Mensch steht zwischen zwei Regalreihen
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Einstieg in die wissenschaftliche Arbeit: Was sind die Grundlagen der empirischen Forschung?

Die meisten Studenten werden in der Regel bereits schon relativ früh mit der sogenannten empirischen Forschung konfrontiert – sei es im Rahmen der Datenanalyse und -auswertung, der ersten wissenschaftlichen Arbeit oder auch zur Findung der passenden Forschungsfrage. Allerdings stellt sich recht häufig schon zu Beginn der Forschung für viele Studierende die Frage, welche Vorgehensweise sich grundsätzlich am besten für das eigene Projekt eignet und welche Methoden die potentiell vielversprechendsten Ergebnisse liefern können. Dementsprechend gilt es im ersten Schritt herauszufinden, welche Forschungsmethoden es überhaupt gibt, wie der empirische Forschungsprozess grundsätzlich abläuft und in welchen Punkten sich die verschiedenen Methoden voneinander unterscheiden.

Während des Studiums – und spätestens wenn es um die Abschlussarbeit geht – stellt sich für viele Studierende trotz intensiver Vorbereitung nicht selten die Frage, welche Forschungsmethode sich voraussichtlich am besten dazu eignet, der anstehenden Klausur oder Masterthesis einen möglichst hohen wissenschaftlichen Mehrwert zu verleihen. Vielleicht eine quantitative oder qualitative Analyse? Ein klassisches Experiment inklusive thematisch passender Fallstudie? Beobachtungen, Gruppen- und Einzeldiskussionen oder auch Fachinterviews samt Umfragen? Und sollte man statt einer deduktiven lieber eine induktive Herangehensweise wählen? Ganz offensichtlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, doch bevor man sich final für einen Ansatz entscheidet, gilt es im ersten Schritt zu verstehen, worin sich die verschiedenen Methoden grundsätzlich voneinander unterscheiden.


Empirische Forschung: Was ist das eigentlich genau?

Die sogenannte empirische Forschung spielt in vielen verschiedenen Bereichen eine zum Teil sehr wichtige Rolle, sei es in der Biologie, Chemie, Psychologie, Politik oder auch in anderen Natur- und Sozialwissenschaften. Dabei geht es in der Hauptsache darum, möglichst tiefgreifende Erkenntnisse über ein spezielles Forschungs- respektive Untersuchungsobjekt zu gewinnen – und das nicht ausschließlich nur anhand theoretischer Beschreibungen, sondern vielmehr durch die eigenen Beobachtungen. Dazu stehen dem Studenten verschiedene Methoden zur Verfügung, wie zum Beispiel (Online-)Umfragen, Gruppendiskussionen oder auch Interviews. Welche Herangehensweise dabei die potentiell beste ist, lässt sich jedoch nicht pauschal sagen, da es vor allen Dingen darauf ankommt, welche Problematik untersucht werden soll, ob bereits theoretische Hintergrundinformationen vorliegen und wie der eigene Wissensstand aktuell ist.


Induktion und Deduktion: Welche Herangehensweise passt am besten?

Je nach aktuellem Forschungsstand im jeweiligen Themengebiet und der konkreten Forschungsfrage, geht es im nächsten Schritt um die Entscheidung, welche Herangehensweise sich besser für die eigene Forschung eignet: die induktive oder vielleicht doch eher die deduktive? Bei der sogenannten deduktiven Forschung wird eine bereits bestehende Theorie anhand der eigenen Forschungsergebnisse sowohl auf ihre grundsätzliche Durchführbarkeit, als auch auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Dabei geht es also hauptsächlich darum, von einer allgemeinen Aussage auf einen speziellen Einzelfall zu schließen. Die induktive Argumentation eignet sich hingegen vor allem dann, wenn man anhand der bereits erlangten Ergebnisse anderer Forscher eine eigene Theorie zu dem jeweiligen Thema aufstellen möchte. Gibt es also beispielsweise bereits verschiedene Theorien, kann man diese als eine Art Ausgangspunkt nutzen, um sie durch die eigenen Forschungsergebnisse entweder zu bestätigen oder zu widerlegen.


Qualitative und quantitative Forschungsmethoden: Worin liegt der Unterschied?

Wenn es um die Frage geht, ob sich zur Forschung und der damit verbundenen Datenerhebung eher eine qualitative oder eine quantitative Herangehensweise eignet, gilt es vorab herauszufinden, ob es sich um ein komplett neu zu erforschendes oder um ein bereits untersuchtes Themengebiet handelt. Im Falle einer neuartigen Forschung, die in der Regel explorativ durchgeführt wird, passt meist eine qualitative Methode besser, da es hier in der Hauptsache um den Gewinn neuer Erkenntnisse anhand einer induktiven Forschung geht. Dementsprechend konzentriert man sich hierbei hauptsächlich auf das Ableiten neuer Theorien, zum Beispiel durch Interviews mit verschiedenen Experten, die anschließend interpretativ ausgewertet werden können.

Falls man sich stattdessen ein Thema aussucht, das in der Vergangenheit bereits schon ausführlich und weitreichend von anderen Forschern untersucht wurde – und über das es dementsprechend mehrere Theorien gibt – kann man die quantitative Forschungsmethode dazu nutzen, um anhand eines deduktiven Vorgehensmodells eine weitere, neuartige Hypothese abzuleiten und diese im Anschluss daran mit der eigenen empirischen Forschung auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen. Damit die quantitative Methode funktioniert, ist also eine ausführliche Vorabrecherche unerlässlich, da nur auf diesem Wege eine aussagekräftige Hypothese entwickelt werden kann. Häufig werden dazu standardisierte Multiple-Choice-Fragen innerhalb einer Online-Umfrage genutzt.

 

ein Beitrag unserer externen Mitarbeiterin Susanne Wadders


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