Den perfekten Master finden - bei der Suche helfen diese 7 Schritte. Foto: fotofabrika/fotolia

In sieben Schritten den perfekten Master finden

Vom Suchen und Finden des perfekten Masters - Buchautor Sebastian Horndasch erklärt in sieben Schritten, wie du den richtigen Master findest

 

Knapp 9.000 Masterstudiengänge gibt es allein in Deutschland. Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten? Keine Panik, dieser Schritt-für-Schritt-Plan hilft dir dabei, die richtige Master-Wahl zu treffen.

Schritt 1: Zeitpunkt festlegen

Auf den Bachelor folgt bei vielen sofort der Master. Dafür spricht auch einiges: Du bist tief im Thema drin und schnell mit dem Studium fertig. Doch auch für ein halbes oder ganzes Jahr Pause gibt es gute Argumente: Du kannst durch Praktika berufliche Erfahrungen sammeln, deine Sprachkenntnisse verbessern, eine lange Reise machen, Freiwilligenarbeit leisten und vieles mehr. Der Vorteil: Arbeitgeber sehen eine solche Pause in der Regel sogar positiv, da Bewerber so mehr Erfahrungen mitbringen. Zudem hast du während der Pause die nötige Zeit für die Suche nach dem richtigen Master.

Schritt 2: Geografisch eingrenzen

Wohin soll es für den Master gehen? Einige Studis zieht es ins Ausland, um sprachliche und kulturelle Kenntnisse zu verbessern. Andere möchten in einer ganz bestimmten Region bleiben. Für wieder andere kommt nur eine Großstadt infrage.

Wer ins Ausland möchte, sollte sich früh kümmern: Meist musst du dein Sprachniveau nachweisen, außerdem sind in manchen Ländern die Bewerbungsfristen deutlich früher als in Deutschland. Und für Stipendien wie die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst musst du dich bereits bis Mitte November des Vorjahres beworben haben.

Die Frage nach dem Ort ist auch eine strategische: Die Konkurrenz um Masterstudienplätze ist von Region zu Region sehr unterschiedlich. Ein Beispiel: Auch sehr gute BWL-Bachelorabsolventen haben es schwer, in Städten wie Köln, Münster oder Mannheim einen Masterstudienplatz zu finden – denn das wollen viele Gleichgesinnte. Gleichzeitig bleiben an weniger beliebten Orten Masterstudienplätze unbesetzt – beispielsweise in vielen ostdeutschen Städten. Wer also ›nur‹ normale Noten hat, sollte sich bewusst auch an etwas weniger nachgefragten Orten bewerben.

Schritt 3: Studienmodus festlegen

Die meisten Leute machen einen konsekutiven – also inhaltlich an den Bachelor anknüpfenden – Vollzeitmaster. Aber es gibt noch einige Alternativen: So wird der duale Master, bei dem Studierende ein Traineeprogramm mit einem Masterstudium verbinden, immer populärer. Daneben gibt es weiterbildende Masterprogramme wie den MBA, für den mitunter schon ein Jahr Berufserfahrung ausreicht. Viele Hochschulen bieten Kooperationsmaster mit ausländischen Universitäten an, bei denen Absolventen mit zwei Mastern abschließen. Und zu guter Letzt gibt es Masterprogramme, die sich explizit an Fachfremde richten – zum Beispiel spezielle BWL-Master für Nicht-Wirtschaftswissenschaftler.

Schritt 4: Richtig suchen

Eine Suche beginnt in der Regel auf Google – auch die nach dem passenden Master. Doch leider liefert Google bei Masterstudiengängen kein umfassendes Bild. Dies liegt unter anderem daran, dass besonders Privathochschulen viel Geld und Zeit investieren, um bei Suchmaschinen möglichst gut dazustehen. Staatliche Hochschulen haben dagegen häufig eher mittelmäßige Seiten, die sich schlecht auffinden lassen – selbst, wenn die angebotenen Masterprogramme dort sehr gut sind.

Hochschulkompass als Alternative zu Google

Eine sehr gute Suchmaschine für Studiengänge ist www.hochschulkompass.de von der Hochschulrektorenkonferenz. Hier kannst du sehr detailliert nach Masterprogrammen suchen und beispielsweise nach geografischer Lage, Fachgebiet, Art des Masters oder Studienmodell filtern. Vor allem bietet der Hochschulkompass ein vollständiges Bild über alle Studienmöglichkeiten in Deutschland – ganz frei von Werbung.

Schritt 5: Gut informieren

Der eine möchte praxisorientiert studieren, die andere sich intensiv an Theorien abarbeiten. Einige möchten sich auf ein Thema spezialisieren, andere in die Breite gehen. Doch egal, welche Art von Master du machen möchtest: Er sollte fundiert sein. Nur, wie findest du das heraus? Beginne am besten damit, die Website des Masterprogramms intensiv zu lesen. Danach solltest du dir Rankings anschauen. In Deutschland ist das CHE-Ranking sehr umfassend, weltweit ist das Times Higher Education World University Ranking am anerkanntesten. Und für Business Schools lohnt sich der Blick ins Ranking der Financial Times.

Persönlich werden

Danach heißt es: Persönlich werden, also das Gespräch mit aktuellen Studierenden und Alumni suchen. Falls du keine kennst, findest du sie über professionelle soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. Suche gezielt nach Leuten, die dein Wunschprogramm studiert haben, und frage um Rat: Ist das Programm gut? Wie ist der Ort zum Leben? Und würden sie den Master wieder belegen? Tipps von Leuten, die das Programm kennen und eine ähnliche Perspektive haben wie du, sind goldwert.

Besuch vor Ort

Ebenfalls sinnvoll ist ein Besuch vor Ort. Nur so kannst du wirklich ein Gefühl für die Stimmung in Stadt und Hochschule entwickeln. Dabei solltest du unbedingt Gespräche mit aktuellen Studierenden und Lehrenden führen! Die meisten Hochschulen bieten entsprechende Informationstage für Masterstudiengänge an.

Schritt 6: Niveau abtesten

Bleibst du an der eigenen Hochschule, kennst du den Schwierigkeitsgrad recht genau. Beim Wechsel kann es aber ein böses Erwachen geben: Immer wieder höre ich von Klagen deutscher Studierender, die für viel Geld an eine renommierte internationale Business School gehen und dort feststellen, dass das inhaltliche Niveau nicht mit der Höhe der Studiengebühren mithält. Es kann aber auch in die andere Richtung gehen: So mancher Studierender ist im neuen Master von den hohen Erwartungen überfordert. Beides ist frustrierend. Was einen inhaltlich erwartet, kannst du am ehesten durch einen genauen Blick in Lehrbücher und Veranstaltungsunterlagen einschätzen – und durch Gespräche (siehe Schritt 5).

Schritt 7: Nach gut informiertem Bauchgefühl entscheiden

Am Ende der Suche sollte eine Entscheidung für etwa drei bis fünf Masterstudiengänge stehen. Hier zählen sowohl harte Faktoren – wie zum Beispiel Inhalt und Rankingpositionen –, als auch weiche wie dein persönlicher Eindruck durch Gespräche und Besuche. Denn ganz wichtig: Der Master sollte dir vor allem Spaß machen und dich als Mensch bereichern.

Suchen wie ein Meister

Sebastian Horndasch ist der Autor des Studienführers ›Master nach Plan‹. Das Buch enthält zahlreiche Tipps zur Wahl des richtigen Programms im In- und Ausland und erklärt im Detail, wie du dich erfolgreich bewirbst. Mitgeliefert wird eine Reihe an Beispielbewerbungen auf Deutsch und Englisch. 152 Seiten, 14,95 Euro, Springer.

Suchhilfe: Auf MeinProf.de kannst du abchecken, wie Studierende ihre Profs und Kurse in Sachen Verständlichkeit, Material oder Spaß bewerten.


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