Oranger Rettungsring am Meer
Bildquelle: Unsplash/Jared Berg

Soll ich's wirklich machen? Entscheiden. Bewerben. Finanzieren. Das große Master-Special.

Wie siehts aus? Drehst du noch ´ne Runde? Mehr als die Hälfte aller Student*innen in Deutschland spielt mit dem Gedanken, nach Abschluss des Bachelors ein Masterstudium dranzuhängen. Was früher ein Privileg war, ist heute fast schon Normalität. Höher, schneller, weiter. An der hohen Nachfrage kommen auch die Hochschulen nicht vorbei. Mit jedem Jahr sprießen mehr und mehr Masterstudiengänge aus dem Boden. Mit on Board: ein buntes Potpourri verschiedenster Fachrichtungen, damit auch garantiert jeder auf seine Kosten kommt. Masterstudium Overkill? Wo früher kaum Spielraum war, ist heute viel Luft zum Abwägen. Die Auswahl groß, die Entscheidung schwer. Jetzt bloß nicht den Kopf verlieren! Wir bringen Ordnung ins Chaos und stellen die wirklich wichtigen Fragen, um deine Gedanken in richtige Bahnen zu lenken. Anschnallen, es geht los! Auf den nächsten Seiten erwarten dich die relevantesten Hard Facts in puncto Entscheidung, Bewerbung und Finanzierung.

 

  • 55% der Bachelorstudent*innen planen nach dem Abschluss die Aufnahme eines Masterstudiums.

  • Bis 2019 wurden 145.373 Masterabschlüsse in Deutschland verzeichnet.

  • Im WS20/21 konnten deutsche Studis unter 9577 Masterstudiengängen wählen.

 

 

Mach ich´s? Mach ich´s nicht?

Die Bachelorarbeit glänzt im Regal und daneben wäre noch ein Plätzchen frei? There you go! Aber ist der Master wirklich das Nonplusultra? Mach deinem Kopf etwas Luft, um individuell für dich abzustecken, ob die Reise nun weiter geht, oder du an dieser Stelle aussteigst und dich auf deinen bisher ergatterten Lorbeeren ausruhst. Bisher ist schließlich kein Meister vom Himmel gefallen. Masterpläne schon gar nicht. Also: Erstmal tief durchatmen, Kopf ordnen und Fokus! Good News vorab: dir stehen eigentlich alle Türen offen. Du musst sie gedanklich nur mal kurz aufschubsen.

 

Vielleicht doch erstmal chillen?

Studieren ist hart. Die Bachelorarbeit ist härter. Sich nach all dem Stress eine Pause gönnen zu wollen, ist gar nicht mal so abwegig. Klingt für »ältere Semester« vermutlich nach vertaner Zeit, ist tatsächlich aber alles andere als das. Freiwilligendienst. Sprachreise. Wwoofing. Praktika im Rahmen organisierter Gap-Year-Programme - worauf hast du Lust? Wer Bock auf eine sinnvolle Auszeit hat, wird ganz sicher fündig. Was für dich persönlich die Vertiefung deiner Kenntnisse bedeutet, kann für noch unschlüssige Kommiliton*innen in den Bankreihen vor dir eine kleine, aber hilfreiche Reise in Sachen Orientierung und Inspiration bedeuten. Angst vor dem damit verbundenen Papierkrieg? Agenturen und Programme wie »kulturweit« oder »weltwärts« regeln. Bedeutet für dich: viel Unterstützung in Sachen Orgakram und beim einen oder anderen Freiwilligendienst gibt´s sogar ein kleines Taschengeld on top. Wir wären dann jetzt soweit. Worauf wartest du?

 

Warum eigentlich?

Wir brauchen nicht lange um den heißen Brei herumzureden. Studieren ist echt eine feine Sache. Aber welcher Fokus steckt hinter der bewussten Entscheidung, noch ein paar Jahre länger die Hochschulbank zu drücken? Soll es auf der Karriereleiter noch ein Stück weiter nach oben gehen? Möchtest du dein Wissen vertiefen? Oder ist es das Studentenleben per se, vielleicht sogar Perspektivlosigkeit, die dich einfach nicht los lässt? Bei der Entscheidung für oder gegen ein weiterführendes Studium solltest du diese Fragen ganz klar für dich beantworten können, um die Gefahr eines Studienabbruchs zu minimieren und ein Dasein als Langzeitstudent*in zu vermeiden. Das kostet dich nur unnötig Zeit, Nerven und im Worst Case eine*n andere*n Student*in (to be) den Studienplatz.

 

Was war mies?

Spul mal kurz zurück. Wie war eigentlich dein erstes Studium? Lief alles wie am Schnürchen? Ansprechpartner*in immer vor Ort? Kannten die Profs deinen Namen oder warst du nur eine »Nummer«? Was hat dir den letzten Nerv geraubt? Schreib dir die Negativerfahrungen hinter die Ohren und versuche, bei der Recherche für den Master genau diese Aspekte im Hinterstübchen zu behalten. Das erspart dir im Falle des Falles ähnliches Desaster und schafft einen stabilen Rahmen, der dir die nötige Prise Gelassenheit und Fokus verpasst. Nach den ersten Erfahrungen weißt du einmal mehr, wie deine Erwartungen aussehen. Schnuffiger Tipp am Rande: Ganz vielleicht profitieren ja alle davon, wenn du deine persönlichen Negativerfahrungen nach Ende des Studiums mit der zuständigen Hochschulabteilung teilst. Konstruktive Kritik schafft Platz für Verbesserung und macht es zumindest deinen Nachzügler*innen etwas einfacher.

 

Was darf’s sein?

Bachelor? Master? Oder doch lieber Quereinstieg im Zirkus? Die Palette der Möglichkeiten ist groß. Frischer Wind um die Nase gefällig? Wie wär´s mit einem Zweitstudium in einem ganz anderen Bereich? Fernweh und Neugierde geben sich die Klinke in die Hand? Vielleicht ist ein Studium im Ausland genau dein Ding! Bleibst du lieber in sicheren Gewässern, haben diverseste Weiterbildungsmöglichkeiten in Deinem Fachbereich die Ehre. Heiß auf die Anwendung deines inhalierten Wissens? Fachübergreifend ausgebildet loslegen? Alles kein Problem. Es gibt auf nahezu jede Anforderung zugeschnittene Master-Modelle.

 

Who knows?

Du hast den Master-Studiengang des Begehrens gefunden? Die Hochschule macht einen soliden Eindruck? Du bist dran! Uni-Portale und hochschulinterne Websites sind deine erste Anlaufstelle. Hier gibts geballtes Wissen über Studieninhalt und -abläufe. Reicht dir nicht? Erkundige Dich bei Studierenden und Ehemaligen nach den Fakten, die dir wirklich auf der Seele brennen. Wie ist es um die Orga der Uni bestellt? Sind in Bib und Mensa die nötigen Kapazitäten gegeben, sodass auch jeder einen Platz findet? Finden Belange der Studis Gehör und wie sieht das »Danach« aus? Mit viel Glück bist du im Anschluss nicht nur schlauer, sondern um ein paar nette Kontakte reicher, die mit dir zukünftig den Campus unsicher machen.

 

Hab ich´s drauf?

Man könnte meinen, nach dem Bachelor die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und trotzdem ist der Großteil der Absolvent*innen am struggeln. Theorie ist ja ganz nett, aber so richtig nach Plan fühlt sich das Ganze, gerade am Anfang, noch nicht an. Zurecht? Keine Zeit für Zweifel, denn nur 2,2% der Akademiker*innen sind nach dem Studium arbeitslos. Während 22% (Uni) bzw. 50% (FH) der Absolvent*innen ein weiteres Studium aufnehmen, tümmelt sich der Rest auf dem Arbeitsmarkt. Verabschiede dich also von dem Gefühl, nicht kompetent genug zu sein. Die Unsicherheit begleitet jede*n Absolvent*in, legt sich aber mit Einstieg in den Berufsalltag wie von selbst.

 

Interdi-wie? Konseku-was?

Interdisziplinär? Konsekutiv? Berufsbegleitend? Weiterbildend? Leg den Duden weg – wir klären das mit dem Master-Jargon für dich! Möchtest du deinem Fachbereich treu bleiben und in die Vertiefung gehen, kommt ein konsekutiver Master für dich in Frage. Er schließt quasi da an, wo der Bachelor aufgehört hat. Willst du mehr? Interdisziplinäre Masterstudiengänge entlassen dich fachübergreifend gefestigt in die Arbeitswelt. Wenn Gelerntes nur durch Praxis bei dirin Fleisch und Blut übergeht, solltest du den berufsbegleitenden Master im Hinterstübchen behalten. Wer mit Berufserfahrung glänzen kann, für den bieten sich weiterbildene Masterstudiengänge an, die genau das voraussetzen.

 

Was will ich noch?

Was macht dich glücklich? Gehört zum happy lifestyle aller Student*innen nicht mehr, als der perfekte Masterstudiengang? Genauso bedeutend wie ein funktionierendes Hochschulsystem ist es, dass dein ganz persönliches Drumherum stimmt. Fühlst du dich in an deiner Hochschule zu Hause? Catcht dich die Mentalität der Menschen? Bist du Großstadtpflanze? Ewiges Dorfkind? Willst du Trubel oder beständige Ruhe? Die Magie deines Uni-Alltages fällt und steht mit so vielen verschiedenen Aspekten. Also vorab: Bestandsaufnahme und Uni, Stadt wie auch deine ganz persönlichen Glücksfaktoren genauestens auf den Prüfstand stellen.

 

Organisationsknalltüte oder was?

Auch wenn du kein absoluter Beginner mehr im Studien-Game bist, solltest du auf der Uhr haben, dass der Zeitaufwand aufgrund der Vertiefung auch im Masterstudium nicht ganz ohne ist. Mit der richtigen Organisation gar kein Stress! Es gibt unzählige Tools, die das Chaos für dich regeln. Welches es schlussendlich wird, steht dir frei. Es muss nur eins: funktionieren. Wie hättest du es gern? Ganz oldschool mit Kalender (Bsp.: »Ein guter Plan«)? Vielseitig via Magic Chart (Bsp.: »Legamaster Flipchart«) oder greifst du auch hier lieber aufs Smartphone zurück und arbeistest mit einer Planungs-App (Bsp.: »Evernote« oder »Todoist«)? Probieren geht über Studieren. Wirf die Orga also nicht direkt wieder über Bord, wenn es doch nicht läuft wie erwartet. Manchmal braucht es einfach etwas Zeit, um herauszufinden, welcher Planungstyp man ist.

 

Den letzten beißen die Hunde?

Du kannst aufatmen. Auch wenn die Lage in Sachen Masterangebot bis vor ein paar Jahren noch zappenduster war, ist es heute kein absolutes Ding der Unmöglichkeit mehr, einen der heißbegehrten Plätze zu bekommen. Viele Unis und Hochschulen haben nachgezogen und konsekutive Masterstudiengänge aus dem Boden gestampft. Oft richtet sich das Angebot an bereits an der Hochschule immatrikulierte Bachelorstudent*innen. Da ein Drittel aller Absolvent*innen aber mit einem Master an einer anderen Hochschule liebäugelt, erweitert sich das Spektrum der angebotenen Plätze automatisch. So easy wie die Bewerbung für den Bachelorstudiengang ist‘s in der Regel aber nicht mehr. Viele Unis setzen auf Einstellungstest oder persönliche Auswahlgespräche. Keine Panik! Mit dem Bachelor in der Tasche gehst du mit Sicherheit viel geübter und selbstsicherer an die prüfungsähnliche Situation heran.

 

Trouble Shoot: Fehlentscheidung

Worst Case Fehlentscheidung. Der Grauen aller Student*innen. Auch, wenns grad eher suboptimal gelaufen ist : Kopf in den Sand stecken ist nicht. Auch wenn die Situation erstmal ausweglos scheint, machts das Zauberwort Perspektivwechsel einfacher. Vergiss den Panic-Mode und mach dich auf die Suche nach der Chance, die hinter deiner Situation steckt. Tatsächlich bricht jeder 5. sein Masterstudium ab. Und das ist absolut ok! Seine Schwächen kennenzulernen, gehört genauso dazu, wie seine Stärken zu fördern. Nutze die Zeit bis zum Neustart für eine ausgiebige Orientierungsphase. Sprich mit anderen Studis, hol das Career Center der Hochschule oder die Arbeitsagentur ins Boot. Wichtig: Behalte unbedingt die Bürokratie im Hinterkopf - Stellen wie Krankenversicherung, BAföG-Amt und Familienkasse müssen über den Abbruch in Kenntnis gesetzt werden.

 

 

Nimm mich - Bewerbungsprozedere und Schaulaufen: Unser Best of How-to

 

Tickt die Uhr schon?

Man munkelt, es sei nie verkehrt, sich »frühzeitig zu kümmern«. Und tatsächlich solltest du dich gedanklich zwölf Monate vor Aufnahme des Masterstudiums mit der Thematik auseinander setzen. Welches Studienmodell soll´s nun sein? Wo zieht´s dich hin und welcher Bereich soll inhaltlich vertieft werden? Hast du einen Plan, kannst du Suchmaschinen und Portale wie »studieren.de« und »hochschulkompass.de« zum Glühen bringen. Dabei wirst du nicht nur über 9000 Masterstudiengänge stolpern, sondern auch mit Fristen und Aufnahmekriterien konfrontiert. Sammel den Input, halte ihn schriftlich fest, pin´s dir an die Wand oder leg´s unter dein Kopfkissen. Hauptsache du hast die Fristen auf dem Schirm.

 

Bin ich genug?

Kommen wir zu der Frage, die viele Studis da draußen umher treibt: Bringe ich die Skills mit, die mein Masterstudium mir abverlangt? Wie sehen die Kriterien aus und kann ich in der Zwischenzeit noch fehlende Zulassungsvoraussetzungen erfüllen? Leider lässt sich pauschal nicht beantworten, was genau dich erwarten wird. Jede Hochschule/Uni hat eigene Vorangehensweisen bei der Auswahl seiner zukünftigen Master-Studis. An Uni A reicht eine Standard-Bewerbung, an Hochschule B musst du dich einem Aufnahmetest stellen. In anderen Einrichtungen wiederum sind Mindest-ECTS, Erwerbstätigkeit oder Praktika von Nöten. Und auch persönliche Auswahlgespräche sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Worauf du dich schlussendlich einstellen musst, kannst du auf den Websites der jeweiligen Hochschulen in Erfahrung bringen.

 

Unliebsamer Papierkram?

Allseits bekannte Bewerbungsformalitäten wie Anschreiben und Lebenslauf sollten jedem ein Begriff sein. Bewirbst du dich für einen Masterstudiengang, gesellen sich zusätzliche Dokumente dazu. Das können Nachweise wie Zeugnisse oder Praktikumsbescheinigungen sein. Oft müssen Empfehlungsschreiben oder eine Notenübersicht der letzten Hochschule eingereicht werden. Nicht vergessen: Papier ist geduldig. Kümmere dich also rechtzeitig um die Bescheinigungen und behalte im Hinterkopf, dass bestimmte Dokumente beglaubigt eingereicht werden müssen.

 

Leben in Kurz?

In der Kürze liegt die Würze. Reduziere deinen Lebenslauf also auf ein Minimum. Auch Formalitäten sind nicht unwesentlich. Korrekte Rechtschreibung, angemessene Schriftart (Bsp. Calibri oder Georgia) und die Ausschreibung von Kürzeln (Bsp.: B. Sc.) werden genauer beäugt, als angenommen. Wird oft vergessen: Auch der Lebenslauf muss unterschrieben werden! Denk daran, deine Kontaktdaten einzubauen und hauch dem Papier mit einem aussagekräftigen Foto noch mehr Leben ein. Ist inzwischen kein Muss mehr, aber immer noch gern gesehen. Auch Jobs, die nichts mit dem Studium zu tun haben, sollten aufgeführt werden, denn neben der fachlichen Expertise zählt auch dein Charakter, der sich Außenstehenden durch die Art der Beschäftigung erschließen kann.

 

»Catchy« kannst Du?

Das Bewerbungsanschreiben ist Deine ganz persönliche Bühne. Dein Platz für Perception Management vom Feinsten. Verzichte auf Standardfloskeln, um Dich von der Masse abzuheben. Vergiss dabei aber nie, wer sich Deine Zeilen durchliest. Punkte mit kurzen und prägnanten Sätzen, die gerade so viel verraten, dass die Uni nicht anders kann, als Dich einzuladen. Trotzdem sollte Dein Anschreiben genug Raum für Neugierde und Nachfragen lassen. Du willst den Masterplatz. Also verpacke in Deinen Zeilen, warum es gerade Uni XYZ sein soll. Beziehe Dich dabei auf konkrete Beschreibungen und den Modulkatalog Deines Wunschstudienganges.

 

Was geht gar nicht?

Ein paar Tipps To Go, damit deine Bemühungen ganz sicher nicht für die Katz sind: Jede Hochschule gibt gewisse Leitrichtlinien in Sachen Bewerbungsmodalitäten bekannt. Halte dich daran. Wenn maximal zwei Seiten Bewerbungsanschreiben gefordert sind, wirst du mit einem 30-seitigen Halbroman keinen Erfolg verzeichnen. Vermeide zu persönliche Details aus deinem Leben. Derartige Infos driften schnell ins Unprofessionelle ab und lösen im worst case Mitleid oder Belustigung aus. Copy-Paste-Bewerbungen sind ein absolutes No-Go und landen in der Regel direkt im Müll. Personalisierung ist hier das A und O.

 

Ist der Schnitt alles?

Es ist alles perfekt, aber der NC bringt die Zulassung ins Wackeln? Ok, bye. Aber ist das wirklich so? Tatsächlich nur bedingt. Beispielsweise vergeben ausgewählte Master-Hochschulen Credits für die Absolvierung des Bachelor-Studiums in Regelstudienzeit, die Teilnahme an studiengangsspezifischen Projekten oder die Erwerbstätigkeit im jeweiligen Fachbereich. Auch Praktika oder Auslandsaufenthalte lassen deine BA-Note an bestimmten Hochschulen nach oben schießen. Auswahltests/-gespräche sind eine weitere Chance, das Ruder herum zu reißen. Aber: Augen und Ohren offen halten! Jede Hochschule hat ihre ganz eigene Herangehensweise. Wie das aussehen kann? »Die Zeppelin Universität sucht ihre Studierenden selbst aus – nicht standardisiert. Die Studierenden suchen ihre nicht standardisierte Universität aus. Das hilft beiden«, so Jens Ehret, Bereichsleitung Marketing und Bewerbermanagement von der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es immer noch den Notfallplan »zulassungsfrei«.

 

Quereinstieg?

Gibt´s tatsächlich auch im Studium. Die Universität der Künste in Berlin macht vor, wie´s geht: »Der Quereinstiegsmaster »Lehramt Bildende Kunst« bietet Absolvent*innen künstlerischer Studiengänge eine sichere Berufsperspektive. Im viersemestrigen Q-Master werden pädagogische, wissenschaftliche und künstlerische Kenntnisse für die Arbeit in der Schule vermittelt.«, verrät uns Rebekka Hüttmann, Vizepräsidentin für Lehrkräftebildung an der Udk Berlin. Heißt genau: Wer sich nach dem Bachelor neben der Kunst auch der Pädagogik verschreiben möchte, bekommt an der UdK grünes Licht. Und das ganz ohne Lehramtsstudium als Grundlage.

 

Face to face?

Das Auswahlgespräch steht an. Für Dozent*innen und Professor*innen bietet sich im persönlichen Schlagabtausch die Möglichkeit, die Student*innen hinter der Bewerbung besser kennenzulernen. Bist du kommunikativ? Bist du stressigen Situationen gewachsen? Welcher Berufswunsch steckt hinter dem angestrebten Masterstudium? Neben der persönlichen Eignung wird auch dein Know-how auf den Prüfstand gestellt. Um fachspezifische Fragen wirst du also nicht herum kommen. In der Regel finden Auswahlgespräche in Form eines Einzelgespräches statt. Aber auch  die Befragung mehrerer Studis gleichzeitig ist nicht unüblich. Richte dich auf eine Dauer von ungefähr 30 Minuten ein. Genauere Infos über Ablauf und Inhalt der Gespräche kannst du bei der hochschulinternen Fachschaft in Erfahrung bringen.

 

Trouble Shoot: Nur Körbe bekommen

Du könntest jetzt den Teufel an die Wand malen, an die Decke gehen oder still für dich verzweifeln. Wir meinen, dass tief durchatmen und Krone richten die bessere Option ist. Natürlich sind Absagen ärgerlich, aber vielleicht solltest du genau die als Chance nutzen, in Erfahrung zu bringen, was schief gelaufen ist. Ist die Bewerbung zu spät eingegangen? Oder hat der unverzichtbare Nachweis XY gefehlt? Eventuell haben dir unausreichende ECTS in einem relevanten Fach einen Strich durch die Rechnung gemacht? Da die Gründe der Ablehnung nicht im Bescheid stehen, solltest du die Studiengangsleitung des betreffenden Masterstudienganges ins Boot holen. Dort kannst Du in Erfahrung bringen, warum es nicht gereicht hat. Nutze das »vorübergehende« Aus für einen Perspektivwechsel. Studieren im Ausland ist oft auch ohne NC möglich. Und ganz vielleicht ploppt jetzt die Frage auf, ob der Master wirklich Not tut.  Nur 37% der Arbeitgeber setzen genau den nämlich voraus.

 

 

Rolling Rubel - Die Finanzierung

 

Das liebe Geld. Du weißt es. Wir wissen es. Im Studium ist das Thema doch eher unliebsam. Da hat man mit Ach und Krach den Bachelor gewuppt, ohne sich haushoch zu verschulden und schon klopft mit Aufnahme des Masters der unliebsame Freund Finanzen wieder an die Türe. Damit der Ohnmachts-Moment ausbleibt, haben wir uns für dich schlau gemacht. In unserem Master-Special Teil III widmen wir uns den Fragen, die dich nachts unruhig schlafen lassen.

 

BAföG

Master ahoi! Da der Master ohne vorangegangenen Abschluss nicht antretbar ist, ist der Anspruch auf BAföG trotz Zweitstudium gegeben. Unbedingt zu beachten, wenn du bereits im Bachelor BAföG bezogen hast: Die Rückzahlung verschiebt sich durch Aufnahme des Masters nicht nach hinten. Aufschieben allerdings ist drin. Und das geht ganz bequem online und papierlos. Mama und Papa sind außen vor, wenn Du bereits 5 Jahre (bzw. 3 Jahre nach Ausbildung) Berufserfahrung vorweisen kannst. Einfacher ist das Antragsprozerede deswegen nur bedingt, denn an elternunabhängiges BAföG sind viele Bedingungen geknüft. Berufsausbildungen oder vorab absolvierte duale Studiengänge fließen in die Erwerbstätigkeit beispielsweise nicht mit ein. Und auch das in dieser Zeit verdiente Gehalt ist von Relevanz.

 

Stipendium & Kredit

Du musst kein Brain sein: Du denkst für ein Stipendium brauchst du ´ne dicke 1 vorm Komma? Falsch gedacht. Soziales Engagement, einschlägige Berufserfahrung, außergewöhnliche Projekte, ja selbst Bedürftigkeit  sind  für viele Institutionen inzwischen förderungswürdige Aspekte. Die Liste der An-bieter ist lang, die Vorraussetzungen unterschiedlich. Recherche muss also sein. Wir finden: Das ist ein Übel, mit dem es sich für ein paar Penunsen mehr im Monat ganz gut leben lässt. Klingt schlimmer als es ist – Bildungskredite sind nicht so wild wie man denkt und im Master problemlos beziehbar: Mindestens 3, maximal 24 Monate je 100, 200 oder 300 Euro Cash auf die Kralle. Auslandsstudium? Gar kein Stress. Voraussetzung: besagtes Studium sollte gleichwertig dem einer deutschen Hochschule sein. Anschaffungen für den Master schlucken mehr als das? Bis zu 3600 Euro kannst du dir auf einen Schlag auszahlen lassen. Der Studienkredit muss verzinst zurück gezahlt werden.

 

Jobben

Zukunftsmusik: Jobben neben dem Studium ist müßig. Keine Frage. Aber wie wär´s zur Abwechslung mal mit einem fachspezifischen Arbeitsplatz? Hochschulen bieten bezahlte Tutorienplätze an, Unternehmen locken mit lukrativen Werkstudentenstellen - oftmals sogar besser bezahlt, als geläufige Minijobs. Vergiss also die Tellerwäsche und strecke deine Fühler nach Bereichen aus, die nach dem Studium sowieso Phase sind. Reine Übungssache? Jahrelang Theorie gebüffelt aber keinen Plan, wie all das in der Praxis aussehen soll? Werkstudentenjobs sind Deine Anlaufstelle, wenn Du Dir nach all der Theorie trotzdem unsicher bist. Hier ist Dein Space zum Lernen, Ausprobieren und Reinkommen. Klarer Vorteil: dein Studium hat Prio. Mehr als 20 Stunden pro Woche sind nicht drin. Am Hungertuch nagen musst du auch nicht, denn in der Regel kannst du von einer Werkstudentenstelle gut leben.

 

Trouble Shoot: Angst vor Mittellosigkeit

Du willst dich nicht fest binden? Viele Studis macht die Summe, die durch den Bezug von BAföG oder Kredit nach dem Studium fällig wird, geradezu panisch. Auch nach dem Studium verdient man sich in der Regel (vorerst) keine goldene Nase. Und da ist sie auch schon: die Angst vor Mittellosigkeit. Zauberwort Stundung: Wenn die Kohle knapp ist, hast du die Möglichkeit, online und ohne Einreichung des halben Regenwaldes, die Zahlung nach hinten zu verschieben.
Dein Portal zu etwas mehr Leichtigkeit: www.bafoegonline.bva.bund.de


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