wegrutschen von den Füßen holt. Wer dann auf einer schiefen Ebene stürzt und ins Rutschen kommt, kann leicht über eine Abbruchkante stürzen oder unten in die Felsen krachen. Dabei gibt es jedes Jahr viele Verletzte und auch Tote sind zu beklagen.

Im Sommer ist das Gewitterrisiko sehr groß. Von einem Gewitter überrascht zu werden, kann gefährlich werden im Gebirge.

Worauf ist besonders zu achten?

Als Erstes ist es wichtig, sich zu informieren. Es gibt viele Bücher zum Thema Bergwandern und auch das Internet ist voller hilfreicher Tipps, beispielsweise vom Deutschen Alpenverein e.V.. Dort sind Schwierigkeitsgrade bei den Touren angegeben, sodass Anfänger sich einfach orientieren können. Bei der Planung ist es sinnvoll, sich nicht nur auf eine Quelle zu verlassen, sondern mindestens noch eine Zweite hinzuzuziehen.

Wandern ist für die einen eine sportliche Herausforderung. Sie kalkulieren eine Tour hin und zurück mit drei Stunden. Andere wollen die Natur genießen, zwischendurch an einem lauschigen Plätzchen rasten oder eine Hütte aufsuchen. Dann kann dieselbe Tour sechs Stunden dauern. Was unbedingt auf die Tour mit muss, ist ein Höhenmesser, die Karte und die Beschreibung. GPS funktioniert in den Bergen nicht überall zuverlässig. Außerdem ist in wichtigen Momenten immer die Batterie leer.

Der Höhenmesser ist deshalb wichtig, weil unterwegs häufig die Wegweiser fehlen und in der Tourbeschreibung steht dann nur, dass bei einer bestimmten Höhenmeterzahl eine Flanke kommt, die hinabzusteigen ist. Wer dann keinen Höhenmesser hat, tut sich sehr schwer, diese Flanke zu finden und sich zu orientieren.


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Und wenn die Dunkelheit überraschend hereinbricht?

Die meisten Unfälle in den Bergen passieren, weil Wanderer unbedingt noch den Gipfel überqueren wollen, obwohl es schon dunkel ist. In diesem Fall ist es besser, an Ort und Stelle das Nachtlager aufzuschlagen. Es ist zwar kalt nachts in den Bergen, aber es besteht von Frühling bis Herbst meist keine Erfrierungsgefahr.

Damit das nicht notwendig ist, hilft eine ehrliche Planung. Wer schon am Anfang seinem Zeitplan hinterherhinkt, holt das nie mehr auf. Die Leistungsfähigkeit sinkt, je länger die Tour dauert. Am besten ist, einen Break zu setzen und die Tour am nächsten Tag ausgeruht fortzusetzen.

Die Ausrüstung – reichen Turnschuhe für leichte Touren?

Wer vorhat im alpinen Bereich wandern zu gehen, sollte sich Bergschuhe kaufen. Gerade für Anfänger ist der zusätzliche Halt, den die Schuhe geben, wichtig. Sie sollten auf jeden Fall bis über die Knöchel reichen. Ideal für Anfänger ist ein weicher Trekkingschuh. Die Schuhe sollten schon beim Anprobieren bequem sein.

Ein Rucksack für eine Tagestour muss nicht so riesig sein. Wichtig ist, dass er bequeme und stabile Schulterriemen hat und über einen bequemen Bauchgurt verfügt. Dann lässt sich das Gewicht auf Schultern und Hüfte verteilen. Die meisten nehmen für kurze Touren viel zu viel Proviant mit. Das ist unnötiger Ballast, der Kraft kostet.

Was noch in den Rucksack sollte, ist Wetterschutzkleidung: ein leichter Anorak, eine dünne Mütze, eine leichte Überhose und für besonders Kälteempfindliche ein paar Handschuhe. Das sollte alles zusammen nicht mehr als ein halbes Kilo wiegen. Eine Erste-Hilfe-Ausrüstung sollte in jedem Fall auch dabei sein.

Essen und Trinken dürfen natürlich nicht fehlen. Bei einer kleinen Tour reicht ein halber Liter Flüssigkeit, bei größeren sollten anderthalb Liter im Gepäck sein.

Ein Beitrag des externen Autors Maik Hartmann