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Klischee-Wahrheits-Check von Reporterin Eva Martin

Alles Fake? Oder Realität? Unsere KlischeeWahrheit-Checks durchscannen, diesmal mit dem Job als Reproter/-in:

Klischee:

Den ganzen Tag zwischen großformatigen Bildern, schwarz gewandeten Künstlern und sensiblen Restauratoren zugange, beginnt der Arbeitstag einer Kultur-Pressefrau bestenfalls mittags, wenn sie sich mit einem barttragenden Kulturjournalisten auf ein Gläschen Chablis beim Japaner trifft, um über die neueste Ausstellung zu philosophieren. Danach geht sie in ihr Büro, um gemütlich abgeschottet vom Rest der Welt die richtigen Worte für das kommende Pressegespräch in Stein zu meißeln. Wenn das erledigt ist, blättert sie sich ohne Hast gründlich durch etliche Bildbände des kommenden Ausstellungskünstlers, den sie am nächsten Tag treffen wird. Allerdings sicher nicht nach 18 Uhr, denn schließlich machen Museen am Abend zu, weshalb sie sich über ausgesprochen geregelte Arbeitszeiten freuen darf.

Wahrheit:

Eva Martin, Pressesprecherin und Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Neues Museum Nürnberg:

»Tatsächlich gehen Künstler, Autoren, Musiker und Journalisten in meinem Büro ein und aus. Wer gerne introvertiert und in aller Ruhe Vorgang A abarbeiten möchte, um sich danach Vorgang B zu widmen, ist hier suboptimal aufgehoben. Programmheft texten, Kooperationen betreuen und Kontakthalten zu regionalen und überregionalen Redaktionen – gelebtes Multitasking ist meine Job-Devise! Abendliche Ausstellungseröffnung? Ich halte Begrüßungsreden, schüttle Hände, lerne Künstler und Sponsoren kennen und habe vorher das Catering und die nötigen Sicherheitsmaßnahmen veranlasst. Sonntags-Konzert im Auditorium? Ich kenne jede Tuba mit Vornamen und bin da. Sonderprojekte mit anderen Kultur-Einrichtungen? Ich pflege mein Netzwerk und organisiere Meetings. SpecialEvents, um das Museum als Raum für Kultur weiter publik zu machen? Ich stelle das Programm zusammen und führe durch den Abend. Das alles schaffe ich natürlich nicht ganz alleine, sondern nur mit meinem tollen fünfköpfigen Team, das ich koordiniere und leite.«


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