Von diesen finanziellen Sparangeboten profitieren Studenten

Am Ende jedes Monats ist ein Großteil der Studenten knapp bei Kasse. Um sich finanziell über Wasser zu halten, gehen viele angehende Akademiker neben ihrem vollen Unialltag einer Nebenbeschäftigung nach. Doch es kann sich lohnen, neben den finanziellen Nachteilen ebenfalls die Vorteile des Studenten-Daseins zu betrachten. Denn die Hochschüler profitieren von einigen Rabatten und Sonderleistungen, die normale Berufstätige nicht ohne weiteres beanspruchen können.

1. Freistellung von den monatlichen Rundfunkgebühren

Die deutsche Rundfunkzentrale der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten nahm 2017 einen stattlichen Beitrag von 7,97 Milliarden Euro ein. Die pauschale Rundfunkgebühr von monatlich 17,50 Euro müssen jedoch nicht alle Studenten entrichten. Ihnen steht es zu, sich unter bestimmten Umständen von den Rundfunkgebühren zu befreien. Um künftig keine Rundfunkgebühren zu bezahlen gilt es auch für Studierende, bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen.


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  • Eine Befreiung ist unter bestimmten sozialen Gesichtspunkten möglich. Dies gilt für alle Studenten, die eine Form von Sozialleistungen erhalten (Bafög, BAB, Arbeitslosengeld II, Blindengeld oder Pflegegeld). Wer Wohngeld, Übergangsgeld oder ALG I bezieht, ist nicht zur Befreiung berechtigt.
  • Menschen mit Behinderungen haben ebenfalls die Option, keine Rundfunkgebühren zu zahlen. Sie profitieren davon allerdings nur, wenn sie einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „RF“ besitzen.
  • Als alternative Variante für Studenten, die keine der oben genannten Punkte erfüllen, ist der „Härtefallantrag“ gedacht. Für diesen Antrag gilt allerdings ein maximales monatliches Einkommen knapp über dem Bafög-Höchstregelsatz.
  • Eine weitere Ausnahmeregelung gilt für gemeinsame Haushalte. Wenn einer der Haushaltsmitglieder aufgrund von Sozialleistungen freigestellt ist, hat der Student in der „Bedarfsgemeinschaft“ ebenfalls keine Gebühr zu entrichten.

Studenten sind nur innerhalb des Leistungszeitraums (üblicherweise 12 Monate bei Bafög-Bezug) von den Rundfunkgebühren freigestellt. Danach sind sie verpflichtet, einen neuen Antrag zu stellen.

2. Vergünstigungen aus der öffentlichen Hand

Anders als bei normalen Berufstätigen stellen die öffentlichen Einrichtungen von Bund und Ländern Studenten gewisse Preisnachlässe in Aussicht. Dies betrifft viele kunst- und kulturellen Einrichtungen, deren Finanzierung dem öffentlichen Dienst obliegt. Zu der Stiftung Haus der Geschichte der BRD gehören bundesweit vier kostenlose Museen, so beispielsweise zwei Kulturstätten in der Hauptstadt: der Tränenpalast und das Kulturbrauerei-Museum. In der sächsischen Hochburg Leipzig hingegen besuchen Studenten das zeitgeschichtliche Forum unentgeltlich. In Bonn können sich die angehenden Akademiker das Haus der Geschichte kostenfrei ansehen.

3. Günstige Eintritte in Schwimmbäder, Theater, Sportstätten oder Kinos

Zugegebenermaßen haben viele Aktivitäten in der Freizeit ihren Preis. Studenten haben weniger Budget, um sich in ihrer Freizeit auszuleben, als Berufstätige. Inzwischen gehen jedoch viele Einrichtungen dazu über, dies zu berücksichtigen. Sie bieten bundesweit günstige Preise für Studenten an. Egal, ob es um den Kinoeintritt oder um den nächsten Schwimmbadbesuch geht. Ein Hochschüler zahlt oftmals bis zu 50 Prozent weniger als ein vollzahlender Erwachsener. Um den Rabatt einzulösen ist es notwendig, den gültigen Studentenausweis vorzuzeigen.

4. Der Internationale Studentenausweis

Das Studentenleben bringt im Gegensatz zum Berufsleben einen entscheidenden Vorteil mit: die zeitliche Flexibilität. Besonders beim Thema Reisen macht sich dies positiv bemerkbar. Zwar kann ein Student finanziell gesehen nicht an jeden Ort der Welt reisen. Doch die Freiheit, flexibel zu verreisen, ist durchaus vorhanden. Neben einem preiswerten Flug und einer günstigen Unterkunft haben Studenten die Option, während der Urlaubszeit viel Geld einzusparen. Das volle Sparpotential lässt sich mit dem internationalen Studentenausweis (ISIC) ausschöpfen.

Der international gültige Ausweis hält über 150.000 Angebote in mehr als 130 Ländern bereit. Auf diese Weise genießen Studenten weltweit zahlreiche Rabatte. Sie fliegen günstiger, erhaltene einen Mietwagen-Rabatt oder erhalten eine preiswerte oder kostenlose Reisekreditkarte. Um den Ausweis zu beantragen ist es notwendig, online auf der Website ein Formular auszufüllen. Es ist vonnöten, den Studentenstatus mithilfe der Immatrikulationsbescheinigung nachzuweisen und eine Kopie des Personalausweises oder Führerscheins hochzuladen. Die Gebühr für die internationale Studentenkarte liegt aktuell bei 15 Euro.

5. Kostenfreie oder vergünstigte Weiterbildungsmöglichkeiten

Manche Studierende empfinden ihren in der Universität erworbenen Wissensstand im Hinblick auf das spätere Berufsleben als nicht ausreichend. Sie wollen interdisziplinärer lernen und über den Tellerrand hinausschauen. Zwar bietet nahezu jede Universität zusätzliche Kurse an, doch sind die Plätze meist begrenzt und binnen kürzester Zeit ausgebucht. In diesem Fall können die Hochschüler auf externe Bildungsangebote zurückgreifen. Viele Firmen und öffentliche Einrichtungen offerieren für die Nachwuchs-Akademiker spezielle studentenfreundliche Tarife und Weiterbildungsmöglichkeiten.

So können die Hochschüler beispielsweise bei der IHK einschlägige Excel- oder BWL-Kurse belegen. Zusätzlich stellt die IHK eine digitale Plattform für E-Learning mit weiteren Bildungsangeboten bereit. Hier hat ein Interessent die Qual der Wahl, da das Themenspektrum unglaublich vielseitig ist. Interkulturelle Kompetenzen, Personal- und Materialwirtschaft sowie Vertrieb und Marketing sind nur einige der abrufbaren Weiterbildungsangebote. Wer sich zunächst mit den Grundlagen zu einem bestimmten Sachverhalt vertraut machen möchte, besucht stattdessen einen Kurs der örtlichen Volkshochschule.

4. Kostenfreie oder stark reduzierte Bücher und Fachliteratur

Im Gegensatz zu Auszubildenden und Studenten dürfen Berufstätige die meisten universitären Bibliotheken nicht nutzen. Fachliteratur kostet Berufstätige deshalb relativ viel Geld. Studenten hingehen gelangen auf unterschiedlichen Wegen an einschlägige Fachliteratur oder andere interessante Bücher. Neben den örtlichen Bibliotheken stellen einige Internetportale für die Akademiker kostenlose oder reduzierte Studienbücher zum Download online. Ein solches bekanntes Portal ist „bookboon“ mit einer zugänglichen Sammlung von mehr als 800 kostenlosen E-Books. Zur Wahl stehen eine Vielzahl an Büchern – BWL über IT bis hin zu Ingenieurwesen.

Die örtlichen Buchhandlungen offerieren zu Semesterbeginn oftmals spezielle studentenfreundliche Angebote. Viele Schreibutensilien, Kalender oder Fachbücher erhalten die Studierenden zu ermäßigten Preisen.


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7. Kostenlose Tageszeitungen

Wissen, was in der Welt um einen herum passiert, steht auch für Studenten weit oben auf der To-Do-Liste. Ein Zeitschriftenabo bezahlt sich jedoch auch nicht von alleine. Zum Glück gibt es die Zeitschriftenabos für Hochschüler erheblich günstiger als für Berufstätige. Denn die fachspezifischen Zeitschriften sind durchaus daran interessiert, die Nachwuchskräfte von morgen in ihrem Fachgebiet weiterzubilden. Ein studentenfreundliches Angebot hat der Deutsche Post Leserservice auf Lager. Der 2002 ins Leben gerufene Leserservice begeistert seine Kunden mit einem breiten Sortiment aus regionalen und überregionalen Tageszeitungen und Zeitschriften. Durch den studentischen Rabatt lesen Wissbegierige bis zu zwei Wochen kostenlos oder sparen bis zu fünf Euro auf ausgewählte Zeitschriften.

Ein Gastbeitrag von Anja Klein.